IT trifft auf OT und das Industrial Edge Schneider Electric: Software und Services werden immer wichtiger

Autor Sylvia Lösel

„Business as unusual“. So betitelt der DACH-Chef von Schneider Electric, Christophe de Maistre, das Jahr 2020. Auf dem Euref-Campus in Berlin wird deutlich, mit welchen Konzepten der Konzern die Zukunft gestalten möchte und welche Akzente man bei IT, OT und dem Industrial Edge setzt.

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Bei Schneider Electric kommen auf dem Euref-Campus in Berlin unter anderem moderne Gebäudesteuerungs-Elemente zum Einsatz, die zu nachhaltigem Energiemanagement beitragen.
Bei Schneider Electric kommen auf dem Euref-Campus in Berlin unter anderem moderne Gebäudesteuerungs-Elemente zum Einsatz, die zu nachhaltigem Energiemanagement beitragen.
(Bild: IT-BUSINESS)

Software und Services – diese beiden Segmente machen Christophe de Maistre, Zone President DACH bei Schneider Electric, gerade die meiste Freude, sorgten sie doch für rund ein Fünftel des Umsatzes im ersten Halbjahr dieses Jahres. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass er das Ziel ausgibt, in diesen beiden Bereichen wachsen zu wollen. Software, so de Maistre weiter, habe zudem den Effekt, durch Vernetzung den Verkauf von Produkten anzukurbeln und die Kundenbindung deutlich zu erhöhen. Und noch ein weiteres Thema ist durchaus Software-getrieben: die Verarbeitung von Daten. Im Moment würden nur rund 10 Prozent aller in Unternehmen vorhandenen Daten überhaupt bearbeitet. Künftig wird dieser Anteil rasant steigen, ist de Maistre überzeugt. Der Hauptgrund, warum Künstliche Intelligenz (KI) immer wichtiger werde.

Akquisitions-Strategie

Den Weg zu mehr Wachstum ebnet Schneider Electric gerade in den vergangenen Wochen mit zwei Akquisitionen. Da ist einmal die Übernahme von ProLeIT, einem Spezialisten für Automatisierung und Prozessleittechnik, die vor allem in der Getränke- und der Lebensmittelbranche stark vertreten sind. Und im Frühjahr hat der Konzern sich mit RIB Software ebenfalls bei einem Software-Spezialisten eingekauft. Das Stuttgarter Unternehmen ist auf Bau-Software spezialisiert und erhofft sich durch Schneider eine höhere globale Reichweite, für den französischen Konzern wiederum ist die Akquise ein wichtiger Baustein für das „Gebäude der Zukunft“. Und an diesem wird beispielsweise auf dem Euref-Campus in Berlin kräftig geforscht. Gebäudeautomation, E-Mobilität und regenerative Energien werden auf dem Campus getestet, auf dem auch Schneider aktiv ist.

Ohne Partnerschaften wird es nicht gehen

Wichtige Erkenntnisse daraus werden auch für das Industrial Edge gewonnen – ein Segment, das für die Industrie 4.0 immer wichtiger wird und das ohne moderne IT-Technologie nicht denkbar wäre, wie Michel Arres, Vice President Secure Power DACH, betont und nennt beispielsweise KI, Digital Twins, Video- und Data-Analytics sowie autonome Robotik. Und eine weitere Zahl verdeutlicht die Bedeutung der IT für industrielle Umgebungen: 24 Prozent der künftigen Effizienzsteigerungen in OT-Umgebungen werden durch die Digitalisierung möglich. Arres nennt fünf Gründe, warum das Industrial Edge immer wichtiger wird: Latenz, Autonomie, Datenschutz und Sicherheit, Daten und Bandbreite sowie die Interaktivität.

Dem gegenüber stehen einige Herausforderungen. Dazu gehören ungleiche Systeme und Datenquellen, Umgebungs- und Sicherheitsabweichungen, neue IT-Anforderungen, die nicht in die herkömmlichen Kompetenzen fallen, sowie fehlende Vor-Ort-Unterstützung. In diesem Spannungsfeld befinden sich die Channelpartner, die mit ihren Skills hier ein enormes Geschäftspotenzial heben können und dank integrierter Systeme, Remote-Management-Tools sowie einem kollaborativen Ökosystem eine hohe Wertschöpfung betreiben können.

Mit der Exchange-Plattform hat Schneider beispielsweise ein solches Ökosystem geschaffen, auf dem Partner ihre Lösungen präsentieren und im Bedarfsfall anderen Partnern für Projekte zur Verfügung stellen. Rainer Weigle, zuständig für Strategic Alliances & Solutions bei Schneider Electric, zitiert eine Gartner-Studie, die prognostiziert, dass kurzfristig die Hälfte der OT-Dienstleister Schlüsselpartnerschafen mit IT-Anbietern für IoT-Angebote eingehen werden. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Canalys-Studie: „54 Prozent der Vertriebspartner sagen, dass Technologie-Allianzen bei der Anbieterauswahl entscheidend sind oder an Bedeutung gewinnen“.

Trainings als wichtiger Baustein

Damit Reseller bestens gerüstet sind für das Thema Edge Computing und USV, erneuert APC beispielsweise sein Schulungsprogramm. Ab Oktober löst die APC Academy die bisherigen „Lunch & Learn“-Trainings ab. Die APC Academy startet am 7. Oktober mit einem Webinar über die Grundlagen der USV-Technik. Weitere Veranstaltungen gehen auf die Vorteile verschiedener USV-Topologien ein, auch das Thema Edge-Computing wird genauer betrachtet. Im Fokus steht dabei der Austausch mit IT-Fachhändlern und Systemhäusern. Durch regelmäßige Teilnahme können Partner Punkte sammeln, die Gewinner werden dann jeweils zum Quartalsende mit Preisen von APC belohnt. Details zu den Teilnahmebedingungen finden sich im Online-Partnerportal von APC. Hier gibt es auch weitere Infos zu den einzelnen Veranstaltungsterminen sowie eine Anmeldemöglichkeit.

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