Channel Fokus: Software Automation Von der Bahn zum Bot

Autor: Ann-Marie Struck

Die Industrialisierung war die Geburtsstunde der Automatisierung, denn Produkte wurden damals mithilfe von Maschinen hergestellt. Heutzutage kann fast jeder digitale Prozess ­automatisiert werden, und der Markt mit Software Automation schlägt nun Wellen.

Firmen zum Thema

Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Übernehmen Roboter unsere Jobs? Angesichts der zunehmenden Automatisierung wird diese Frage immer relevanter. Gleichzeitig ist sie so alt wie die Industrialisierung selbst, denn mit ihr beginnt auch die ­Automatisierung. Ausschlaggebend für die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts sind die technischen Entwicklungen. Im „Mutterland“ der industriellen Revolution England war es die Erfindung und Weiterentwicklung der Dampfmaschine durch James Watt. In Deutschland kam die Wirtschaft erst durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes richtig in Fahrt. Bereits damals fürchteten die Menschen um ihre Arbeit, da viele Produkte nicht mehr mit der Hand, sondern mit Hilfe von Maschinen hergestellt wurden.

 

Aus der klassischen Prozessautomatisierung ist in den letzten Jahren die Robotic Process Automation (RPA) entstanden. RPA nutzt Methoden der Künstlichen Intelligenz, um mithilfe von Softwarerobotern Aufgaben, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden, automatisiert zu erledigen. Bei den Software-Bots handelt es sich nicht um physische Maschinen, sondern um Software-Anwendungen, die eine menschliche Interaktion mit Benutzerschnittstellen von Software-Systemen nachahmen. Gartner zufolge sollen bis 2022 mindestens 85 Prozent der Großunternehmen Software-Bots einsetzen.

Und die Angst vor der KI? Dem „Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz“ zufolge ­haben nur fünf Prozent der Arbeitnehmer Angst vor einem Verlust des eigenen ­Arbeitsplatzes durch KI. Dabei ist die RPA nur ein kleiner Teil des Software-Automation-Segments, das immer mehr Anklang im IT-Channel findet. Für 77 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und System­integratoren ist Software Automation „wichtig“ für ihr Tagesgeschäft. Davon bewerten es sogar 54 Prozent mit „sehr wichtig“ Das sieht die Gegenseite ähnlich: Für 75 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller ist Software Automation „wichtig“ für ihr Business. 65 Prozent halten es sogar für „sehr wichtig“. Langfristig können Unternehmen durch Automatisierung einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern schaffen, denn sie spart Kosten und Zeit. 90 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren halten Software Automation für „wichtig“, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Dreimal Pro für Software-Automation

Der Schlüssel für die Optimierung von IT-Prozessen und die Digitale Transformation ist die Automatisierung. Bei der Frage, was die Gründe ihrer Kunden für den Einsatz von Automatisierungs-Werkzeugen sind, sind sich die befragten Channel-Akteure einig. Auf Platz eins für die Einführung von Software-Automation stehen Qualitätsgründe (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 82 %; Distributoren / Hersteller 100 %), denn Automatisierung verringert die Fehlerquote. Der zweite Hauptgrund der Kunden ist die Effizienz (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 73 %; Distributoren / Hersteller 80 %), gefolgt von Kostengründen (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 68 %; Distributoren / Hersteller 70 %). Ein weiterer genannter Grund ist die Freisetzung von Potenzialen.

Alles kann automatisiert werden

In der Theorie kann jede IT-Aufgabe automatisiert ­werden. Für das Tagesgeschäft der befragten Channel-Akteure spielen unterschiedliche Automatisierungs-Segmente eine Rolle. Bei dem ersten Platz sind sich die Umfrageteilnehmer noch einig: IT-Management (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 68 %; Distributoren / Hersteller 64 %). Den zweiten Platz der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren bekommt mit 60 Prozent Sicherheits-, Compliance- und Risikomanagement. Dem schließen sich nur 36 Prozent der Distributoren / Hersteller an. Ihren Platz zwei belegt die Orchestrierung von IT-Prozessen. Dieses Segment ist jedoch nur für 46 Prozent der befragten Partner von Relevanz. Das Bereitstellungs- und Konfigurationsmanagement bekommt von beiden Gruppen Platz drei (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 59 %; Distributoren / Hersteller 45 %).

Im Channel läuft‘s

Die Zusammenarbeit der Channel-Akteure scheint gut zu funktionierten. Auf Platz eins der Erwartungen der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren stehen mit 58 Prozent technische Hilfestellungen. 80 Prozent der Distributoren und Hersteller bieten dabei ihr Hilfe an. So wünschen sich 57 Prozent der Partner Schulungen, und 70 Prozent der Distributoren und Hersteller richten diese aus. Hingegen erwarten 54 Prozent der Partner vertriebliche Unterstützung beim Kunden, im Repertoire haben es nur 50 Prozent der Distributoren und Hersteller.

IT-BUSINESS-Panel: Software Automation
Bildergalerie mit 6 Bildern

(ID:47264319)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien