Aktueller Channel Fokus:

AV & Digital Signage

Analysten prophezeien Preisverfall bei Dienstleistung und IT-Outsourcing

Weniger Geld für Service – wie reagiert der Channel?

31.03.2009 | Redakteur: Sarah Maier

Marktforscher prognostizieren weniger Geld für Dienstleistung und IT-Outsourcing.
Marktforscher prognostizieren weniger Geld für Dienstleistung und IT-Outsourcing.

Früher gab es gute Margen auf die Hardware, dann hieß es, Geld sei nur noch mit Dienstleistung zu verdienen. Jetzt ist die IT-Branche laut der Analysten von Gartner und Berlecon wieder im Wandel, denn sie sehen einen Preisverfall beim Service. IT-BUSINESS hat sich im Channel umgehört, inwiefern Systemhäuser betroffen sind.

Berlecon Research stellt fest, dass die Tagessätze für Dienstleistungen aufgrund des verschärften Wettbewerbs unter die Werte von 2006 gefallen sind. Zudem prognostizieren die Analysten von Gartner einen Preisverfall für IT-Outsourcing-Services zwischen fünf und 20 Prozent in den Jahren 2009 und 2010.

Dabei hieß es in den vergangenen Jahren immer, dass alleine mit Service noch Geld verdient werden könne. Schuld an den fallenden Preisen sind den Marktforschern zufolge der Konjunkturabschwung und die Wettbewerbsintensität.

IT-BUSINESS fragte bei Systemhäusern und Dienstleistern nach, ob dieses Phänomen schon zu spüren sei und welche vorbeugenden Maßnahmen zum Margenerhalt sie treffen.

Kooperationen spezialisieren sich

So erläutert Torsten Seiferth als Geschäftsführer des Systemhausverbunds iTeam die Situation: »Je mehr aus Dienstleistungen Standards werden, desto höher ist der Preisverfall, da es für diese Tätigkeit viele Wettbewerber gibt. Hat sich ein Anbieter allerdings spezialisiert, ist der Preisdruck geringer.« Dementsprechend versucht iTeam Erfolg versprechende Dienstleistungskonzepte für seine Partner zu entwickeln. Dazu gehören Virtualisierungs-, Speicher- und Netzwerklösungen sowie Green-IT-Ansätze.

Ähnliches empfiehlt auch die Systemhauskooperation Comteam ihren Mitgliedern: »Comteam betreut eher den kleineren Mittelstand statt große Konzerne«, erklärt Comteam-Geschäftsführer Claas Eimer. »In solchen Unternehmen sind die EDV-Ressourcen personell begrenzt und man vertraut dem betreuenden Systemhaus. Das zahlt sich aus, der Kunde wird gebunden und es besteht kaum Wettbewerb.« Bei großen Projekten, räumt Eimer allerdings ein, sei der Konkurrenzdruck groß. Die Folge sei, dass Comteam sich als Gruppe schon einmal gegen einen Auftrag ausgesprochen habe, da der Preis für die Partner nicht tragbar gewesen sei.

Um entgehende Margen aufzufangen, schult Comteam seine Verbundpartner darin, dass auch tatsächlich alle geleisteten Stunden abgerechnet werden. Zudem werden Service-Techniker darin trainiert, die vertrieblichen Signale vom Kunden weiterzuleiten. Ist dort beispielsweise noch ein zehn Jahre alter Drucker im Einsatz, sollte ein Angebot für ein neueres Modell geschrieben werden.

Einen Preisverfall sieht das Systemhaus Cancom, das im Geschäftsjahr 2007 mit 1.800 Mitarbeitern rund 300 Millionen Euro umgesetzt hat, nicht. Allerdings geht die Nachfrage allgemein zurück. Dementsprechend setzt auch Cancom auf Effizienzsteigerungsprogramme, bei denen die einzelnen Unternehmensbereiche noch einmal genauer unter die Lupe genommen und gegebenenfalls optimiert werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur unterschiedlichen Preisgestaltung.

Inhalt des Artikels:

Weniger Geld für Service – wie reagiert der Channel?