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Storage-Roundtable bei IT-BUSINESS

SSD und Online-Backup sind heiße Themen im Storage-Fachhandel

04.05.2010 | Redakteur: Susanne Ehneß

Heiße Diskussion war beim Storage-Roundtable der IT-BUSINESS angesagt. Es ging um Themen wie SSD, Online-Backup und Storage-Virtualisierung.
Heiße Diskussion war beim Storage-Roundtable der IT-BUSINESS angesagt. Es ging um Themen wie SSD, Online-Backup und Storage-Virtualisierung.

Festplatte rein und Daten drauf – nach diesem Motto funktioniert Storage heute nicht mehr. In Zeiten von SSD, Server-Virtualisierung und Online-Backup braucht es unternehmerisches Denken, um im Markt mitspielen zu können. Zwölf Experten diskutierten beim Roundtable von IT-BUSINESS über die Zukunft von Storage.

Ein ganz heißes Thema im Storage-Markt ist der Einsatz von Solid State Drives (SSD). Diese bieten sich überall dort an, wo viele Transaktionen in kurzer Zeit erfolgen sollen; wo kleine, aber viele Datenpakete von A nach B geschafft werden müssen. Hier eröffnen sich für den Fachhändler gute Geschäftsmöglichkeiten, denn zumeist hat der Kunde ein Problem, das er gelöst haben möchte. Jörg Karpinski von PSP bringt es auf den Punkt: „Der Kunde kommt mit einer sechsspurigen Autobahn an seiner Storage-Einheit an und muss dann auf einem Feldweg weiterfahren.“ Firmen leben außerdem davon, die Datenströme schnell zu bearbeiten. Geht das nicht mehr, haben sie ein großes Problem und sind folglich auch bereit, viel zu investieren.

Gebranntes Kind scheut Feuer

So einfach ist das nicht, weiß Guido Klenner von HP: „Man kann nicht einfach eine SSD von einem Dritthersteller in vorhandene Server-Strukturen packen. Denn dann hat der Kunde unter Umständen ein Problem mit dem Support.“ Also gilt es vor allem für den Fachhändler, sich in diesem Segment so fit zu machen, daß der Servicefall nicht zum Problemfall wird. Davon weiß auch Klaus Heihoff, HMK, ein Lied zu singen: „Es gibt erste Kunden, die haben mit SSD negative Erfahrungen gemacht, weil die Lösung die sie implementiert haben, nicht passt. Es geht nicht nach dem Motto: schnellste Device, billigste Device, steck rein und passt!“ Und Klenner ergänzt: „Ich muss das Netzwerk des Kunden kennen. Welchen Durchsatz habe ich da, welche Anforderungen stellt die Applikation, welche Rahmenbedingungen sind vorhanden?" Genau um all diese Fragen zu klären, empfiehlt sich ein Analyse-Tool. Systemhäuser können da zum Beispiel auch eigene Applikationen als Service anbieten. Christian Herter von Bull ergänzt: „Die entscheidende Frage ist dann aber, wo kann ich SSD gewinnbringend einsetzen, wo sind die Flaschenhälse?“ Und Norbert Funke von Symantec fügt hinzu: „Wichtig für den Fachhändler ist das Storage-Tiering“. Der Partner muss sich ein Bild davon machen, welche Daten auf SSD gehören, und welche Daten auf einer herkömmlichen Festplatte besser aufgehoben sind. Norbert Lindermeier, CPI, ergänzt: „Man muss in erster Linie dem Kunden zuhören“. Da stimmt ihm Kurt Gerecke von IBM zu: „Beratung nimmt unheimlichen Stellenwert ein, da die Storagelandschaft unheimlich komplex geworden ist“.

Preis spielt untergeordnete Rolle

Das Thema Haltbarkeit der SSDs und die Preise spielen im Markt im Moment keine Rolle. Davon ist Christopher Benecke von Magirus, überzeugt. „Wir hatten vor zwei Jahren noch einen Preisunterschied zwischen Festplatte und SSD mit dem Faktor 30, heute sind wir bei Faktor 10. Das merken wir auch in den Projekten ganz deutlich, da ist Druck drin.“ Georgios Rimikis von Hitachi Data Systems sieht das anders: „Jeder hat erwartet, dass der Preis bei SSDs fällt, aber bei Festplatten fällt er eben auch.“ Was die Laufzeiten und Haltbarkeit anbelangt, ist Karpinski überzeugt, dass die der SSDs mit denen von Festplatten vergleichbar sind. „Da muss ich natürlich Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Das heißt, ich muss mich fragen, wie lange hält meine Festplatte, wenn ich fünf Millionen Rechenoperationen von ihr verlange. Und da sieht diese gegenüber der SSD alt aus.“

Macht Virtualisierung Sinn?

Als eine weitere Chance für Partner im Storage-Segment gilt auch die Server-Virtualisierung. Denn man müsse, wenn man die Server virtualisiert, auch den Speicher virtualisieren, sagt Klenner. „Gerade der Mittelstand ist froh, dass dies einfach zu machen ist. Denn ich brauche keine Hardware“. Da stimmt Udo Schillings von ADN zu: „Das Interessante ist, dass dies auch völlig unabhängig von den Datenmengen ist. Der Markt für mittelständische Systemhäuser ist damit unendlich groß.“ Idealerweise könne man auch die Virtualisierung mit nur einem Hersteller verwirklichen, meint Siegfried Betke von Datacore. Nicht so optimistisch ist da Herter: „Meistens muss man einen neuen Hersteller ins Portfolio aufnehmen. Das ist schwierig, wenn man gewohnt ist, homogene Infrastrukturen zu verkaufen.“ Da ist auch entscheidend dass die Systemhäuser ihren Leuten die Gelegenheit für Trainings geben. Klenner: „Oft wird das Personal in Projekten vergraben, und das Training fällt dann eben aus Zeitmangel aus.“ Am Ende verpasst man es, sich in neue Anwendungsgebiete für SSDs einzuarbeiten und ist dann weg vom Fenster.

Backup-Sterben dank Windows 7?

Ein weiteres Thema war die Einführung von Windows 7, in dem bereits einige Storage-Funktionen enthalten sind. Doch davon lassen sich weder Hersteller noch Partner beeindrucken. Volker Kessler von Avnet: „Trotz Windows 7 werden wir noch eine Plattform darüber brauchen, die den Nutzer entlastet und den Administratoren hilft, die Systeme sicher zu machen“. Dass reinen Backup-Herstellern hier vielleicht ein Markt wegbrechen könnte, diese Befürchtung teilt auch Udo Schillings nicht: „Im privaten Bereich könnte das vielleicht sein, aber im professionellen Umfeld geht es auch um zentrale Daten- und Filial-Sicherung sowie eine zentrale Sicherung der Notebooks mit Recovery-Funktionalität“.

Skepsis beim Online-Backup

Dagegen sieht Norbert Funke Potenzial im Online-Backup. Die entscheidende Frage ist, so glaubt auch Schillings, wo die Daten letztlich gespeichert werden. „Deshalb positionieren große Anbieter ihre Rechenzentren in den einzelnen Ländern.“ Damit wird erstens Kunden die Angst genommen und zweitens auch den rechtlichen Vorschriften genüge getan. Christopher Benecke von Magirus sieht Potenzial für mittlere Systemhäuser. „Hier ist gegenseitiges Vertrauen bereits vorhanden. Damit ist es nur noch ein kleiner Schritt, dem Systemhaus die Daten anzuvertrauen.“

 

Zitate aus der Diskussionsrunde:

 

Teilnehmer beim Roundtable zum Thema Storage:

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