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Angst schwächt Netzwerkausbau Wenig Akzeptanz von Mobilfunkmasten

Autor: Ann-Marie Struck

Der Mobilfunkstandard 5G gilt als Paradigmenwechsel in der Netztechnologie. Jedoch bremst einer Studie des Bitkom zufolge die Angst der Bevölkerung vor möglichen gesundheitlichen Schäden den Netzausbau. Demnach ist jeder Zweite gewillt, dagegen zu protestieren.

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Mobilfunkmasten spalten die Gesellschaft.
Mobilfunkmasten spalten die Gesellschaft.
(Bild: © bluedesign-stock.adobe.com)

Im Unterschied zu den Vorgängernetzen LTE (4G) und UMTS (3G) kann die 5. Mobilfunkgeneration deutlich flexibler auf Anwenderbedürfnisse zugeschnitten werden. Jedoch bedarf 5G eines Netzausbaus, da die Vorteile nur dann ausgeschöpft werden können, wenn die Mobilfunkstationen an das Glasfasernetz angebunden werden.

Doch der Netzausbau spaltet die Bürger, denn in großen Teilen der Bevölkerung gibt es Ängste vor Mobilfunkmasten, so das Ergebnis einer Studie des Digitalverband Bitkom unter mehr als 1.000 Bundesbürgern ab 16 Jahren. Folglich fürchten fast 50 Prozent Funkmasten als Quelle elektromagnetischer Strahlung und sind außerdem bereit, eine Bürgerinitiative zu gründen, wenn in der der Nähe ihres Wohnsitzes eine solche Anlage erreichtet werden würde.

Gleichzeitig nutzen aber 98 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren ein Handy oder Smartphone. Laut des Bitkom sind derzeit 143 Millionen SIM-Karten aktiviert, das sind fast zwei pro Einwohner Deutschlands. Nichtsdestotrotz teilt der weitere Aufbau von Masten die Bevölkerung: Während 48 Prozent sich für die Errichtung von Funkmasten aussprechen, sind ebenso viele (48 Prozent) dagegen. Als Hauptgrund nennen die Umfrageteilnehmer Sorgen um die Gesundheit. 45 Prozent fürchten sich vor elektromagnetischen Feldern von Funkmasten. Entsprechende Sorgen erzeugen allerdings auch andere Geräte. Folglich ängstigen sich auch 27 Prozent vor einer Mikrowelle und 24 Prozent vor Elektroinstallationen im Haushalt. Vor Sicherheitsschleusen am Flughafen haben hingegen nur 12 Prozent Angst. Lediglich 18 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, keine Bedenken vor elektromagnetischer Strahlung zu haben.

Laut Bitkom haben sich 46 Prozent schon mit elektromagnetischer Strahlung beschäftigt, wovon 22 Prozent sich „intensiv“ mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Lediglich 28 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sich nicht damit befasst.

„Die Diskussion über vermeintliche Gesundheitsschäden ist so alt wie die ersten Handys. In Deutschland werden seit 35 Jahren Mobilfunknetze betrieben“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die diffusen Ängste vor Gesundheitsschäden kommen mit jeder neuen Mobilfunkgeneration wieder auf. Dabei haben weltweit Tausende wissenschaftliche Studien gezeigt, dass unterhalb der gültigen Grenzwerte keinerlei Gesundheitsgefahr besteht.“

Um den Mobilfunkausbau weiter voranzubringen und die Angst der Bevölkerung zu verringern, bedarf es Empfehlungen des Bitkom zufolge mehr Informationskampagnen.

Proteste gegen Ausbau

In vielen Orten stoßen Mobilfunkunternehmen beim Ausbau des Netzes auf Widerstand. Das spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen. 43 Prozent der Teilnehmer wollen einen Bürgerprotest starten, wenn in ihrer Nähe Funkmasten errichtet werden sollten. Fast genauso viele (42 Prozent) erklären, aus ihrer Wohnung ausziehen zu wollen, wenn der Vermieter eine Funkantenne am Haus anbringen ließe.

Nur 22 Prozent befürworten zwar den Mobilfunkausbau, möchte aber keinen Funkmasten in der Nähe ihrer Wohnung oder Grundstücks wissen. Demgegenüber wären immerhin 33 Prozent bereit, einen Teil ihres Eigentums für den Ausbau zur Verfügung zu stellen.

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 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin