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Chatbots und ­Schweinebraten

Oracle setzt auf disruptive Technologien

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Welche Rolle wird der Mensch in durchdigitalisierten Fabriken spielen?
Welche Rolle wird der Mensch in durchdigitalisierten Fabriken spielen? (Bild: phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

Die digitale Zeitenwende schreitet voran und bringt auch in die „analoge Wirtschaft“ mehr Effizienz . Dr. Swantje Schulze, Channel-Chefin bei Oracle, will die Partner dafür rüsten.

ITB: Unter dem Schlagwort „Digitale Transformation“ wird so etwas wie ­eine Zeitenwende beschworen. Auch Oracle vermarktet unter diesem Begriff diverse Produkte und Lösungen. Was verbinden Sie damit?

Dr. Swantje Schulze, Senior Director Alliances & Channels, Oracle Deutschland
Dr. Swantje Schulze, Senior Director Alliances & Channels, Oracle Deutschland (Bild: Oracle)

Schulze: Ich habe neulich das Buch „Menschheit 2.0“ gelesen, in dem eindrücklich geschildert wird, wie große Umwälzungen in Exponentialform passieren. Erst geht es ganz langsam vonstatten, sodass man denkt, der Prozess sei linear, weil man die Kurve noch nicht merkt. Irgendwann explodiert es dann aber regelrecht, und die Kurve schießt rocketartig nach oben. Nach meinem Empfinden ist bei Oracle und den Business-Partnern von der Entwicklung her eine ähnliche Dynamik dahinter. Wir sind gerade in dieser Anstiegsphase bei der Digitalen Transformation. Ich denke, das hat zum Teil etwas damit zu tun, dass technologische Entwicklungen wie beispielsweise Prozessorleistung oder Speicherkapazität nicht stetig, sondern eben tendenziell einer exponentiellen Kurve folgen. Durch diese digitalen neuen Möglichkeiten verläuft auch der Innovationszyklus bei unseren Kunden immer schneller. Ich spreche von völlig neuen Geschäftsmodellen, die sich plötzlich auftun – wie etwa Uber. Es passieren unglaublich spannende Dinge da draußen am Markt, und die Cloud ist dafür eine grundlegende Voraussetzung.

ITB: Sie beschreiben da ein Stück weit die Theorie der schöpferischen Zerstörung von Joseph Schumpeter, bei der disruptive Technologien erst alles kurz und klein hauen, damit Althergebrachtes überwunden wird und völlig Neues entsteht. Beispielsweise als die Eisenbahn oder das Automobil auf Kosten von Pferdekutschen neue Wege im Transportwesen auftaten. Welche Technologie gibt denn diesmal die disruptiven Impulse?

Schulze: Da wären mehrere zu nennen, aber zu den wichtigsten Treibern zählen wohl mobile Lösungen für Endgeräte aus der Cloud, gepaart mit immer stärkerer Rechenleistung. Zudem schaffen Möglichkeiten der Massendatenauswertung neue Geschäftsmodelle. Wir sprechen auf Neudeutsch auch von data-driven Business.

ITB: Das Thema Analytics also...

Schulze: Genau. Ein weiterer Innovationstreiber ist Künstliche Intelligenz. Auch hier entstehen völlig neue Geschäftsformen. Aber um den großen Bogen zwischen all diesen Begriffen zu spannen: Es entsteht beim Kunden ein gewisser Druck, sich neu zu erfinden; unter anderem erinnert mich das an die Opel-Kampagne mit dem Slogan „Umparken im Kopf“. Mir gefällt auch der Satz „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.“ Umdenken müssen wir im Moment glaube ich alle: Wir tun das, unsere Kunden tun das, und unsere Partner tun das. Die Geschwindigkeit, mit der das geschieht, kann einen manchmal etwas schwindelig machen, und gleichzeitig gibt es aber auch im traditionellen Geschäft immer noch nachhaltiges Wachstum.

ITB: Ich behaupte einfach mal, dass man niemals eine real existierende Holztreppe digitalisieren oder sich einen knusprigen Schweinekrustenbraten aus der Cloud herunterladen können wird. Die Digitalisierung hat also ­ihre Grenzen und daher kann es doch in vielen Bereichen der Wirtschaft nur um Effizienzsteigerungen gehen, oder sehen Sie das anders?

Schulze: Es geht um Effizienzsteigerung in den ­Geschäftsprozessen, beispielsweise durch Automation – ganz klar. Das sehen wir beispielsweise enorm in der Automobilbranche. Hier spielt dann bereits der nächste große IT-Trend rein: IoTInternet of Things – also wenn Maschinen mit Maschinen sprechen, ohne menschliches Zutun. Schweinekrustenbraten und Holztreppen – da gebe ich Ihnen recht – wird es weiterhin „analog“ geben, wie vieles andere auch, aber die Art, wie man den Schweinebraten kauft oder wie die Holztreppe entsteht, ändert sich. Denn die skizziert man nicht mehr mit Bleistift auf Papier, sondern man kann sie vorab in 3D am Computer simulieren. Und die Cloud spielt eine zentrale Rolle in der Transformation der Wirtschaft. Sie ist deswegen so wichtig, weil sie es Unternehmen ermöglicht, ganz schnell etwas aufzubauen und wieder zu ändern...

ITB: Sie meinen wegen As-a-Service-Modellen, bei denen Dienste schnell gebucht und genauso schnell wieder zum Ende des Monats gekündigt sind.

Schöpferische ­Zerstörung durch IT

Oracle setzt auf disruptive Technologien

Schöpferische ­Zerstörung durch IT

06.02.18 - Der Ökonom Joseph Schumpeter hat nicht nur Begriffe wie „Innovation“, „Wagniskapital“ und „­Firmenstrategie“ etabliert, sondern beschreibt mit seiner Theorie der schöpferischen Zerstörung ziemlich gut, wie Smartphones, die Cloud, KI und IoT die Wirtschaft und die Gesellschaft im Internetzeitalter ruppig und nachhaltig umbauen. Das Beispiel Oracle verdeutlicht die Marschroute. lesen

Schulze: Ja. Der Kunde muss sich keine großen Server anschaffen, die er auf vier Jahre ­abschreibt, sondern mietet einen Dienst an, der schnell wieder abbestellt werden kann und der auch viel schneller zur Verfügung gestellt werden kann, als es mit Lieferzeiten und Inbetriebnahme-Aufwand in der Vergangenheit abgebildet werden konnte. Und da kommt noch hinzu, dass die Anwendungen 24x7 an jedem Ort der Erde aufgerufen werden können.

ITB: Wie beeinflusst dieser Wandel das ­Tagesgeschäft der Oracle-Partner?

Ein Chatbot kann Fragen beantworten, ist aber eher Suchmaschine als Künstliche Intelligenz.
Ein Chatbot kann Fragen beantworten, ist aber eher Suchmaschine als Künstliche Intelligenz. (Bild: chesky - stock.adobe.com)

Schulze: Klassische Infrastrukturpartner, die früher Server und rechenzentrumsnahe Dienstleistungen verkauft haben, entwickeln sich tendenziell zu Beratern rund um die Cloud, beispielsweise um funk­tionierende Hybrid-Cloud-Konzepte zu entwickeln. Klassische Hoster, die schon in der Vergangenheit die gesamte IT des Kunden gehostet haben, mixen heute als Service-Provider ihre eigenen Dienstleistungen mit unseren Cloud-Offerings wie Backup. Und auch an Entwicklern, also den ISVs, geht der technologische Wandel nicht vorbei: Die überführen ihre Lösungen immer stärker auf unseren IaaS-Layer und praktizieren zunehmend das angesprochene native Cloud Development. So können sie beispielswiese Analytics-Funktionen oder Chatbots integrieren. Wir haben für diese Partner verschiedene Programme aufgesetzt. Beispielsweise finanziert Oracle externe Berater, die unseren Partnern in Workshops dabei helfen, sich ein Stück weit neu zu erfinden – in Hinblick auf neue Technologien, Preismodelle und Go-to-Market-Strategien. Wir können nicht alle Partner damit beglücken, aber Oracle-Partner, die Interesse haben und bereit sind, auch ihrerseits personell zu investieren, können sich gerne bei mir persönlich unter swantje.schulze(at)oracle.com melden.

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