Cancom Cybersecurity Report 2026 KI verschärft Bedrohungslage und stärkt zugleich die Abwehr

Von Ira Zahorsky 2 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz treibt Angriffe wie Verteidigung gleichermaßen. Neue Regulierungen und der Ruf nach Digitaler Souveränität erhöhen den Druck – bieten aber auch Chancen für mehr Resilienz, ergab der Cancom Cybersecurity Report.

Künstliche Intelligenz ist ein zweischneidiges Schwert: Zwar unterstützt sie in der Cyberabwehr, aber sie hilft natürlich auch den Angreifern.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Künstliche Intelligenz ist ein zweischneidiges Schwert: Zwar unterstützt sie in der Cyberabwehr, aber sie hilft natürlich auch den Angreifern.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Cyberangriffe zählen weiterhin zu den größten Geschäftsrisiken für Unternehmen. Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz die Dynamik zwischen Angreifern und Verteidigern spürbar. Das zeigt der aktuelle Cyber Security Report 2026 von Cancom, der Bedrohungstrends, Praxiserfahrungen und regulatorische Entwicklungen zusammenführt.

KI arbeitet für beide Seiten

Ein zentrales Ergebnis: KI entwickelt sich zum Beschleuniger der Bedrohungslage. Angreifer nutzen sie bereits, um Phishing-Kampagnen zu automatisieren, Identitäten zu fälschen oder Schutzmechanismen gezielt zu umgehen. Auch Deepfake-Technologien kommen verstärkt zum Einsatz, etwa bei gefälschten Bewerberprofilen. Ziel ist es, sich Zugang zu Unternehmen zu verschaffen, ohne frühzeitig aufzufallen. Solche Angriffe verschieben den Fokus von rein technischen Schwachstellen hin zu prozessualen und organisatorischen Risiken.

Alexander Ernst, Director Competence Center – Network & Security bei Cancom(Bild:  Anja Epkes)
Alexander Ernst, Director Competence Center – Network & Security bei Cancom
(Bild: Anja Epkes)

„Artificial Intelligence verschiebt die Kräfteverhältnisse in der Cybersecurity radikal“, sagt Alexander Ernst, Director Competence Center – Network & Security. „Entscheidend ist, wer AI besser einsetzt: Angreifer oder Verteidiger.“

Automatisierte Abwehr gewinnt an Relevanz

Gleichzeitig verbessert KI die Verteidigung. Moderne Sicherheitslösungen erkennen Anomalien schneller, analysieren Vorfälle automatisiert und verkürzen Reaktionszeiten. Der Vorteil liegt vor allem in der Skalierung: Während manuelle Analysen an Grenzen stoßen, können KI-gestützte Systeme große Datenmengen kontinuierlich auswerten und Angriffe frühzeitig eindämmen. Entscheidend bleibt jedoch die Qualität der Implementierung und die Integration in bestehende Security-Prozesse.

Regulatorik und Souveränität rücken in den Fokus

Neben der technologischen Entwicklung wächst der regulatorische Druck. Vorgaben wie NIS2, DORA, der Cyber Resilience Act und der AI Act zwingen Unternehmen, ihre Sicherheitsprozesse zu überprüfen und anzupassen. Der Report bewertet diese Anforderungen nicht nur als Pflicht, sondern als Hebel für mehr Struktur in der IT-Sicherheit und ein systematisches Risikomanagement. Richtig umgesetzt, lassen sich regulatorische Anforderungen nutzen, um:

  • Sicherheitsprozesse zu standardisieren
  • Risiken systematisch zu erfassen
  • Incident-Response-Fähigkeiten zu stärken
  • die eigene IT-Landschaft resilienter auszurichten

Unternehmen, die Regulierung rein formal abarbeiten, verschenken dagegen Potenzial und erhöhen langfristig ihr Risiko.

Parallel gewinnt Digitale Souveränität an Bedeutung. Die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern rückt stärker in den Fokus – insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen. Souveränität bietet:

  • Transparenz über eingesetzte Systeme
  • Kontrolle über Daten und Infrastrukturen
  • Fähigkeit zu unabhängigen strategischen Entscheidungen
  • Resilienz gegenüber externen Einflüssen

Fazit: Wettbewerb um den besseren KI-Einsatz

Der Cancom-Report, der nach Registrierung kostenfrei heruntergeladen werden kann, zeichnet ein klares Bild: Cybersecurity entwickelt sich von einer reaktiven Disziplin zu einem strategischen Faktor für Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. KI ist hierbei kein optionales Werkzeug mehr, sondern zentraler Faktor im Wettbewerb zwischen Angreifern und Verteidigern.

Für IT-Systemhäuser ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Kunden benötigen Unterstützung bei der Verzahnung von Compliance, Security-Betrieb und moderner Technologie. Gefragt sind integrierte Ansätze, die Beratung, Betrieb und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle verbinden.

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