Mitglied Nummer zwölf Teccle Group übernimmt den UCC-Spezialisten Bluvo

Von Michael Hase

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Die Teccle Group erwirbt das zwölfte Unternehmen. Mit der Akquisition von Bluvo, einem regionalen Systemhaus aus Ratingen, stärkt die Gruppe ihre Präsenz in Nordrhein-Westfalen und baut ihre Kompetenz auf den Feldern TK und UCC aus.

Unified Communications zählt zu den Kernkompetenzen des Ratinger Systemhauses Bluvo.
Unified Communications zählt zu den Kernkompetenzen des Ratinger Systemhauses Bluvo.
(Bild: ArtemisDiana - stock.adobe.com)

Das Dutzend ist voll. Die Teccle Group kauft weiter zu und hat heute die Übernahme von Bluvo aus Ratingen bekanntgegeben. Das 1992 gegründete Systemhaus ist fest in der Region Rhein-Ruhr verwurzelt, betreut dort knapp 300 gewerbliche Endkunden und agiert heute vor allem als Managed Service Provider (MSP). Mehr als die Hälfte des Umsatzes stammen inzwischen aus wiederkehrenden Erlösen. Mit diesem Profil passt das Unternehmen zur Ausrichtung der neuen Muttergesellschaft, die ihren Fokus auf Cloud und Managed Services legt.

Durch die Akquisition des zwölften Dienstleisters stärkt Teccle zum einen die Präsenz in Nordrhein-Westfalen. Dort ist die Gruppe, deren Holding in Frankfurt  / Main sitzt, seit dem Kauf des Dortmunder Datev-Partners Köhler und Rapp im März dieses Jahres vertreten. Mit Bluvo kommen 46 Mitarbeiter und ein weiterer Standort hinzu. Unterm Strich beschäftigt Teccle in dem Bundesland jetzt 75 ITK-Experten. Damit wächst die Gruppe, die erst im September 2020 gegründet wurde, bundesweit auf etwa 420 Mitarbeiter und 13 Standorte an.

Ganzheitlicher UCC-Ansatz

Teccle baut durch den Zukauf zum anderen das Kompetenzspektrum aus. Ein Schwerpunkt von Bluvo liegt auf TK und UCC. Seit 2005 arbeitet das Systemhaus mit dem Dortmunder Hersteller Swyx zusammen, der inzwischen als Enreach firmiert. Außerdem vertreibt es das Collaboration-Portfolio von Microsoft. Zwar befassen sich auch andere Teccle-Mitglieder mit diesen Technologien. Doch keiner verfolgt einen so umfassenden Ansatz wie Bluvo. So treten die Rheinländer als TK-Provider auf und vermarkten unter dem Brand Bluvo.phone ein Komplettangebot, zu dem Festnetz- und Mobilfunkanbindung, SIP-Trunk, virtuelle Telefonanlage und Dienstleistungen gehören.

„Die Expertise von Bluvo bei der Beratung, der Implementierung und dem Betrieb von ganzheitlichen UCC-Lösungen ist für uns eine hochrelevante Verstärkung für unsere UCC-Kollegen in der Gruppe“, erläutert Sven Kalisch, Managing Partner bei Teccle. Kernkompetenzen von Bluvo liegen außerdem auf den Feldern IT-Infrastruktur, Modern Workplace und Security. Weitere Herstellerpartner neben Swyx und Microsoft sind unter anderem HP, Lancom, Sophos, Pure Storage und Veeam. Ein wichtiger Partner der Ratinger ist auch der Hosting & Cloud Provider Plusserver, in dessen Düsseldorfer Rechenzentrum sie IT-Ressourcen für ihre Kunden als Service bereitstellen.

Weiterentwicklung in der Gruppe

Bluvo hat das Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren stärker auf ganzheitliche Lösungen und Managed Services ausgerichtet, wie Holger Blumenkamp, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, berichtet. „Wir stehen heute besser da denn je.“ Dennoch haben er und sein Geschäftspartner Marcus Vogel die Entscheidung getroffen, sich mit dem Systemhaus einer größeren Organisation anzuschließen. Ihnen sei bewusst, dass die Situation „für kleinere IT-Lösungsanbieter in den kommenden Jahren durch die Entwicklungen im Markt herausfordernd“ werde, so Blumenkamp weiter. „Mit der Teccle Group haben wir einen Partner gefunden, mit welchem wir unternehmerisch und auf Augenhöhe nicht nur die Bluvo sondern auch die Gruppe weiterentwickeln können.“

Das Unternehmen wird weiterhin unter seinem bisherigen Namen auftreten, der im Übrigen ein Akronym der beiden Gründer ist. Blumenkamp und Vogel werden weiterhin die Geschäfte führen. Im Zuge des Verkaufs ihrer Anteile haben die Bluvo-Gesellschafter eine Rückbeteiligung an der Teccle Group erworben. Außerdem sind sie künftig gemeinsam mit den Geschäftsführern der Schwesterunternehmen und der Holding an strategischen Entscheidungen der Gruppe beteiligt.

„Für uns stand von Anfang an fest, dass wir beide weiter mitwirken wollen und unserer Organisation auf dem nächsten Wachstumsschritt eine deutliche Beschleunigung bieten wollen“, ergänzt Vogel. Das neuartige Modell von Teccle habe ihn und seinen Geschäftspartner seit dem ersten Gespräch überzeugt. In der Gruppe werde über Unternehmensgrenzen hinweg eng zusammengearbeitet, um die Kompetenzen verschiedener Spezialisten intelligent zu bündeln. Auf diese Weise entstehe „eine starke und robuste Organisation“, bei der aber „Flexibilität, Menschlichkeit und Dynamik nicht in den Hintergrund geraten“. Hinzu komme, so Vogel weiter, dass sich der Vertriebsansatz von Teccle, der darauf abzielt, das Geschäftsmodell des Kunden und seinen konkreten Bedarf zu verstehen, mit dem von Bluvo deckt.

Hohe Profitabilität

Aus Sicht der Teccle Group haben bei der Akquisition des Systemhauses nicht nur dessen Profil, Kompetenz und Kultur gepasst, sondern insbesondere auch die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. So sei das Geschäft der Ratinger überaus profitabel, teilt Managing Partner Kalisch mit. Er führt ihre guten Margen auf den großen Anteil, den Managed Services zu ihren Einnahmen beisteuern, auf die Qualität der Prozesse und den Automatisierungsgrad zurück. 2021 hat Bluvo nach eigenen Angaben eine Umsatz in Höhe von 6,8 Millionen Euro erzielt.

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Für das Unternehmen kam der Anstoß zum Anschluss an Teccle durch den Uelzener M&A-Experten Mike Bergmann, der bereits seit 2019 mit Blumenkamp und Vogel im Austausch stand und sie beraten hat. „Dabei haben wir nach Möglichkeiten und den richtigen Partnern für ein sicheres Unternehmenswachstum in der Zukunft gesucht.“ Nach Gesprächen mit potenziellen Interessenten habe schließlich die Frankfurter Gruppe „das Angebot gemacht, das am besten zum Unternehmen, den Unternehmern und der Ausrichtung passt“, resümiert Bergmann.

Damit ist die Akquisitionstour von Teccle noch nicht abgeschlossen. Mit weiteren Übernahmekandidaten ist die Gruppe in Gesprächen, und Kalisch rechnet bereits für die kommenden Wochen mit dem nächsten Abschluss, wie er ankündigt. Beim Jahresumsatz bewegt sich das Unternehmen inzwischen in der Größenordnung von mehr als 100 Millionen Euro. Hinter Teccle steht die Beteiligungsgesellschaft FMC aus Bremen, die die Wachstumsstrategie finanziert.

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