Mittelstand digitalisiert Mittelstand Synaxon und Scaling Champions: Raus aus der reinen Expertenrolle

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Synaxon und die Unternehmensberatung Scaling Champions kooperieren, um Systemhäusern bei der Transformation vom technischen Dienstleister zum strategischen Kundenpartner zu helfen. Gemeinsam sollen praxistaugliche Standards für den IT-Mittelstand entstehen.

Gemeinsam mit Scaling Champions will Mark Schröders Verbundgruppe Synaxon zunächst mit ausgewählten Systemhäusern neue Methoden für die Kundenführung entwickeln und erproben.(Bild:  Synaxon)
Gemeinsam mit Scaling Champions will Mark Schröders Verbundgruppe Synaxon zunächst mit ausgewählten Systemhäusern neue Methoden für die Kundenführung entwickeln und erproben.
(Bild: Synaxon)

Für viele Systemhäuser ist die enge Beziehung zu ihren Kunden ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Doch häufig hängt dieses Wissen noch an einzelnen Unternehmern oder erfahrenen Mitarbeitern. Genau hier setzt eine neue Kooperation von der Verbundgruppe Synaxon und der Unternehmensberatung Scaling Champions an. Unter dem Namen „Scaling Synaxon Champions“ wollen die Partner gemeinsam mit ausgewählten Systemhäusern eine Blaupause für eine strategischere Kundenführung entwickeln.

Dabei geht es nicht um ein weiteres Schulungsprogramm. Vielmehr sollen die beteiligten Systemhäuser die Methoden selbst mitentwickeln und unter realen Bedingungen erproben. Ziel ist es, die technische Expertise der IT-Dienstleister stärker mit einer strategischen Beratung der Kunden zu verbinden.

Vom technischen Ausführer zum strategischen Partner

„Managed Services und verlässliche IT-Infrastrukturen sind heute das Fundament – sozusagen der Hygiene-Faktor unseres Geschäfts. Aber die Realität ist: Wer dort stehen bleibt, verliert mittelfristig den direkten Kundenzugang und wird austauschbar“, erklärt Mark Schröder, Vorstandsvorsitzender der Synaxon.

Die Verbundgruppe sieht darin vor allem eine Chance für ihre Partner. Sie betreuen viele hunderttausend kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Künftig sollen sie ihre technische Nähe zu den Kunden stärker dafür nutzen, bei Themen wie Digitalisierung, Risiken und Prioritäten frühzeitig einzusteigen.

Schröder sieht dabei auch einen wirtschaftlichen Aspekt: „Unsere Partner verstehen die IT-Systeme ihrer Kunden im Detail. Mit dem Programm ‚Scaling Synaxon Champions‘ unterstützen wir sie dabei, diese technische Expertise gezielt in ein strategisches Vertrauensverhältnis zu übersetzen, das ihr eigenes Geschäftsmodell und den Erfolg ihrer Kunden nachhaltig schützt.“

Scaling Champions bringt dafür Erfahrung aus mehr als 450 Transformationsprojekten ein. Nach Angaben der Beratung wurden zudem bereits mehr als 300 IT-Consultants und Experten zu Trusted Advisors ausgebildet. Synaxon wiederum steuert die Reichweite und Erfahrung aus seinem Partnernetzwerk bei. Über dieses bündelt die Verbundgruppe Zugang zu rund 250.000 Mittelstandsunternehmen.

Systemhäuser entwickeln das Modell mit

Die beteiligten Unternehmen sollen nicht einfach ein fertiges Konzept übernehmen. Geplant sind Pilotgruppen, in denen Blueprints, Standards und konkrete Methoden für die strategische Kundenführung entwickelt und im Alltag getestet werden. Dazu gehört auch, Führungskräfte und Mitarbeiter stärker in die Beratung zu Zielen, Risiken, Prioritäten und Business Cases einzubinden. Erfolgreiche Ansätze sollen anschließend zwischen den Systemhäusern geteilt und zu neuen Services und Geschäftsmodellen weiterentwickelt werden.

Johannes Rasch, Geschäftsführer bei Scaling Champions(Bild:  Scaling Champions)
Johannes Rasch, Geschäftsführer bei Scaling Champions
(Bild: Scaling Champions)

Johannes Rasch, Gründer und Geschäftsführer von Scaling Champions, sieht bei den Systemhäusern dafür eine wichtige Ausgangsbasis: „Systemhäuser haben sich über viele Jahre etwas aufgebaut, das extrem wertvoll ist: Vertrauen und Nähe zu ihren Kunden. Diese Kundenführung hängt heute allerdings häufig noch an einzelnen Unternehmern oder wenigen sehr erfahrenen Mitarbeitern. Die nächste Entwicklungsstufe besteht darin, diese Fähigkeit im Unternehmen zu vervielfältigen.“

IT-Leiter, Geschäftsführer und CFOs mittelständischer Unternehmen suchen Digitalisierungspartner, die nicht nur technische Antworten liefern, sondern Orientierung geben und Verantwortung mit übernehmen.

Johannes Rasch, Gründer und Geschäftsführer von Scaling Champions

In der ersten Phase richtet sich die Zusammenarbeit an größere Systemhäuser ab etwa 20 Mitarbeitern. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend so aufbereitet werden, dass auch kleinere Partner die Methoden nutzen können.

Öffnung für weitere Synaxon-Partner

Dass daraus ein exklusives Modell für einige große Systemhäuser werden soll, ist nicht vorgesehen. „Unser Ziel ist kein Modell für wenige große Häuser. Gemeinsam mit den Pilotpartnern entwickeln wir praxistaugliche Standards und prüfen, was im Systemhausalltag tatsächlich funktioniert. Die wirksamen Elemente übersetzen wir anschließend in schlanke Impulsformate, Webinare und modulare Bausteine. So kann jeder Synaxon-Partner – unabhängig von Größe und Budget – die eigene Kundenführung Schritt für Schritt strategischer aufstellen“, betont Miguel Rodriguez, Vorstand der Synaxon.

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Miguel Rodriguez, Vorstand bei Synaxon(Bild:  Synaxon)
Miguel Rodriguez, Vorstand bei Synaxon
(Bild: Synaxon)

Im Frühjahr 2027 soll die intensive Entwicklungsphase im Rahmen der Verbundgruppenmesse„Impulse für Systemhäuser“ für weitere qualifizierte Synaxon-Partner geöffnet werden. Die daraus entstehenden Formate sollen anschließend schrittweise dem gesamten Verbund über die Synaxon Akademie zur Verfügung stehen.

Damit zielt die Kooperation auf ein Thema, das für viele Systemhäuser zunehmend relevant wird: Nicht allein die technische Umsetzung soll den Wert der Kundenbeziehung bestimmen. Entscheidend wird auch die Frage, ob ein IT-Dienstleister früh genug in strategische Entscheidungen eingebunden wird und diese Rolle unabhängig von einzelnen Köpfen im Unternehmen ausfüllen kann.

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