Das Cloud-Erweiterungsmodell von SAP und Möglichkeiten der Lizenzoptimierung

SAP-Lizenzierung in Zeiten des Wandels

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SAPs Erweiterungsmodell - Extension Policies

Ein Thema, das die Kunden bewegt, seit sich SAP die Cloud-Strategie auf die Fahnen geschrieben hat, ist das lizenzmäßige Zusammenspiel von On-premise-Installationen und der Cloud-Nutzung, aber auch zwischen On-premise und On-premise. Das neudeutsche Zauberwort hierfür lautet „Extension Policies“.

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SAP kündigte am 24. Juli 2013 an, dass Kunden ihre Investitionen in SAP-On-Premise-Lösungen teilweise oder komplett auf den Erwerb neuer SAP-Cloud-Anwendungen verlagern können. Dies soll durch den Neukauf von SAP-Cloud-Anwendungen in Verbindung mit einer entsprechenden Teilkündigung von Lizenz-Nutzungsrechten und Pflegegebühren für in die Cloud verlagerte Anwendungen abgebildet werden.

Das am 21.8.2013 konkretisierte Cloud-Erweiterungsmodell lässt SAP-Kunden die Wahl, Elemente ihrer installierten On-Premise-Lösungen in die Cloud zu verlagern und sowohl die betreffenden On-Premise-Lizenzen als auch die Wartung in eine Cloud-Subskription umzuwandeln. Anknüpfend an dieses Modell bietet die SAP ihren Kunden auch die Möglichkeit, ihre On-Premise-Lizenzen und die dazugehörige Wartung durch ausgewählte Lösungen aus dem On-Premise-Portfolio der SAP zu ersetzen. Der Sinn ist die Förderung der Innovation bei den Kunden.

Die Walldorfer sehen die Extension Policies selbstredend positiv. „SAP bietet seinen Kunden mit den Erweiterungsmodellen Flexibilität und Auswahlmöglichkeiten“, erläutert Martin Gwisdalla. „Indem die Kunden sich für eine Erweiterung in die Cloud entscheiden, profitieren sie von einer sicheren Cloud- und auch Hybridumgebung, die von SAP bereitgestellt und unterstützt wird. Das dafür notwendige Investment basiert auf der individuellen Situation und IT-Landschaft eines Kunden und der Geschäftsprozesse, die (teilweise) in die Cloud verlagert bzw. dort erweitert abgebildet werden sollen.“

Da in den Cloud Services nicht nur die Software- Funktionalitäten wie bisher in den On-premise-Lizenzen für die Kunden verfügbar seien, sondern darüber hinaus etliche Services und Kosten der Infrastruktur enthalten seien, reduziere sich das Total Cost of Ownership (TCO) für die Kunden teilweise erheblich. „Somit verlagern sich die Aufwendungen dieser Services und Hardwarekosten, die bei einer On-premise Lösung entstehen, in das Cloud-Investment“, so Gwisdalla weiter. Aber auch der funktionale Anteil sei zu berücksichtigen, denn Kunden wechselten ja typischerweise nicht einfach Lösungen 1:1 aus, sondern verbreiterten häufig Nutzungsszenarien im Cloud-Bereich, beispielsweise im Talent Management.

„Angesichts dieser Mehrwerte“, so der Sprecher weiter, „erwarten wir eine Ausweitung des Investments in SAP, der ein klarer Mehrwert bei insgesamten TCO und beim Geschäftswert aus der Lösung gegenüber steht. Sonst würden unsere Kunden diesen Weg ja auch nicht beschreiten.“

Das Extension-Programm sei sehr erfolgreich angenommen worden, vermeldet Gwisdalla: „Gerade auch für die Erweiterung in die Cloud sehen wir in den deutschsprachigen Ländern (DACH) großes Interesse.“ Auf dem Service Market Place der SAP, auf den alle Kunden Zugriff haben, seien die Voraussetzungen für diese Modelle genau erläutert. „Besonders hervorgehoben wird die substanzielle Ausweitung von Flexibilität gegenüber früheren Modellen.“

Interessant ist für den Gartner-Analysten Christian Hestermann, „dass die Migration in die Cloud den SAP-Kunden auf lange Sicht teurer zu stehen kommt als das bisherige Lizenzmodell.“ Für SAP rechnet sich der Cloud-Betrieb einer Kundenanwendung erst nach vier Jahren, dann aber besser als das Lizenzmodell. Das erläuterte der SAP-Finanzvorstand Luka Mucic im September 2014. Außerdem bestehe im Abo-Modell des Cloud-Betriebs weniger Druck, durch Preisnachlässe für Kunden die Vertriebsbilanz zum Quartalsende zu verschönern: Es gibt sie nicht mehr, sondern nur noch Monatsgebühren.

Umfassende Beratung seitens der DSAG

Diese Themen sind komplex, und so hofft der SAP-Kunde auf Unterstützung seitens der DSAG. Keineswegs vergebens. DSAG-Arbeitsgruppen helfen mit ihrem Wissen, berichtet Oczko. „Wir bieten auch Webex-Sessions zum LAW, zur neuen Preisliste und zur Systemvermessung an.“ In den AGs finde ein reger Informationsaustausch statt. Allerdings will die DSAG herstellerneutral bleiben und gibt daher keine Empfehlungen ab, was die Wahl von SAM-Lösungen anbelangt. Auch sei dies ein zu individuelles Problem.

SAP empfiehlt jedem Kunden, der sich für die Erweiterungsmodelle interessiert, das Thema direkt im individuellen Gespräch zu klären. Alle Basisregeln lägen ja transparent zur Einsicht vor. „Beachten sollten Kunden, dass sie die Erweiterungsmodelle bei der Überlegung einer Neuinvestition in Betracht ziehen sollten und immer den Einzelfall mit ihrem verantwortlichen SAP-Kontakt bzw. -Vertriebsmitarbeiter diskutieren“, empfiehlt Gwisdalla. „Die individuelle Sachlage bei jedem Kunden und den jeweiligen Verträgen erfordert eben immer eine individuelle Betrachtung, so etwa zu der Frage, wie und welche bestehenden Lizenzen überhaupt aus der Nutzung herausgenommen und welche neuen Cloud-Lösungen dagegen angesetzt werden sollen und können.“

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