Channel Fokus: AV & Digital Signage Signage im Aufwind – Nachschub als Problem

Von Klaus Länger

Der Digital-Signage-Branche geht es eigentlich prächtig. Das Geschäft mit den meisten Produktgruppen wächst, und die Nachfrage nach Produkten und Services ist da. Ein Problem ist allerdings der stockende Nachschub bei vielen Gerätekategorien.

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Im Retail-Sektor werden zunehmend Touchscreens eingesetzt, an denen sich Kundinnen und Kunden selbst über Produkte informieren können.
Im Retail-Sektor werden zunehmend Touchscreens eingesetzt, an denen sich Kundinnen und Kunden selbst über Produkte informieren können.
(Bild: Gorodenkoff-stock.adobe.com)

Es hätte ein furioser Neustart werden sollen. Nach der im kleineren Maßstab als Hybridveranstaltung durchgeführten ISE des ­Vorjahres sollte die ISE dieses Jahr Anfang Februar eine glamouröse Premiere in Barcelona feiern. Dazu kommt es nun allerdings erst einmal nicht. Angesichts steigender Corona-Zahlen in Spanien wird die Messe in den Mai (10.5. bis 13.5.2022) verschoben – in der Hoffnung, dass dann die Pandemielage eine ungestörte Durchführung erlaubt. Zu groß war für viele Aussteller und Besucher das Ansteckungsrisiko.

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Wachstum bei Large Format Displays

Trotz der angespannten Nachschubversorgung ist die Zahl der in Deutschland verkauften Large Format ­Displays (LFD) gestiegen. Das Marktforschungsinstitut Context hat Zahlen bei einer ganzen Reihe von Distributoren erhoben. Diese haben 2020 insgesamt 129.055 LFDs in den Handel verkauft. 2021 stieg die Zahl auf 152.457, also um etwa 18 Prozent. Dabei sind vor allem die Verkaufszahlen von Displays mit großen Diagonalen gewachsen. Bei den 75-Zöllern stieg die Zahl von 12.064 auf 14.156 Stück, bei den 86-Zöllern gab es sogar fast eine Verdoppelung von 7.348 auf 14.166 Exemplare. Damit sind sie nun die zweitstärkste Größenkategorie im Verkauf. Unangefochten auf Platz eins bleiben die 55-Zoll-Displays mit 27.085 ­Exemplaren. Hier ist die Menge der verkauften Geräte gegenüber dem Vorjahr um 476 Stück gewachsen.

Laut den Marktforschern bei Context geht es im deutschen Markt für LFDs trotz der Lieferkettenprobleme aufwärts.
Laut den Marktforschern bei Context geht es im deutschen Markt für LFDs trotz der Lieferkettenprobleme aufwärts.
( Bild: Context )

Hohe Nachfrage in den meisten Produktbereichen

Davon abgesehen sind die meisten Hersteller, Distributoren und Integratoren ebenso gut durch die Pandemie gekommen wie die IT-Branche insgesamt. Problematisch jedoch ist der Veranstaltungssektor, da große Konzerte und eben auch Messen in den vergangenen Monaten kaum stattfinden konnten. Hier mussten Anbieter und Handel für AV-Anlagen und Projektoren Einbußen hinnehmen. Eine Perspektive für längerfristige Projekte ist auch derzeit nicht vorhanden. Ein weiteres Problemkind ist das Gastgewerbe und hier vor allem die Hotellerie, wo einige Projekte aufgrund der schlechten Ertragslage erst einmal aufgeschoben werden. Andererseits gibt es aber auch da finanzkräftigere Unternehmen, die ihre aktuell wenig ausgelasteten Häuser gerade jetzt modernisieren und mit leistungsfähigen AV-Systemen ausstatten.

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Stimme aus der Distribution

Stefan Blome, Director Solutions Business bei Also Deutschland
Stefan Blome, Director Solutions Business bei Also Deutschland
( Bild: Also )

ITB: In welchem Produkt- oder Servicebereich sieht Also derzeit die größten Chancen für die Partner, und wie schätzen Sie derzeit die Entwicklung bei der digitalen Innenwerbung ein?

Blome: Viele Digital-Signage-Projekte waren in den vergangenen zwei Jahren on hold gesetzt. Für 2022 erwarten wir jedoch ein Wiederaufleben des Geschäfts und sind überzeugt, dass sich der Markt gut entwickeln wird. Ein großer Treiber werden der Einzelhandel sowie Hospitality sein. Denn sie stehen alle vor der Herausforderung, Besucher und Kunden zurückzugewinnen. Die vielfältigen Möglichkeiten von Digital Signage sind dabei ein wichtiger Baustein, um das Kundenerlebnis so aufmerksamkeitsstark, individuell und zeitgemäß wie möglich zu gestalten. Wir sehen für unsere Resellerpartner viele Opportunitäten, ihr Geschäft in diesem Bereich auszubauen und bei ihren Bestandskunden zu platzieren, sei es mit Werbung auf Großformat-Displays im Schaufenster, mit interaktiven Touch-Displays, mit Video-Walls, oder mit robusten Projektorlösungen für den 24/7-Betrieb. Neben den Herstellerlösungen für Content Creation, Steuerung und Verwaltung der Displays haben wir herstellerübergreifende Software, die spannende Möglichkeiten bietet, tiefer in diesem Geschäft Fuß zu fassen. Mit unserem lösungsorientierten Ansatz unterstützen wir unsere Partner mit einer engen Projektbetreuung und technischer Kompetenz. Das alles runden wir mit Just-in-time-Logistik, Fulfillment und Rollouts sowie Financial Services ab.

Das ist im Retail-Sektor ebenfalls der Fall, so Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau. Finanzkräftige Unternehmen haben das vergangene Jahr genutzt, um ihre Filialen mit neuen oder zusätzlichen Digital-Signage-Installationen auszustatten, um den Kunden ein attraktiveres Einkaufserlebnis zu bieten und sie so wieder für den stationären Handel zu gewinnen. Dabei werden vermehrt große Touchdisplays und kleinere Kiosksysteme installiert, an denen sich Kunden eigenständig informieren können, bevor sie mit dem Verkaufspersonal sprechen.

Ein weiter wachsender Markt ist die Ausstattung von Firmen mit Konferenzsystemen für ein hybrides Arbeiten. Dabei sind vor allem interaktive Displays mit hochauflösenden Kameras und der Anbindung an Videokonferenzlösungen gefragt.

Die Pandemie ermöglichte Herstellern und Channel auch ein zusätzliches Geschäft durch neuartige Lösungen, wie Tanja Tschorn, Business Unit Director Maverick AV Solutions der Tech Data betont. Beispiele sind Systeme für das Besucher­management, um die Einhaltung von ­Belegungsvorschriften zu gewährleisten, Lösungen für das Order Pickup, also das Abholen von Produkten, ohne den Laden zu betreten, sowie Queue Management, also der Ersatz physischer durch virtuelle Warteschlangen mit Hilfe moderner ­Ticketing-Lösungen.

Lückenhafte Lieferketten

Problematisch ist derzeit nicht die fehlende Nachfrage, sondern der stockende Nachschub bei den Geräten. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Einer ist die steigende Nachfrage, mit der die Produktion nicht mithalten kann. Als Beispiel nennt Hollerbaum die Muttergläser für Displays. Hier ist mit der Automobilindustrie ein zusätzlicher Großabnehmer hinzugekommen, da Autos heute mit immer mehr und immer größeren Displays ausgerüstet werden. Dazu kommen wachsende Diagonalen bei Monitoren, TV-Geräten und Signage-Displays, die das Angebot zusätzlich verknappen. Weitere Hindernisse sind Lockdowns in China, Verzögerungen beim Transport sowie der Mangel an Chips und weiteren Bauteilen. Der macht sich vor allem bei komplexeren Geräten wie etwa Large Format Displays bemerkbar, die ja immer öfter mit integrierten Android-Rechnern bestückt sind.

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Stimme aus der Distribution

Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau
Markus Hollerbaum, Geschäftsführer bei Siewert & Kau
( Bild: Intuitive Fotografie / Siewert & Kau )

ITB: In welchem Produkt- oder Servicebereich sieht Siewert & Kau derzeit die größten Chancen für die Partner?

Hollerbaum: Wir sehen derzeit durchwegs gute Wachstumsraten. So bauen beispielsweise viele Firmen ihre Infrastruktur für das hybride Arbeiten weiter aus. Das Problem ist derzeit eher die Verfügbarkeit der Geräte. Hier kommen mehrere Faktoren zusammen: Eine hohe Nachfrage, die Chipkrise, der Mangel an vielen anderen Komponenten, Lockdowns in China und Probleme beim Transport, etwa durch Hafenschließungen. Daher kommen sogar langfristig geplante Projekte in Schwierigkeiten. Wir unterstützen unsere Partner natürlich nach Kräften. Dass die Beschaffung von intelligenten Displays für Schulen immer noch stockt, kommt dem Channel derzeit sogar entgegen.

ITB: Wie schätzen Sie die Entwicklung bei der digitalen Innenwerbung ein?

Hollerbaum: Durchaus positiv. Zwar gibt es im Einzelhandel Firmen oder auch ganze Ketten, die nicht gut durch die Krise gekommen sind und sogar Konkurs anmelden mussten. Andere Firmen haben aber genügend Reserven und investieren in die Modernisierung am Point of Sale. Schließlich können sie nur mit attraktiven Verkaufskonzepten, und dazu gehören passende Displays, gegen den Onlinehandel bestehen. Einen starken Zuwachs sehen wir beispielsweise bei Apotheken. Dagegen gibt es derzeit einen Rückgang in der Automobilbranche und im Gastgewerbe. Aber auch dieses Geschäft wird sich wieder erholen.

Dass die Nachfrage nach interaktiven Displays für Schulen immer noch recht verhalten ist, sieht Hollerbaum ­daher in der aktuellen Situation eher ­positiv. Denn viele Schulträger haben es immer noch nicht geschafft, ihre Schulen mit ausreichender Netzwerktechnik und Breitbandanschlüssen auszustatten, die Voraussetzung für die Beschaffung von intelligenten Display- oder Projektor­lösungen für die Klassenräume sind. Zudem haben immer noch einige Schulen Probleme mit dem komplizierten Antragsverfahren. Systemhäuser könnten bei den technischen Details zwar prinzipiell Hilfestellung leisten, laufen aber ­Gefahr, dass sie trotz dieser Vorleistung bei der Ausschreibung dann doch nicht zum Zuge kommen. Das dämpft natürlich die Motivation, hier Zeit und Geld zu investieren.

LED weiter auf dem Vormarsch

Technologisch setzen sich einige Trends des Vorjahres weiter fort. So entscheiden sich bei Videowalls immer mehr Kunden für LED- oder Micro-LED-Lösungen, die auch für den Handel immer attraktiver werden. Die modular aufgebauten LED-Walls lassen sich einfach transportieren und in praktisch jeder Form und Größe installieren. Zudem sind die Geräte robuster und günstiger geworden, da immer mehr chinesische Anbieter auf den europäischen Markt drängen. Allerdings sind gerade Micro-LED-Panels mit hoher Auflösung immer noch erheblich kostspieliger als beispielsweise 4K-IPS-Panels. Eine Einschränkung stellt noch die notwendige Lagerhaltung von Modulen aus der gleichen Charge als Ersatz für Ausfälle dar, da sich LED-Displays nur sehr eingeschränkt kalibrieren lassen. Bei großformatigen Displays machen weiterhin LCD-Panels den Löwenanteil der verkauften Produkte aus. Die Lieferanten der Muttergläser sitzen dabei fast ausschließlich in China und teilweise noch auf Taiwan. Samsung hat die Produktion herkömmlicher LCD-Panels aufgegeben und legt den Fokus auf die selbst entwickelte Quantum-Dot-Technologie mit intensiveren Farben, bei LG setzt man schon seit längerer Zeit voll auf OLED-Panels, die auch geschwungene oder transparente Displays ermöglichen.

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Stimme aus der Distribution

Arne Beismann, Vertriebsleiter bei Kern & Stelly
Arne Beismann, Vertriebsleiter bei Kern & Stelly
( Bild: hallomats.de )

ITB: In welchem Produkt- oder Servicebereich sieht Kern & Stelly derzeit die größten Chancen für die Partner und wie schätzen Sie derzeit die Entwicklung bei der digitalen Innenwerbung ein?

Beismann: Allgemein kann man festhalten, dass es zwei Tendenzen gibt: Der Markt konsolidiert sich, und Anbieter werden zum Generalisten oder fokussieren sich auf einen kleinen Teil, indem sie sich spezialisieren. Das können wir bei unseren Herstellern beobachten. Nicht nur das Display verkauft sich, sondern die komplette Lösung mit der Software dahinter. Auch eine Allianz wie bei Sharp/NEC ist ein Indiz hierfür. Kunden werden durch zusätzliche Dienste und Abomodelle an die Marke gebunden. Es geht nicht um das einmalige Geschäft, es geht um wiederkehrende Umsätze.

Bei unseren Kunden aus dem Fachhandel ist speziell die Nachfrage nach einfachen, intuitiven Lösungen groß. Die Hürde für den Einstieg soll möglichst niedrig sein, das System muss skalierbar sein. Gerade cloudbasierte Modelle sind da besonders interessant. Aber auch Standalone-Lösungen zum Einstieg und als Appetizer in die Welt des Digital Signage sind nach wie vor sehr gefragt.

Wir stellen aber auch fest, dass sich in den letzten zwölf Monaten der Markt nicht grundlegend verändert hat. Die Innenstädte sind weniger attraktiv, die Menschen arbeiten im Homeoffice, viele Projekte liegen auf Eis. An dieser Stelle können Signage-Lösungen helfen, denn Inhalte lassen sich damit auch auf Desktops und Mobile Devices übertragen.

KI und Digital Signage: Nur Pilotprojekte

Einen wichtigen Trend sehen Teile des Channels in Signage-Lösungen, bei denen den Kunden in den Ladengeschäften mittels KI und Datenanalyse passende Angebote präsentiert werden. Im stationären Handel ist das allerdings deutlich schwieriger als auf Online-Handelsplattformen, auf denen sich die Interessen der Kunden relativ einfach erfassen und analysieren lassen. Tschorn sieht hier für den Retail-Sektor Chancen durch Lift-and-Learn, also die sensorgestützte Erkennung, welche Produkte von Kunden ­angefasst werden, oder die Erkennung von Alter und Geschlecht der Besucher durch Kamerasysteme. Diese Daten können genutzt werden, um einen gezielten Event auszulösen, „wie das Abspielen eines Imagefilms, das Aufrufen eines Preises oder interaktiver Angebote”, so Tschorn weiter. Hollerbaum sieht hier allerdings Probleme mit dem Datenschutz, etwa der Frage, welche Daten wie lange gespeichert werden dürfen, und auch bei der Zielgenauigkeit der Angebote. Dem Geschäftsführer von Siewert & Kau sind daher auch nur einzelne Pilotprojekte bekannt.

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Tanja Tschorn, Business Unit Director Maverick AV Solutions, Tech Data
Tanja Tschorn, Business Unit Director Maverick AV Solutions, Tech Data
( Bild: Tech Data )

ITB: In welchem Produkt- oder Servicebereich sieht Tech Data derzeit die größten Chancen für Partner?

Tschorn: Die größten Chancen sehen wir im Next Gen- und IoT-Bereich, da zunehmend mehr Sensoren Daten erfassen. Die Vernetzung dieser Devices birgt ein großes Potenzial an Lösungen, für die in Industrie, Logistik und im Retail spezifische Anwendungen entwickelt werden. Überall dort, wo Daten erfasst werden, kann die Format-übergreifende Verarbeitung mithilfe von Algorithmen gestartet werden. Prognosen oder Aktionen lassen sich ableiten, Prozesse verbessern und echte Mehrwerte generieren. IoT ist kein Selbstzweck, sondern kann das Nervensystem der Digitalisierung sein. In Verbindung mit Smart Signage können im Retail Einkaufserlebnisse geschaffen, im Transportwesen Echtzeitlogistik und bei Veranstaltungen effizientere Sicherheitskontrollen ermöglicht werden.

ITB: Wie sieht Tech Data derzeit die Entwicklung bei der digitalen Innenwerbung?

Tschorn: Die Einbindung der Zuschauer oder Besucher ist essenziell – das alleinige Aufhängen von Displays ist überholt. Um dem Kunden eine Customer Journey zu bieten, muss ein Zusammenspiel von Technik, Inhalt und Hintergrund erfolgen. Beispiele sind Kiosksysteme für eine direkte Interaktion oder Sensoren, die einen gezielten Event antriggern.

Ein deutlich einfacheres Mittels zur Informationsgewinnung für den stationären Handel stellen für Hollerbaum die Smartphone-Apps dar, die immer mehr Ketten und einzelne Händler ihren Kunden anbieten. Über Rabatte und Sonderangebote können die Firmen deutlich einfacher und zudem DSGVO-konform detaillierte Daten sammeln, als über Sensoren im Laden. ­Einen echten Mehrwert für den Handel könnten allerdings Lösungen bieten, bei denen Smartphone-Apps und Signage-Systeme kombiniert werden. Unabhängig von der Erfassung konkreter Kundeninteressen können ausgefeilte Signage-Installationen dafür sorgen, dass mit Medien wie Audio, Video oder auch Duft das Einkaufserlebnis intensiviert wird. Auch Augmented ­Reality kann hier einen Ansatz bieten.

In Zukunft werden transparente Displays oder AR-Anwendungen das Kauferlebnis steigern. Denn damit kann der stationäre Handel gegen die Onliner punkten.
In Zukunft werden transparente Displays oder AR-Anwendungen das Kauferlebnis steigern. Denn damit kann der stationäre Handel gegen die Onliner punkten.
(Bild: Gorodenkoff - adobe.stock.com)

Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

Einen wachsenden Stellenwert sollte laut Tschorn das Thema Nachhaltigkeit spielen, das im Digital-Signage-Markt bisher keine große Rolle gespielt hat. So kann etwa der Energieverbrauch von High-Brightness-Displays durch die Verwendung von Sensoren für die Messung der Umgebungs­helligkeit gesenkt werden. Bei LED-Walls kann die Wahl des passenden Pixel Pitch viel Energie sparen. Ein spannendes Beispiel ist für die Business Unit Director ­Maverick AV Solutions zudem das CityBreeze-Display des schwedischen Anbieters Visual Art aus Schweden. Der Hersteller hat dem 75-Zoll-Display eine lebendige Rückwand aus Moos aufgesetzt, die Feinstaub aus der Luft filtert. Die LCD-Stele ist zudem mit einem Sensor für die Messung der Luftqualität ausgestattet und für die Smart-City-Einbindung vorbereitet.

Für Florian Rotberg vom auf Digital Signage spezialisierten Consulting-Unternehmen Invidis ist Nachhaltigkeit ebenfalls ­eine zentrale Aufgabe für die gesamte Branche. Denn hier werden etwa energieintensive Displays eingesetzt, bei denen 80 Prozent der CO2-Emissionen allein im Betrieb entstehen. Hier kann nicht nur durch technische Innovationen wie effizientere Panels oder sparsamere LEDs Energie gespart werden, sondern auch durch einen angepassten Content mit dunkleren Farben und ­weniger Animationen.

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