Ausbau des Portfolios Nuvias positioniert sich als Spezialist für SD-WAN und SASE

Autor: Michael Hase

Mit Versa und Cato hat Nuvias zwei Hersteller gezeichnet, die Lösungen für SD-WAN und SASE entwickeln. Da auch andere Anbieter aus seinem Portfolio diese Konzepte adressieren, baut der Distributor den Themenkomplex zu einem strategischen Kompetenzfeld aus.

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Die Konzepte SD-WAN und SASE zielen auf flexible und sichere Weitverkehrsnetze ab.
Die Konzepte SD-WAN und SASE zielen auf flexible und sichere Weitverkehrsnetze ab.
(Bild: greenbutterfly - stock.adobe.com)

Die Anforderungen an das Netzwerk haben sich in Unternehmen durch die Digitalisierung erhöht. Die steigende Zahl von Workloads in der Cloud, die Zunahme mobiler Nutzer, die engere Verzahnung mit Lieferanten und Kunden machen flexiblere und effizientere Konzepte für die Vernetzung von Standorten, IT-Ressourcen und Mitarbeitern notwendig. Eine Antwort auf ­diese Herausforderung ist das Software-defined Wide Area Network, kurz SD-WAN. Das Konzept ermöglicht agile, zentral zu managende Netze, in denen sich der Datenverkehr auf intelligente Weise unter Performance-, Security- und Kostenaspekten steuern lässt.

Helge Scherff, Zentraleuropachef bei Nuvias, möchte Partnern ein SD-WAN-Potrfolio bieten, das möglichst viele Kundenanforderungen abdeckt.
Helge Scherff, Zentraleuropachef bei Nuvias, möchte Partnern ein SD-WAN-Potrfolio bieten, das möglichst viele Kundenanforderungen abdeckt.
(Bild: Nuvias)

Beim Distributor Nuvias hat man auf die wachsende Marktbedeutung von SD-WAN reagiert. Der Netzwerk- und Security-Spezialist beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit intensiv mit dem Konzept und hat ­zusätzliche Kompetenz dafür aufgebaut. Mehrere Herstellerpartner der internationalen Gruppe wie Fortinet, Juniper, Kaspersky, die Nokia-Tochter Nuage Networks, Riverbed oder Watchguard bieten Technologien für SD-WAN an. Zudem hat Nuvias das Portfolio in den vergangenen Monaten um die beiden Hersteller Versa und Cato Networks erweitert. Ein Motiv für die Aufnahme der beiden Neuzugänge lag darin, den Partnern zusätzliche SD-WAN-Lösungen anzubieten, die auf den Bedarf von Mittelständlern zugeschnitten sind.

VAD für den Mittelstand

Dieses Marktsegment ist für den VAD von zentraler Bedeutung. „Anders als einige Mitbewerber, die sich eher auf das Enterprise-Geschäft fokussieren, sind wir traditionell stark auf den Mittelstand ausgerichtet“, erläutert Helge Scherff, Regional Vice President für Zentraleuropa bei Nuvias, im Gespräch mit IT-BUSINESS. In diesem Marktsegment beobachtet man bei dem Distributor einen gewissen Nachholbedarf in puncto SD-WAN, während das Lösungskonzept „bei Großunternehmen bereits erfolgreich eingesetzt wird“.

Dass sich Mittelständler mit SD-WAN tendenziell schwerer tun als Konzerne mit großen IT-Abteilungen, mag an der Komplexität des Ansatzes liegen. Dafür sind die Anforderungen ans Netzwerk im SMB-Segment in der Regel niedriger. Allerdings steigen sie auch dort. Ein Grund dafür ist aktuell die starke Zunahme von Remote-Arbeitsplätzen, die auch nach der Coronakrise nicht wieder komplett verschwinden dürften.

Technologien wachsen zusammen

Sowohl Versa als auch Cato geht es darum, die Komplexität, die mit dem Aufbau und Betrieb sicherer WAN-Infrastrukturen verbunden ist, zu reduzieren. Im Detail unterscheiden sich die Ansätze der beiden Anbieter im Detail. Ihren Lösungen ist indes gemeinsam, dass sie auf einem Cloud-Modell basieren. Zudem setzen sich beide Hersteller auf ihre Weise mit der Konvergenz von Technologien für SD-WAN und Netzwerk-Security auseinander, wofür die Analysten von Gartner den Begriff Secure Access Service Edge (SASE) geprägt haben.

Nuvias hat die Zusammenarbeit mit Versa Networks im Mai 2019 aufgenommen. Seit April dieses Jahres unterstützt der Distributor den kalifornischen Anbieter bei der Markteinführung von dessen Angebot Versa Titan in der EMEA-Region. Dabei handelt es sich um eine SD-WAN-Lösung, die in der Cloud bereitgestellt und gemanagt wird. Sie soll für dezentral aufgestellte Unternehmen die Inbetriebnahme und Verwaltung von Weitverkehrsnetzen vereinfachen. Der Service bietet Features wie Routing, Netzwerkanalyse, Nutzer- und Support-Portale ebenso wie essenzielle Sicherheitsfunktionen wie Next-Generation Firewall und Unified Threat Management (UTM), die für die besonderen Risiken dezentraler Netzwerke ausgelegt sind. Da Versa Titan multimandantenfähig ist, eignet sich die Lösung auch für MSPs, die Kunden den Betrieb einer WAN-Infrastruktur als Managed Service anbieten.

Erweiterte Security-Funktionen

Einen Schritt weiter in puncto Security geht Cato Networks. Mit dem israelischen Hersteller, der nach eigenen Angaben über die weltweit erste SASE-Plattform verfügt, hat Nuvias im April 2020 ein EMEA-weites Distributionsabkommen vereinbart. Laut Gartner verbindet SASE den SD-WAN-Ansatz mit Sicherheitskonzepten wie Secure Web Gateway (SWG), Cloud Access Security Broker (CASB), Firewall as a Service (FWaaS) und Zero Trust Network Access (ZTNA).

Auf Basis dieser Definition hat Cato eine Cloud-Plattform entwickelt, mit der sich klassische WANs in flexible, skalierbare Infrastrukturen transformieren lassen. Diese Netze sollen es Unternehmen ermöglichen, Mitarbeitern an allen Standorten ebenso wie mobilen Nutzern, einen sicheren Zugriff auf sämtliche ­Applikationen zu bieten, gleichgültig ob sie On Premises oder in der Cloud bereitgestellt werden. Auch wenn sich Cato-Netzwerke relativ einfach durch die Kunden selbst managen lassen, haben Partner doch die Option, komplementäre Leistungen wie Configuration & Change Management oder Managed Threat Detection & Response zu erbringen.

Mit Versa und Cato ergänzt Nuvias somit das bestehende SD-WAN-Portfolio um zwei innovative Ansätze. Ziel des Distributors ist es, Partnern ein möglichst breites Spektrum an Lösungen für unterschiedlichste Kundenanforderungen zu bieten. „Wenn es um SD-WAN geht, wollen wir der ­Go-to Guy im Channel werden“, betont Zentraleuropachef Scherff. Soll heißen: Wenn sich ein Fachhändler mit dem Thema befasst, kommt er an Nuvias nur schwer vorbei.

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