Pure Accelerate 2024 Storage-Management mit KI-Copilot und Flottenmanagement als Upgrade

Von Klaus Länger 5 min Lesedauer

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Die Pure Accelerate ist die zentrale Konferenz von Pure Storage. Auf der Veranstaltung hat der Hersteller eine ganze Reihe von Neuheiten präsentiert. Höhepunkte waren der KI-Copilot für Admins und die Management-Plattform Fusion für bestehende Systeme.

Laut dem Pure-Storage-CEO Charles Giancarlo, hier bei Start seiner Keynote, kamen rund 1.000 Kunden und 500 Partner zur Accelerate 2024 nach Las Vegas. (Bild:  Vogel IT-Medien)
Laut dem Pure-Storage-CEO Charles Giancarlo, hier bei Start seiner Keynote, kamen rund 1.000 Kunden und 500 Partner zur Accelerate 2024 nach Las Vegas.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Las Vegas ist die Bühne für viele zentrale Events von IT-Herstellern. Auch Pure Storage hat Kunden, Partner und Entwickler in die Wüstenstadt geladen, um dort neue Produkte und Services zu präsentieren sowie einen Ausblick in die Zukunft zu geben.

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Fusion für fast alle Systeme

Enterprise Storage, der sich ebenso flexibel nutzen lässt, wie Storage in der Public Cloud: Das soll die Management-Plattform Fusion ermöglichen, so der Pure-Storage-CEO Charles Giancarlo bei seiner Keynote auf der Pure//Accelerate 2024 in Las Vegas. Fusion wurde bereits 2021 gestartet, aber nur für neue Systeme. Nun kommt die Management-Plattform für bestehende Flasharray-Systeme mit File- und Block-Storage sowie Block-Storage in der Cloud, und zwar gratis über ein Upgrade der Storage-Software Purity. Unterstützt werden dabei sowohl über Ethernet als auch über Fibre Channel angebundene Appliances. Die Verwaltung für File und Object-Storage mittels Fusion soll später folgen, verspricht der Hersteller.

Die nun in dem Storage-Betriebssystem integrierte Lösung ermöglicht das automatisierte Management der kompletten Flotte von Storage-Arrays und adressiert damit das Problem der wachsenden Komplexität durch immer größere Flotten und dem Bedarf an flexiblem Storage für unterschiedliche Aufgaben.

Fusion erleichtert Administratoren das Management der kompletten Flotte an Storage-Systemen durch Storage-Klassen und Presets.(Bild:  Pure Storage)
Fusion erleichtert Administratoren das Management der kompletten Flotte an Storage-Systemen durch Storage-Klassen und Presets.
(Bild: Pure Storage)

Mit Fusion kann die IT-Abteilung bestehende Systeme in Storage-Pools einbinden und über APIs als Storage-Classes verfügbar machen. Das ermöglicht etwa die Einrichtung verschiedener Workloads pro System und das Load-Balancing zwischen Systemen. Dabei ist auch ein Geo-Fencing möglich. Über Policies kann zudem eine große Zahl an Systemen über eine einfache Oberfläche aus Purity heraus oder via APIs schnell provisioniert werden. Wie Shawn Hansen, General Manager bei Pure Storage betont, wird der komplette Funktionsumfang von Fusion in drei Phasen ausgerollt.

KI-Copilot hilft Storage-Admins

Ein weiteres Werkzeug, das der Unternehmens-IT das Leben leichter machen soll, ist der AI Copilot für die Pure-Storage-Plattform. Die generative KI nutzt primär GPT4 als Modell. Die Datenbasis setzt sich aus verschiedenen Quellen wie den kompletten Telemetriedaten aller Kunden, der Knowledge Base sowie gesammelten Support-Anfragen und Lösungen zusammen, erklärt Shawn Rosemarin, Vice-President R&D- Customer Engineering bei Pure Storage. Ein Feedback-Mechanismus soll dafür sorgen, dass der Copilot im Zweifelsfall keine Antwort gibt, als fehlerhafte Informationen zu liefern. Wie John „Coz“ Colgrove, Gründer und Chief Visionary Officer des Storage-Unternehmens auf der Pure//Accelerate demonstriert, ist der KI-Kopilot fähig auch komplexe Antworten und konkrete Lösungsvorschläge zu geben, wie etwa die Migration eines Workloads von einem überlasteten System auf ein anderes mit mehr Reserven, ein Controller-Upgrade oder die Anpassung der Replikationseinstellungen.

Der Cloud-basierte AI Copilot soll im Laufe des Jahres zunächst als Tech-Preview zur Verfügung stehen und für Kunden sowie Partner gratis nutzbar sein, sofern die Kunden diesen Zugang gewähren. Gerade Partnern kann der Copilot dann Argumente für den Einsatz zusätzlicher Hardware oder Upgrades liefern.

Storage als Service für KI

Das Thema KI nahm auch sonst großen Raum auf der Veranstaltung ein. Mit Evergreen One for AI stellt Pure Storage das erste Storage-as-a-Service-Angebot speziell für KI vor. Es soll alle KI-Workloads wie das Training und das Feintuning von Modellen, das Inferencing und Retrieval-Augmented Generation (RAG) mit einer einheitlichen Plattform abdecken, um so zuvor fragmentierte Datensilos zu vereinen. Evergreen One for AI soll einerseits große Mengen an Daten kostengünstig speichern, andererseits aber auch fähig sein, genügend Bandbreite für die Anforderungen von High-End-GPU-Systemen zu liefern. Um das zu gewährleisten, besteht die Bezahlung für den Service aus zwei Komponenten: Einem niedrigen Basisbetrag für die gespeicherte Datenmenge und einer zusätzlichen Gebühr für die Bandbreite. Dieser Ansatz passt gut zu Nvidias Konzept der AI-Factory, bei der die GPU-Systeme mit unterschiedlicher Software eine breite Palette an KI-Workloads verarbeiten sollen.

Mit den Secure Application Workspaces will Pure Storage eine Integration von firmenkritischen Daten in KI-Cluster ermöglichen. Erreicht werde das durch eine feingliedrige Zugriffskontrolle, die Container-Management für Kubernetes mit Portworx, sichere Mandantenfähigkeit und Policy-Governance-Tools kombiniert.

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Die Zusammenarbeit mit Nvidia soll vertieft werden, wie der Pure-Storage-CTO Rob Lee und Charly Boyle, Vice President und General Manager für die DGX-Systeme bei Nvidia, betonen. Zusätzlich zu den bestehenden Zertifizierungen für DGX BasePod und OVX-Systeme erwartet Lee bis Ende des Jahres eine zertifizierte Speicherlösung für DGX SuperPod mit Blackwell-GPUs.

Neue Services und Funktionen für Resilienz gegen Cyberattacken

Neben der KI ist die Resilienz gegen Cyberangriffe, vor allem Ransomware, ein Thema, das die Storage-Hersteller umtreibt. Pure Storage erweitert nun ein bestehendes SLA in Evergreen One für die Wiederherstellung bei Ransomware-Attacken und auch weitere Disaster-Recovery-Szenarien: neben der schnellen Lieferung von Storage-Systemen als Ersatz für „befallene“ oder beschädigte Appliances, deren Installation und dem Recovery binnen 48 Stunden und mit garantierter Transferrate.

Die SLAs für Evergreen One im Überblick(Bild:  Pure Storage)
Die SLAs für Evergreen One im Überblick
(Bild: Pure Storage)

Zudem umfasst das SLA-Angebot jetzt Cyber Resiliency Services mit vorbeugenden Maßnahmen wie vierteljährlichen Security-Berichten und Hilfen bei der Beseitigung möglicher Sicherheitslücken. Mit KI-Hilfe sollen Anomalien bei Datenzugriffen schnell erkannt werden, um durch den Rückgriff auf die letzte bekannte nicht beeinträchtigte Snapshot-Kopie die Auswirkungen auf den laufenden Betrieb zu minimieren.

Ein neues Angebot für eine höhere Flexibilität ist die Site Rebalance SLA in Evergreen One, mit der sich Reserveverpflichtungen an unterschiedlichen Standorten alle 12 Monate ausgleichen lassen, um sie an den tatsächlichen Speicherbedarf anzupassen.

Direct-Flash-Module mit 150 TB und 300 TB

Colgrove präsentierte bei der Keynote auf der Pure Accelerate ein funktionstüchtiges Direct-Flash-Modul mit einer Kapazität von 150 TB in Form von QLC-NAND-Chips. Das ist eine Verdoppelung gegenüber dem derzeit größten Modul. Pure Storage verwendet keine herkömmlichen SSDs, sondern proprietäre Module, bei denen Aufgaben wie die Datenplatzierung und das Medienmanagement nicht vom Speichermedium selbst, sondern vom System beziehungsweise dessen Betriebssystem Purity übernommen werden. Die 150-TB-DFMs sollen noch dieses Jahr verfügbar sein. Für das kommende Jahr verspricht der Chief Visionary Officer sogar Module mit 300 TB Speicherkapazität. Im Gespräch mit IT-BUSINESS sagt Colgrove, dass weiter QLC-NAND genutzt wird und das Kapazitätswachstum aus NAND-Chips mit mehr Layern resultiert. Für PLC, also Speicherzellen mit 5 Bit, sieht der Pure-Storage-Gründer noch erhebliche Probleme bei Stabilität und Lebensdauer. Er erwartet als Zwischenschritt eher „4,25-Bit“- oder „4,5-Bit“-Speicherzellen mit 20 oder 24 verschiedenen Ladungsniveaus. PLC soll mit 32 verschiedenen Spannungsleveln arbeiten.

Verbesserungen im Partnerprogramm

Wie Christian Fuhrmann, deutscher Channel-Chef bei Pure Storage, betont, wächst die Akzeptanz für Evergreen One unter deutschen Kunden beständig und inzwischen auch im Mittelstand. Dazu tragen laut Fuhrmann neben den neuen SLAs die Konditionen für die Partner ihren Teil bei. Ein weiteres Argument für das As-a-Service-Angebot sei die Nachhaltigkeit, da noch funktionsfähige ältere Controller und Speichermedien nach einem Upgrade von Systemen für niedrigere Performance-Level in Evergreen One weiter verwendet werden.

Die Partner profitieren von etlichen Verbesserungen im Partnerprogramm: Ein KI-gestütztes Asset Management informiert über auslaufende Abonnements und gibt Empfehlungen, ein vereinfachtes Rechnungs-Management reduziert den Aufwand für den Rechnungsabgleich. Zudem baut der Hersteller die Informationstools für die Partner aus und führt ein neues Self-Service-Einkaufsmodell für Kunden ein, das über eine Partner-Marge und volle Kontotransparenz für Systemhäuser verfügt.

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