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AI@Work-Studie von Oracle Seelenklempner Künstliche Intelligenz

| Autor: Heidemarie Schuster

Die Studie „AI@Work“ von Oracle beleuchtet die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und zeigt auf, dass Künstliche Intelligenz das mentale Wohlbefinden unterstützt und ein bevorzugter Therapeut ist.

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Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Betroffene nehmen Hilfe lieber von KI-gestützten Therapeuten als von anderen Menschen an.
Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Betroffene nehmen Hilfe lieber von KI-gestützten Therapeuten als von anderen Menschen an.
(Bild: © jozefmicic - stock.adobe.com)

Das Jahr 2020 war und ist vom Coronavirus geprägt. Der Oracle-Studie „AI@Work“ zufolge führte die Pandemie bei Menschen auf der ganzen Welt zu mehr Stress, Angst und Burnout.

So verspürten in Deutschland im laufenden Jahr 52 Prozent der Befragten mehr Stress und Angst am Arbeitsplatz als in jedem anderen Jahr zuvor. Bei 68 Prozent litt dadurch die eigene psychische Gesundheit, was oft weiteren Stress, eine unausgeglichene Work-Life-Balance, Burnout, eine Depression aufgrund fehlender menschlicher Kontakte zur Folge hatte. Das alles stellt eine neue Belastung am Arbeitsplatz dar, die zu den bereits existierenden Anforderungen hinzukommt. Dazu gehörten für 42 Prozent die Einhaltung von Leistungsstandards, für 33 Prozent die Bewältigung routinemäßiger sowie monotoner Aufgaben und für 41 Prozent der Umgang mit einem nicht zu schaffenden Arbeitspensum.

„Angesichts der neuen Gegebenheiten in puncto Fernarbeit und der verschwindenden Grenzen zwischen dem Berufs- und Privatleben ist der Tribut, den die Covid-19-Pandemie von unserer psychischen Gesundheit fordert, beträchtlich. Damit müssen Arbeitnehmer aus jeder Branche und in jedem Land zurechtkommen“, sagt Dan Schawbel, Managing Partner bei Workplace Intelligence. „Die Pandemie hat die psychische Gesundheit der Menschen in den Fokus gerückt. Die Beeinträchtigung eben jener stellt sowohl heute als auch im kommenden Jahrzehnt eine der zentralen Herausforderungen für die Arbeitswelt dar. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wie weit verbreitet psychische Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz inzwischen sind und warum es jetzt für Unternehmen an der Zeit ist, darüber zu sprechen und neue Lösungen für dieses Problem zu finden.“

Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwinden

Insgesamt kann man sagen, dass die Covid-19-Pandemie schädlich für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz war. Die entsprechenden Auswirkungen beschränken sich aber nicht nur auf das Berufsleben, denn die Menschen spüren sie auch zu Hause. Von den deutschen Teilnehmern der Studie sagen 77 Prozent, dass psychische Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz ihr Leben daheim generell negativ beeinflussen. Die häufigsten Auswirkungen waren Schlafentzug, eine schlechte körperliche Gesundheit, weniger Freude zu Hause, leidende Beziehungen innerhalb der eigenen Familie und eine Isolation von Freunden.

Zudem investieren einige Menschen nun mehr Zeit in ihren Job, da die Grenzen zwischen dem Berufs- und Privatleben zunehmend verschwinden und sie vermehrt im Homeoffice aktiv sind. So arbeiten laut der Studie 28 Prozent der Deutschen mehr als 40 zusätzliche Stunden pro Monat. 15 Prozent von ihnen haben aufgrund der Arbeitsüberlastung infolge der Pandemie bereits einen Burnout.

Im Vergleich dazu stufen Menschen, die auch schon vor der Krise unter der fehlenden Trennung des Berufs- und Privatlebens gelitten haben, die Belastung heute nicht mehr so hoch ein. So sahen sich in der Vergangenheit mehr als drei Viertel der befragten deutschen Arbeitnehmer im Segment Fernarbeit (77 %) mit Herausforderungen konfrontiert. Genannt wurden dabei unter anderem Stress und Angst. Demgegenüber finden laut Oracle-Studie 54 Prozent der Remote-Work-Beschäftigten heute trotz der wahrgenommenen Nachteile ihre Arbeit attraktiver als noch vor der Pandemie. Sie gaben an, dass sie jetzt mehr Zeit für die Familie, zum Schlafen und für die Arbeit haben.

KI als Therapeut

In Bezug auf die eigene psychische Gesundheit wünschen sich viele Arbeitnehmer Hilfe. Die Studie zeigt, dass sie sich dafür eher Künstlicher Intelligenz zuwenden als anderen Menschen. Sie versprechen sich von Technologie mehr als nur Collaboration Tools. 56 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden laut der Studie lieber mit einem KI-gestützten Ansprechpartner als mit ihrem Vorgesetzten über Stress und Angst am Arbeitsplatz reden. Zudem sind 70 Prozent offen dafür, eine Künstliche Intelligenz als Therapeuten oder Berater zu haben.

Die deutschen Arbeitnehmer sehen in dem Gespräch mit einem Chatbot einige Vorteile: eine urteilsfreie Beratung (34 %), unvoreingenommene Gespräche über Probleme (23 %) und schnelle Antworten auf gesundheitsbezogene Fragen (28 %).

KI kann auch förderlich für die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz sein. Laut der Studie bot sie für 68 Prozent der Deutschen bereits eine Hilfe. Beispielsweise liefert sie ihnen die Informationen, die sie benötigen, um ihre Arbeit effektiver zu erledigen (26 %). Sie automatisiert zudem Aufgaben und verringert so das Arbeitspensum, um Burnout zu vermeiden (21 %). Außerdem reduziert KI Stress, da sie Menschen bei der Priorisierung von Aufgaben unterstützt (21 %).

Demzufolge stehen Arbeitnehmer hierzulande Künstlicher Intelligenz grundsätzlich positiv gegenüber. Dank dieser verkürzte sich für 36 Prozent die eigene Arbeitswoche und bei 34 Prozent war es möglich, länger Urlaub zu nehmen. Darüber hinaus sorgt KI bei den Arbeitnehmern für mehr Produktivität (49 %), Zufriedenheit (39 %) und allgemeines Wohlbefinden (35 %).

Unterstützung bei psychischen Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz

Die Studie zeigt außerdem auf, dass sich weltweit Arbeitnehmer von ihren Unternehmen mehr Unterstützung beim Thema psychische Gesundheit wünschen. Wenn sie keine Hilfe erhalten, kann das drastische Auswirkungen auf ihre Produktivität sowie auf ihr gesamtes Berufs- und Privatleben haben. Von den befragten Deutschen sind 63 Prozent der Meinung, dass ihr Unternehmen mehr für den Schutz der psychischen Gesundheit der Belegschaft tun sollte. Die Corona-Pandemie bringt jedoch eine neue Dynamik in die Angelegenheit. Denn 46 Prozent merken an, dass ihr Unternehmen infolge der Pandemie nun Services und Unterstützung für die psychische Gesundheit anbietet.

Abgesehen davon würden es aber 75 Prozent begrüßen, wenn ihr Unternehmen Technologien für die psychische Gesundheit zur Verfügung stellt. Auf der Wunschliste stehen Beratungsdienste auf Abruf (36 %), ein Zugang zu Apps aus den Bereichen Wellness und Meditation (31 %), proaktive Tools zur Überwachung der eigenen Gesundheit (28 %), ein Self-Service-Zugang zu Gesundheitsangeboten (26 %) und Chatbots zur Beantwortung gesundheitsbezogener Fragen (25 %).

Sich als Unternehmen um die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu kümmern, ist auch entscheidend für den geschäftlichen Erfolg. Immerhin sagen 40 Prozent der Befragten, dass ihre Produktivität aufgrund von Stress, Angst oder Depression sinkt. Für weitere 38 Prozent führen diese Faktoren zu schlechteren Entscheidungsfindungen.

„Im Verlauf der Pandemie ist psychische Gesundheit nicht nur zu einem breiteren gesellschaftlichen Thema geworden, sondern auch zu einer der größten Herausforderungen der Arbeitswelt. Sie hat tiefgreifende Auswirkungen auf die individuelle Leistung von Arbeitnehmern, die Effektivität von Teams und die Produktivität von Unternehmen. Über sie zu sprechen ist jetzt mehr denn je erforderlich und Arbeitnehmer erwarten von Führungskräften, dass sie sich stärker engagieren und Lösungen anbieten“, erklärt Emily He, Senior Vice President bei Oracle Cloud HCM. „Es gibt viele Mittel, um für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu sorgen – gerade eine Technologie wie Künstliche Intelligenz bietet hierzu einige Möglichkeiten. Doch erst einmal müssen Unternehmen psychische Gesundheit auf ihre Tagesordnung setzen. Wenn es gelingt, sowohl auf der HR- als auch auf der Führungsebene entsprechende Gespräche zu starten, ist ein Fortschritt möglich. Die Zeit dafür ist jetzt gekommen.“

Über die Studie

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Umfrage, die Savanta zwischen dem 16. Juli und dem 4. August 2020 durchgeführt hat. Im Rahmen der Umfrage wurden insgesamt 12.347 Personen aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich, Italien, Deutschland, Indien, Japan, China, Brasilien und Korea interviewt. Ziel war es, die Einstellung von Führungskräften und Mitarbeitern zu psychischer Gesundheit, Künstlicher Intelligenz, digitalen Assistenten und Chatbots am Arbeitsplatz zu untersuchen.

Die Studie fokussiert sich auf Personen im Alter zwischen 22 und 74 Jahren. Die Befragten wurden durch eine Reihe von Mechanismen und über verschiedene Ausgangspunkte zur Teilnahme an Panels und Marktforschungsumfragen rekrutiert.

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