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Lünendonk-Studie 2019 Umsatzplus für IT-Dienstleister

Autor: Heidemarie Schuster

Der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ zufolge rechnen IT-Dienstleister trotz konjunktureller Abschwächung weiterhin mit hoher Nachfrage, denn der Druck zu mehr Innovation und Effizienz mit Hilfe digitaler Technologien stärkt das Geschäft von IT-Beratungen.

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Die Digitalisierung sorgt für steigende Umsätze bei IT-Dienstleistern.
Die Digitalisierung sorgt für steigende Umsätze bei IT-Dienstleistern.
(Bild: pixelkorn - stock.adobe.com)

Unternehmen investieren weiter in Innovationen und in die Digitale Transformation. Davon profitieren Beratungs- und IT-Dienstleister in diesem und im kommenden Jahr. Während die von Lünendonk untersuchten IT-Dienstleister für das laufende Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzwachstum von 10,6 Prozent erwarten, blicken sie auch für das Jahr 2020 mit 10,8 Prozent Umsatzsteigerung in eine positive Zukunft.

Laut Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ ist vor allem bei Themen wie Software-Entwicklung und -implementierung, Digitalisierung von Kundenschnittstellen, Aufbau von Digital-Marketing- und E-Commerce-Plattformen oder der Cloud-Transformation die Nachfrage nach externer Unterstützung besonders hoch.

Aussichten für 2020

Die Studie zeigt außerdem, welche Themen 2020 an Bedeutung gewinnen. Einen besonders starken Nachfrageanstieg erwarten IT-Dienstleister bei Themen rund um Big Data Analytics, IT-Security, agiles Software Engineering, der Cloud-Orchestrierung, Aufbau einer flexiblen IT-Landschaft mit Hilfe von Microservices und APIs sowie Anwendungen auf Basis der Künstlichen Intelligenz (KI). Insgesamt soll sich die Zahl der Softwareprodukte 2020 deutlich erhöhen. Infolge der steigenden Zahl an neu entwickelten Software-Lösungen und digitalen Produkten nimmt der Integrationsbedarf in die bestehende IT-Landschaft (Backend-IT) massiv zu. So erwarten 89 Prozent der befragten IT-Dienstleister eine starke Nachfrage ihrer Kunden nach Implementierungs-Services.

Bei der Software-Entwicklung geht ein klarer Trend in Richtung agile Entwicklungsmethoden. Dadurch sollen Entwicklungszeiten reduziert und Qualität sowie User Experience erhöht werden. In vielen Unternehmen sind jedoch erforderliches Knowhow, Erfahrungswerte und Firmenkultur noch nicht ausreichend vorhanden oder erst im Aufbau. Daher vergeben Unternehmen zahlreiche Aufträge zur agilen Anwendungsentwicklung an externe Beratungs- und IT-Dienstleister, die über langjährige Erfahrungen und Fachkräfte in diesem Bereich verfügen. „In immer mehr Fällen wird die Softwareentwicklung und -integration als Gesamtpaket an einen Dienstleistungspartner vergeben, um Schnittstellenbrüche zu vermeiden und die Umsetzungsgeschwindigkeit hoch zu halten“, so Mario Zillmann, Partner und Autor der Studie. „Davon profitieren besonders die führenden IT-Dienstleister, die Softwareentwicklungsaufträge mit Hilfe von internationalen Liefermodellen, wie Near- und Offshore umsetzen können.“

Neue Anforderungen an IT-Dienstleister

Aber nicht nur Anwenderunternehmen unterziehen sich einem Wandel, auch IT-Beratungshäuser müssen den Anforderungen der Digitalen Transformation gerecht werden. Endverbraucher fordern Transparenz, Personalisierung, Einfachheit und ein nahtloses Zusammenspiel von Online- und Offline-Welt. Das Thema Customer Experience spielt an dieser Stelle eine große Rolle. Bereits heute verzeichnen IT-Beratungen knapp ein Drittel ihres Umsatzes durch CX-Services – Tendenz steigend. So machen die IT-Dienstleister 28 Prozent ihres Umsatzes mit der Entwicklung kundenzentrischer Software-Produkte. Darüber hinaus werden vor allem Leistungen zur Automatisierung kundennaher Prozesse und dem Aufbau digitaler Kundenschnittstellen nachgefragt.

CX-Services werden für IT-Beratungen vor allem deshalb immer wichtiger, da für immer mehr Kunden die Vernetzung von digitalen Frontend-Lösungen wie Apps und Webportalen mit der Prozesslandschaft und dem IT-Backend an Bedeutung gewinnt, um eine hohe User Experience in der Omni-Channel-Interaktion zu ermöglichen

„Die Ansprüche vieler Endkunden an ein digitales Kommunikations- und Einkaufserlebnis sind in vielen Branchen mittlerweile so hoch, dass digitalisierte und kanalübergreifende Prozessketten vorausgesetzt werden“, beschreibt Zillmann die veränderten Anforderungen der Endkunden. „Beispielsweise erwarten Kunden heute, dass Prozesse, zum Beispiel E-Commerce und Kundenservice, einen nahtlosen Wechsel zwischen mehreren Mobile Devices zulassen und alle relevanten Kundendaten aus den ERP- und CRM-Systemen abrufbar sind.“

Die Lünendonk-Studie zeigt zudem, dass 76 Prozent der IT-Dienstleister diese neuen Anforderungen durch den Aufbau eigener Kompetenzen im CX-Bereich bewältigen wollen. Der Aufbau von Partnerökosystemen sowie Kooperationen mit Digitalagenturen und Technologieanbietern stellen zwei weitere Strategien dar.

Über die Studie

Für die Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ wurden neben rund 70 IT-Dienstleistungsunternehmen knapp 150 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Die Studie ist mit Unterstützung der Beratungs- und IT-Dienstleister BridgingIT, Lufthansa Industry Solutions, NTT Data, Pentasys, Senacor und Sycor entstanden und kostenfrei unter www.luenendonk.de abrufbar.

(ID:46289746)

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