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Das Cloud-Erweiterungsmodell von SAP und Möglichkeiten der Lizenzoptimierung

SAP-Lizenzierung in Zeiten des Wandels

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Die Optimierung einer SAP-Lizenzstruktur ist ein umfangreicher, durchdachter und regelmäßig zu wiederholender Prozess.
Die Optimierung einer SAP-Lizenzstruktur ist ein umfangreicher, durchdachter und regelmäßig zu wiederholender Prozess. (Bild: Circle Unlimited AG)

Änderungen im Lizenzmodell von SAP haben zu einem erhöhten Beratungsbedarf geführt. Das gilt insbesondere für den Umstieg oder die Erweiterung bestehender SAP-Installationen in die Cloud. Es gibt bereits eine Reihe von Hilfestellungen seitens der Hersteller von ERP- und SAM-Lösungen, teils seitens der Anwendergruppen.

Das Lizenzmodell der SAP SE (Standard Edition) basiert auf Typen von definierten Nutzern (Named User), etwa für Gelegenheitsnutzer, Professionals und Entwickler. Je nach Typ kostet die Named-User-Lizenz unterschiedlich viel. Für die Professional-User-Lizenz sind beispielsweise 3200 Euro zu zahlen, für die Entwicklerlizenz etwa das Doppelte (ERP-Preise). „Der Professional User ist per Default im SAP-System für das System-Audit eingestellt“, berichtet Andreas Oczko, bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG zuständiger Vorstand für Operations/Service und Support.

Es gibt aber auch günstigere Nutzertypen, und mit etwas Verhandlungsgeschick und einer Software für ausgefeiltes Software Asset Management lassen sich die nötigen Investitionen in Lizenzen günstiger gestalten. Ein Optimierungsgrad von 30 Prozent oder mehr ist nach Angaben des SAM-Anbieters Circle Unlimited erzielbar.

Neue SAP-Preisliste

SAP hat indes Anfang 2014 eine neue Preisliste für seine Lizenzen eingeführt und damit seine Kundschaft teils verunsichert, teils verärgert. „Zwar ist die Anzahl der Usertypen gestiegen. Die Flexibilität im Sinne des Kunden ist aber verloren gegangen“, kritisiert Andreas Oczko. Alle Nutzertypen basieren auf Anwendungsszenarien, so auch der nunmehr abgeschaffte Typ des Limited Professional Users. SAP kam zu dem „Ergebnis, dass die allermeisten Anwendungsszenarien des Limited Professional Users von bereits existierenden Named User-Kategorien abgedeckt werden“, erläutert Martin Gwisdalla, Limited Professional Users Senior Specialist Services, Support & RDS Communications, SAP Deutschland, die Änderungen.

Ebenfalls nicht so gut kam bei den Mitgliedern der DSAG an, dass SAP die Grundlagen der Bemessung von Engines geändert hat. Oczko moniert, dass „vielfach die Metrik auf die Kenngröße ‚Umsatz‘ geändert wurde. Umsatz hat aber oftmals nichts mit dem Wert der Engine für den Nutzer zu tun. Zudem können Nachlizenzierungen fällig werden, ohne dass sich die Nutzung verändert hat: Als Metrik für den Typ von Lizenz dient jetzt der Umsatz statt Rechenkerne oder Rechner.“ Das befinde sich im Widerspruch zum Business Case des jeweiligen Kunden und bedeute ein „unkalkulierbares Risiko für Bestandskunden“, etwa bei Zukäufen, Fusionen usw.

Zu einer zusätzlichen Preisexplosion droht es seiner Ansicht nach zu kommen, weil nun statt der gewohnten Einzelposten das Bundling von Produkten obligatorisch werde. Das Unbundling sei zudem schwierig. Immerhin: „Wenn ein SAP-Kunde bestimmte Lizenzen nicht mehr benötigt, etwa weil das Produkt nicht mehr von SAP weiterentwickelt wird, kann diese nun unter gewissen Rahmenbedingungen stilllegen, ohne den Wartungsanspruch für die restlichen Lizenzen zu verlieren“, so Oczko. Die Teilstilllegung ohne Neukäufe sei aber weiterhin eine offene Frage.

Im Hinblick auf SAM ist die License Administration Workbench (LAW) 1.0 in jedem ERP-System zu finden, um damit Reports zu erstellen, wohingegen sich LAW 2.0 nur in neuen Systemen findet. Der Haken dabei: „SAP BusinessObjects wird von der LAW tatsächlich noch gar nicht erfasst“, so Oczko. „Auch die Metrik dafür wird ständig geändert. Derzeit sind keine BusinessObjects-Landschaften vermessbar.“

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