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Storage und Datamanagement

Delock und Navilock

Tragant sagt Langeweile den Kampf an

| Autor: Michael Hase

Der Diplom-Finanzwirt Volkmar Wenger gehört seit April dieses Jahres der Tragant-Geschäftsführung an.
Der Diplom-Finanzwirt Volkmar Wenger gehört seit April dieses Jahres der Tragant-Geschäftsführung an. (Bild: Michael Hase)

Mit den Marken Delock und Navilock stellt Tragant dem Fachhandel rund 4.400 Artikel bereit. Von sich macht der Spezialist für Adapter und Konverter allerdings kaum reden. Das soll sich ein Stück weit ändern. Immerhin sind die Berliner jetzt in den Sozialen Medien aktiv.

Produkte von Tragant stehen niemals im Mittelpunkt. Dennoch würden, wenn es sie nicht gäbe, viele PC-Systeme, Netzwerke, Audio-/ Video-Anlagen, Kassensysteme oder Maschinen den Dienst verweigern. Manches Display bliebe schwarz, mancher Lautsprecher stumm, auf diverse Speichermedien ließe sich nicht zugreifen, und das ein oder andere technische Gerät erhielte keinen ­Datenstrom.

Allein unter der Marke Delock bietet die Tragant Handels- und Beteiligungs GmbH mehr als 4.200 Artikel an. Dazu gehören Kabel, Stecker, Komponenten, Adapter, Konverter, Docking-Stationen und Peripheriegeräte. Überall dort, wo unterschiedliche Anschlusstypen, Formate und Übertragungsstandards aufeinanderstoßen und dem privaten oder professionellen Anwender das Leben schwer machen, sucht der Berliner Spezialist eine Lösung. Meist hat er die schon gefunden, bevor eine neue Schnittstelle eine gewisse Marktrelevanz erlangt. Darauf beruht der Erfolg des Unternehmens.

In der Deckung geblieben

So wie die Produkte zuverlässig im Hintergrund funktionieren, hat auch der Anbieter nie viel von sich reden gemacht. Über die Pflichtangaben hinaus ist wenig publik. CEO Ahmad Ebrahimi, der Tragant 1992 gründete, hat sich in all den Jahren weder mit dem Unternehmen noch mit seiner Person in die Öffentlichkeit gedrängt. Pressemitteilungen werden in der Regel nur zu Produktneuheiten lanciert.

Nun gibt es Anzeichen für eine vorsichtige Öffnung des Herstellers. Immerhin ist er seit diesem Monat mit Delock in den Sozialen Medien aktiv. Auf Facebook, Instagram und Twitter veröffentlichen die Berliner nicht nur Neuigkeiten und Fotos, sondern treten auch mit den Nutzern dieser Plattformen in Dialog. „Für Tragant ist das schon ein Quantensprung“, betont Volkmar Wenger, der seit April als zusätzlicher Geschäftsführer an Bord ist. Da das Unternehmen in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist, hat Ebrahimi den Diplom-Finanzwirt als zweiten Mann an die Spitze von Tragant geholt. „Irgendwann ist eine Größenordnung erreicht, die es für einen allein schwierig macht, die Organisation so zu führen, dass alle Prozesse sauber laufen“, erläutert Wenger.

Somit ist der erfahrene Manager, der zuvor in der Baustoffbranche tätig war, nun bei dem Anbieter für Rechnungswesen, Controlling, Personal, interne IT, Vertrieb und Logistik zuständig. Als CEO bleibt Ebrahimi weiterhin technologischer Kopf des Unternehmens, der für die Entwicklung des Portfolios, für Produktmanagement und Marketing verantwortlich zeichnet.

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Weiterentwicklung der Marken

Eine seiner Aufgaben sieht Wenger darin, in dem bislang rein inhabergeführten Unternehmen verlässliche Management-Strukturen zu etablieren. Bei der Größe der Belegschaft, die inzwischen auf mehr als 80 Mitarbeiter angewachsen ist, hält er es für notwendig, mehr Verantwortung in die Abteilungen zu verlagern und dafür eine zusätzliche Führungsebene einzuziehen. Verbesserungen von Prozessen und der Aufbau eines Vertriebs-Controllings stehen ebenfalls auf der Agenda des Geschäftsführers. Dabei geht es ihm um „das Große und Ganze“, wie er ausführt. „Und das heißt für mich, dass wir unsere Marken weiterentwickeln und stärken. Diesem Ziel ordnen wir alles unter.“

Auf die Stärkung der Marken zielt unter anderem der Plan ab, das Delock-Portfolio um zusätzliche Produktkategorien für neue Anwendungsfelder zu erweitern. Noch gibt es dazu allerdings nichts Spruchreifes. Wenn die Produktteams von Tragant an neuen Ideen arbeiten, haben sie nicht nur den Massenmarkt im Auge, sondern befassen sich auch mit Lösungen für Nischen. „Vielfalt vom Standard bis zum Exoten“, lautet der Anspruch. Produkte entwickelt der Anbieter teils von Grund auf selbst und lässt sie in Asien fertigen. Teils übernimmt er Produkte anderer Hersteller, meist aus dem asiatischen Raum, die er für den hiesigen Markt adaptiert. „Viele Wege führen zu Tragant.“

Besonders am Herzen liegt Wenger auch die Weiterentwicklung von Navilock. Unter dieser Marke vertreiben die Berliner rund 150 Artikel aus dem Anwendungsbereich Navigation. Dazu zählen GPS-Module, Engine Boards, Antennen und Empfänger. Das kleine Team hinter diesem Sortiment soll personell aufgestockt werden.

Mehr Nähe zum Kunden

Auf das Markenkapital soll letztlich auch die Aktivität in den Sozialen Medien einzahlen, die für mehr Kundennähe steht. „Wir wollen uns besser auf den Markt, auf Kunden und Lieferanten einstellen und unsere Marken so noch attraktiver machen“, legt der Manager dar. Keinesfalls sei damit aber ein Bruch verbunden. „Wir wollen weiterhin so wahrgenommen werden wie bisher.“ Nur das Attribut „langweilig“, das Kunden gelegentlich mit Delock verbinden, das wolle man wegbekommen. Die Grundwerte von Tragant, zu denen er Verlässlichkeit und Bescheidenheit zählt, bleiben dagegen nach Wengers Worten die gleichen.

Nichts ändern soll sich auch an der Ausrichtung des Vertriebs. Delock und Navilock sind Channel-Marken, deren Produkte über ein zweistufiges Modell an den Endkunden gelangen. Distributoren für den deutschen Markt sind ­Also, Api, Herweck, Tarox und Tech Data. „Zwischen uns und dem Fachhändler brauchen wir einen starken Partner, und das ist die Distribution.“

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