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IT-Servicepreisspiegel 2020

Mehr Transparenz bei Servicepreisen

| Autor: Ann-Marie Struck

Der Servicepreisspiegel gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen.
Der Servicepreisspiegel gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen. (Bild: stockpics - stock.adobe.com)

Was darf Service kosten? Nehme ich zu viel? Verdiene ich zu wenig? Die Preisgestaltung bei Dienstleistungen oszilliert häufig zwischen Kundenvergraulen und Margendürre. Gegen diese Unsicherheit hilft nur eins: Schauen wie´s die anderen machen.

Es gibt seltene Fälle, in denen Nachfrage und Angebot für beide Seiten vorteilhaft sind. IT-Services sind genau so ein Fall: Für die Nutzer sind sie häufig ein Ausweg aus chronischer Überlastung der IT-Abteilung, samt Fachkräftemangel und Digitalisierungsdruck. Für die Anbieter sind die entsprechenden Dauerschuldverhältnisse lukrativ und erhöhen die Planungssicherheit – wenn sie denn im Alltag richtig umgesetzt werden. Und dieses „richtig“ fängt bei marktgerechten Preisen an und hört bei optimierten internen Strukturen auf.

Einen praxisnahen Ein- und Überblick über die aktuelle Preissituation von IT-Dienstleistungen gibt der Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie. Über 750 Systemhäuser der verschiedenen Synaxon-Verbundgruppen haben 2019 daran Teil genommen. Und die erste und wichtigste Botschaft lautet: IT-Services erfreuen sich weiter steigender Beliebtheit und das Preisniveau flacht nicht ab, im Gegenteil: Systemhäuser können in der Regel wachsende Erlöse damit erzielen.

Stundensätze...

Sehen wir uns die Preisentwicklung von IT-Serviceleistungen nach Stunden- oder Tagessätzen im Detail an. Der aktuelle durchschnittliche Stundenpreis für IT-Leistungen liegt bei 85,19 Euro (alle Angaben netto zzgl. MwSt.). Das sind fast 3 Euro mehr pro Stunde als im Vorjahr, da lag der Stundensatz bei 82,25 Euro. Allerdings haben innerhalb der letzten zwölf Monate „nur“ 48 Prozent der Befragten ihre Preise angehoben, über die Hälfte (51,3 %) geben an, keine Veränderungen vorgenommen zu haben. Generell ist der durchschnittliche Preis für Serviceleistungen in den letzten zehn Jahren damit um 30 Prozent gestiegen, denn 2010 lag dieser bei 65,44 Euro.

...Tagessätze...

Auch die Tagessätze haben im Durchschnitt über den Vergleichszeitraum von 2017 bis 2019 signifikant zugelegt. Die Preissteigerungen verteilen sich jedoch sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Leistungsarten. So stand etwa das Thema Software-Entwicklung hoch im Kurs. Die Tagessätze von Programmierleistungen stiegen von 885,79 Euro 2018 auf 924,96 Euro 2019 an. Auch das Thema Schulungen gewinnt zunehmend an Bedeutung, was sich in den Preisen dafür widerspiegelt (2018: 773,81 Euro pro Tag; 2019: 840,11 Euro pro Tag).

Die Tagessätze für Beratungsleistung im Datenschutz sind dagegen erstaunlicherweise auf 978,81 Euro gesunken. Im Vorjahr hatte diese Leistung noch einen Zuwachs von 30 Prozent erzielt (2017: 838,39 Euro; 2018: 1.009,25 Euro). Hier macht sich offensichtlich das Abflauen des DSGVO-Hype bemerkbar, auch wenn viele Systemhäuser nach wie vor mit den damals abgeschlossen Verträgen noch gut ausgelastet sind.

...und Pauschalen

Hinsichtlich der Pauschalen für IT-Serviceleistungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Bereits in der letzten Auswertung hatte sich angedeutet, dass die Anfahrtskosten pro gefahrenen Kilometer sinken. Diese Tendenz bleibt bestehen (2017: 1,99 Euro; 2018: 1,23 Euro; 2019: 1,01 Euro).

Interessanterweise sind dagegen 2019 die Zuschläge für Notdienste, 24/7-Bereitschaften und schnelle Reaktionszeiten wieder gestiegen, nachdem sie 2018 noch gefallen waren. Die genauen Zahlen zu den verschieden Pauschalpreisen finden Sie in der Bildergalerie.

Ergänzendes zum Thema
 
Informationen zur Studie

Erweiterte Leistungserfassung

Einen bemerkenswerten Anstieg gab es im letzten Jahr beim Geschäft mit klassischen Wartungsverträgen: von 41,60 Prozent (2018) auf 50,66 Prozent (2019). Zugenommen hat aber auch der Umfang der abgerechneten Leistungen. So wird die Infrastrukturanalyse (ITA), die den Ist-Zustand bei Kunden, insbesondere bei Neukunden ermittelt, von zunehmend mehr IT-Dienstleistern in Rechnung gestellt. 2017 berechneten nur 29,9 Prozent der teilnehmenden Unternehmen eine ITA, 2018 waren es schon 35,5 Prozent und 2019 sind es satte 40,6 Prozent. Diese Werte beziehen sich auf die Abrechnung nach Aufwand. Allerdings bleibt damit auch hier noch reichlich Luft, sprich Umsatzpotenzial nach oben.

Managed Services

Ein Renner waren auch 2019 wieder die Managed Services, die für viele Systemhäuser zum wichtigsten Standbein geworden sind, mit steigender Tendenz. „Unsere Zukunft liegt im Verkauf von Managed Services," prognostiziert beispielsweise Anton Braun, Geschäftsführer vom Bizeteam Systemhaus. Eine Einschätzung, die von vielen Kollegen geteilt wird.

Zu den Topsellern der wiederkehrende Leistungen gehört das Server-Monitoring mit weiteren Services. Im Vergleich zu den Ergebnissen von 2018 hat sich die Nachfrage nach diesen Leistungen mehr als verdoppelt (2018: 21,95 %; 2019: 51,71 %). Weitere Nachfrage- und Umsatzrenner sind Hosted Exchange/ Office 365 (von 9,85 % 2018 auf 38,89 % 2019), Desktop Monitoring (von 16,46 % 2018 auf 37,88 % 2019) und Managed Backup (von 13,02 % 2018 auf 32,96 % 2019).

Nichtsdestotrotz erodieren bestimmte Preise für Managed Services. So ist beispielsweise das Server Management von 66 Euro monatlich 2017 auf 61,54 Euro 2018 gesunken. Im letzten Jahr lag der Preis dafür noch bei 58,26 Euro.

Interne Maßnahmen zur Profitabilität

Um Managed Services profitabel vermarkten zu können, ist unter anderem die Optimierung, sprich die Automatisierung der eigenen Prozesse wichtig. Dabei gilt es unter anderem, die Produktivität der Techniker zu erhöhen.

Ein wichtiges Hilfsmittel, um als Unternehmen eine Übersicht über das Tagesgeschäft zu erhalten, die Technikereinsätze zu optimieren und die entsprechenden Leistungen abrechnen zu können, sind dafür spezialisierte Ticketsysteme. Deren Einsatz ist in den letzten drei Jahren folgerichtig stetig gestiegen. 2017 kam bei 33,7 Prozent der Befragten ein dezidiertes Ticketsystem zum Einsatz, 28,6 Prozent nutzen gar keins, der Rest verwendet dafür rudimentäre Funktionen, etwa unspezifische Module aus der Warenwirtschaft. Das sieht 2019 schon anders aus: 44,6 Prozent der Partner verwenden ein dezidiertes Ticketsystem und nur noch 16,3 Prozent setzen auf Vertrauen statt Kontrolle.

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Ausblick für 2020

Und wie sieht die Zukunft des IT-Servicemarktes aus? Nach wie vor ist die größte Herausforderung für 69,9 Prozent der befragten Systemhäuser der Fachkräftemangel. Und der anstehende Umbau des Geschäftsmodells beschäftigt 50,79 Prozent der Befragten. Zu diesen beiden die Zukunftsplanungen beherrschenden Themen kommt die Sorge vor einer schwächer werdenden Konjunktur. Diese quält immerhin ein Viertel der befragten Partner. Internationale Handelskonflikte und die befürchteten negativen Auswirkungen des Brexit werden in diesem Jahr der Wirtschaft zusetzen.

Zwar bleibt trotz dieser Herausforderungen der Blick in die Zukunft weitest gehend optimistisch, in Bezug auf die Umsatzsteigerungen für das aktuellen Jahr sind die allgemeinen Erwartungen jedoch etwas zurückgegangen. 2019 erwarteten 44,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmer einen Wachstum von bis zu 20 Prozent. Für 2020 prognostizieren dies nur noch 42,8 Prozent. Vielmehr glauben 35,7 Prozent der Befragten in etwa den gleichen Umsatz wie im Vorjahr zu erzielen. Lediglich etwas über 3 Prozent vermuten einen Rückgang.

Ähnlich sieht es auch bei den Servicepreisen für 2020 aus. Die Aussichten haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, denn es planen wieder knapp 60 Prozent der Befragten eine geringfügige Anhebung der Preise, beim Rest werden die Preise voraussichtlich konstant bleiben.

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