KI soll dieses Jahr vom Experiment zum Mainstream reifen und Geld bringen. Lenovo-Deutschlandchef Oliver Rootsey schwört die Partner darauf ein, diesen Zug nicht zu verpassen. Große Wachstumschancen sollen auch die IT-Services bieten.
Für Oliver Rootsey, seit April Executive Director und General Manager GAT (Germany, Austria) bei Lenovo, ist KI inzwischen im Mainstream angekommen und soll in Unternehmen Geld bringen statt nur Kosten zu verursachen.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Der Channel Kick-off 2025 von Lenovo in München hatte durchaus Symbolcharakter: Das Bergson Kunstkraftwerk in Aubing war früher ein Kohle-Heizwerk. Jetzt ist es ein Kultur- und Veranstaltungsort, in es beim Channel Kick-off vor allem um die Richtung ging, in die sich die digitale Transformation bewegt – mit Künstlicher Intelligenz als einem wesentlichen Treiber.
Die Ausgaben für KI in Unternehmen werden sich laut einer aktuellen IDC-Studie verdreifachen, erklärte Oliver Rootsey, seit April Lenovo-Deutschlandchef. Laut der Studie werden bis zu 20 Prozent der IT-Budgets in KI fließen. Das Ziel sei es, Kosten zu senken, Fehler zu vermeiden und den Service zu optimieren. Lenovo erwartet dieses Jahr eine Vervierfachung der KI-Projekte. Daher sagt Rootsey: „Wenn sich Use Cases in diesem Tempo entwickeln, dann stellt sich nicht mehr die Frage, ob KI relevant ist – sondern nur noch: Führen wir – oder passen wir uns an?“
Der Lenovo-Manager geht davon aus, dass es einen Bedarf an geräteübergreifender KI geben wird, mit einem starken Fokus auf DSGVO-Konformität, die sich auf der Ebene persönlicher Devices wie KI-Notebooks durchsetzen lässt. Zudem dominieren laut IDC-Report „It’s Time for AI-nomics“ schon heute hybride KI-Modelle. Und genau das ist laut Rootsey eine Stärke seines Unternehmens.
Die Partner werden mit dem AI-Fast-Start-Programm unterstützt. So könnten gemeinsam mit Kunden produktionsreife KI-Anwendungen innerhalb von 90 Tagen erstellt werden, mit Hardware, Software und dem notwendigen Expertenwissen von Lenovo. Allerdings müssen sich die Partner dafür auch selbst qualifizieren, betont der Deutschlandchef. Dazu bedarf es „des nötigen Eigeninvests, des richtigen Partners und einer cleveren Strategie“.
Bei den über die Distribution verkauften Notebooks und PCs habe Lenovo gemeinsam mit den Partnern inzwischen einen Marktanteil von 50 Prozent erreicht, erklärt Rootsey. Weiteres Potenzial ergebe sich durch das Support-Ende von Windows 10 und durch lokale KI bei Copilot+-Geräten. Hier soll in den kommenden vier Monaten der Channel durch Tools, Marketing und vor allem durch die ausreichende Verfügbarkeit von Geräten unterstützt werden. Dafür habe Lenovo schon vor Jahren die richtigen Weichen gestellt. „Unsere Lieferketten sollten resilient, effizient und vor allem kundennah aufgestellt sein – und genau das ist uns gelungen“, so Rootsey bei seiner Keynote. So sichern neue Produktionsstandorte wie der in Saudi Arabien regionale Nähe und Lieferstabilität. Zudem biete die Firma Technologielösungen auch außerhalb Chinas auf Top-Niveau. Damit sieht der Manager sein Unternehmen auch beim Thema digitaler Souveränität gut aufgestellt.
Den Lösungsansatz stellt auch Michael Neuhold, als deutscher Channel-Chef-Nachfolger von Rootsey, in den Vordergrund. Lenovo setze generell auf ein Vollsortiment-Konzept, das Hardware, Services, Software und Zubehör kombiniere. Das erhöhe die Kundenbindung und die Marge, betont Neuhold auf dem Kick-Off. Im Mai wurde mit TopChoice Express zudem ein System eingeführt, das die Geschwindigkeit im Channel-Geschäft erhöhe. Es übertrage die Rezepte des Client-Business auf das Infrastrukturgeschäft. Durch im ungarischen Werk vorgebaute Lösungen soll schnelle Verfügbarkeit, Preisstabilität und schnellere Lieferung gewährleistet werden. Mit Category Management gibt der Hersteller zudem Empfehlungen für verschiedene Konfigurationen.
Wie Rootsey ergänzt, stellen vor allem die TI-Services von Lenovo ein Feld mit starkem Wachstum dar, da Geschäftsmodelle heute zunehmend aus Service-Konzepten entstehen: „Kunden verlangen nicht nur Produkte – sie wollen Lösungen. Sie wollen Beratung.“
Die Bedeutung von KI-Lösungen für das Datacenter- und Edge-Geschäft hob auch Dieter Stehle hervor, General Manager bei der Lenovo Infrastructure Solution Group DACH. Für ihn erfordern erfolgreiche KI-Projekte die enge Zusammenarbeit von Lenovo und den Partnern, die dafür aber auch Engagement zeigen müssen. „Stillstand bedeutet Rückschritt mit Lichtgeschwindigkeit“, mahnt der Manager. Er sieht vor allem einen Trend zu hybriden KI-Lösungen, da immer mehr Kunden Workloads aus der Cloud zurückholen, wenn sie dort kostspieliger sind, als im lokalen Rechenzentrum. Viel Geld gehe derzeit in AI-Factories. Hier müssen die Partner schnell reagieren können. Stehle betont dabei die Vorteile des Truscale-Modells mit schnellem Ausrollen, Flexibilität und Skalierbarkeit. Den Partnern verspricht er eine Vereinfachung bei der Angebotserstellung. Weitere wichtige Punkte für das Datacenter seien der Kauf von Infinidat für eine Abrundung des Storage-Portfolios sowie eine engere Kooperation mit Cisco bei Netzwerklösungen.
Stand: 08.12.2025
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Florian Richter, Market Leader Solutions & Services Group DACH bei Lenovo, weist auf das von IDC für Lenovo erstellte CIO Playbook 2025 hin. Demnach sollen sich die IT-Ausgaben für KI in diesem Jahr gegenüber 2024 verdreifachen. Allerdings erwarten die Unternehmen dabei auch einen entsprechenden Return of Investment. Unterstützt werden sollen die Partnern dabei durch das in Kooperation mit Nvidia entwickelte Lenovo-AI-Fast-Start-Programm. So können Kunden diese Ziele auch erreichen.