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Künstliche Intelligenz – Segen und Fluch?

| Autor: Sarah Gandorfer

Neben großer Skepsis wird auch große Hoffnung in den neuen Megatrend Künstliche Intelligenz (KI) gesetzt.
Neben großer Skepsis wird auch große Hoffnung in den neuen Megatrend Künstliche Intelligenz (KI) gesetzt. (Bild: Photocreo Bednarek - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz (KI) und Maschine Learning (ML) gehören zu den Megatrends. Es ist sogar die Rede davon, dass sie die Welt revolutionieren und die gesamte Art, wie wir arbeiten und interagieren verändern werden.

Künstliche Intelligenz (KI) hat größeres Potenzial als die Dampfmaschine, finden die Analysten von McKinsey. Nach ihren Prognosen kann KI das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2030 zusätzlich um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr steigern. KI übertrifft somit den jährlichen Wachstumseffekt, den seinerzeit Dampfmaschinen (0,6 Prozentpunkte), Industrieroboter (0,4 Prozentpunkte) und die Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien (0,6 Prozentpunkte) erzielten. Insgesamt sei mit KI bis 2030 ein zusätzlicher globaler Wertschöpfungsbeitrag in Höhe von 13 Billionen US-Dollar möglich, so die Auguren.

Mit einem zusätzlichen möglichen BIP-Wachstum von 1,3 Prozentpunkten liegt Deutschland leicht über dem Durchschnitt und gleichauf mit China, aber hinter den USA (1,5 Prozentpunkte) und Schweden (1,7 Prozentpunkte). Da sich das Produktivitätswachstum tendenziell verlangsamt, sind Länder wie Deutschland, Frankreich oder Kanada gefordert, die Wertschöpfungspotenziale von KI zu nutzen.

Für die Studie teilte McKinsey die KI-Technologie in fünf Kategorien ein: Automatische Bilderkennung, natürliche Sprache, virtuelle Assistenten, Roboter-basierte Prozessautomatisierung und fortgeschrittenes maschinelles Lernen. Bis 2030 werden circa 70 Prozent der Unternehmen mindestens eine der genannten Technologien nutzen. „Firmen integrieren Künstliche Intelligenz zunehmend in ihre Kernprozesse. Das wirtschaftliche Potenzial ist riesig“, betont Peter Breuer, Seniorpartner im Kölner Büro von McKinsey. „KI wird zu einem Wettbewerbsfaktor; dies kann Unterschiede zwischen Unternehmen und Ländern, die diese Technologie einsetzen, und jenen, die es nicht tun, vergrößern.“

Vorteile der Nutzer

Auch Gartner ist sich sicher, dass auf KI basierende Technologien in den nächsten zehn Jahren virtuell jedem zur Verfügung stehen. Early Adopter treffen dabei auf neue Situationen und lösen Probleme, die ihnen bislang unbekannt waren. KI ist unter anderem grundlegend für folgende Technologien: Autonomes Fahren, intelligente Roboter, virtuelle Assistenten, Künstliche Intelligenz as a Service (AIaaS), autonome mobile Roboter und viele weitere.

Doch nicht nur Unternehmen wollen KI, auch Verbraucher sehen laut Gartner darin Vorteile. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie KI nutzen würden, wenn sie Aufgaben übernimmt und ihnen dadurch hilft, Zeit (58 %) sowie Geld (52 %) zu sparen. So kann mit Hilfe von KI beispielsweise das beste Angebot für einen Kauf oder die kostengünstigste Route zu einem Reiseziel gefunden werden. Allerdings haben die Nutzer auch Bedenken, wenn KI ihre Emotionen erkennen soll oder es um den Datenschutz geht.

Forbes warnt vor Gefahren

Der KI-Einsatz birgt jedoch auch Gefahren, da die Technologie Auswirkungen auf den Alltag hat. Das haben einer Forbes-Umfrage zufolge viele Unternehmen bereits verstanden und schulen ihre Mitarbeiter dementsprechend. So spüren fast 20 Prozent der Manager Widerstände ihrer Angestellten gegenüber der Technologie aus Sorge um ihren Job. 57 Prozent der Arbeitgeber äußern konkrete Besorgnis bezüglich der Auswirkungen, die KI auf die Beziehung zu ihren Mitarbeitern haben könnte, da sich diese womöglich bedroht oder überfordert fühlen könnten.

Viele führende KI-Unternehmen sprechen sich für eine Kontrolle der Technologie aus: 74 Prozent berichten von mindestens wöchentlichen Reviews ihrer KI-Ergebnisse, nur 33 Prozent der KI-„Nachzügler“ führen solch regelmäßig Kontrollen durch. 43 Prozent der KI-„Leaders“ haben einen Prozess, um fragwürdige Ergebnisse zu überarbeiten (bei den anderen sind dies lediglich 28 Prozent).

Von den Unternehmen, die bereits KI einsetzen oder dies planen, sagen 60 Prozent aus, dass sie sich um die Auswirkungen von KI auf die Kundeninteraktion sorgen – sei es, dass ihre Aktionen weniger Empathie signalisieren oder dass Kunden ihnen weniger vertrauen könnten.

Künstliche Intelligenz und die Ethik

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