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IT-Security im Systemhausgeschäft

| Autor: Dr. Andreas Bergler

Mit einer kleine Flotte Karacken brach Ferdinand Magellan vor 500 Jahren zu neuen Ufern auf. Fernao Networks bricht indessen zum MSP-Geschäft auf.
Mit einer kleine Flotte Karacken brach Ferdinand Magellan vor 500 Jahren zu neuen Ufern auf. Fernao Networks bricht indessen zum MSP-Geschäft auf. (Bild: grechsantos - stock.adobe.com)

Unternehmen tragen heute viele neue Anforderungen an ihre Sicherheitsanbieter heran. Hendrik Sauer von Fernao Networks sieht darin die Notwendigkeit, zu neuen Ufern aufzu­brechen: weg vom klassischen Systemhaus, hin zum umfassenden Security-Dienstleister. Diesen Weg geht er seit knapp fünf Jahren mit der Fernao-Gruppe.

Das Systemhaus Magellan Netzwerke stand Pate bei der Namensgebung der 2015 gegründeten und auf Security spezialisierten Unternehmensgruppe Fernao Networks. Die Gruppe, in die Magellan integriert wurde, verfolgt eine klare Buy-&-Build-Strategie und akquirierte innerhalb weniger Monate das IT-Systemhaus Cano Systems, den schweizer Cloud-Spezialisten Somnitec, den Berliner ITK-Lösungsintegrator Globits sowie die auf Security ausgerichtete Netzwerk Kommunikationssysteme. Danach folgten Zukäufe aus den Bereichen Security und Netzwerke, wie Optimabit, Alps, Wenovate, Datadirect und xiv-Consult. Inzwischen vereint die Gruppe neun Töchter unter einem Dach und beschäftigt insgesamt 600 Mitarbeiter.

Spezialisierung und Managed Security Services

Hendrik Sauer, Geschäftsführer von Fernao Networks
Hendrik Sauer, Geschäftsführer von Fernao Networks (Bild: Fernao Networks)

„Mit Hilfe der Kompetenzen unserer Töchter decken wir die große Klaviatur der ­Security ab“, so Hendrik Sauer, Geschäftsführer bei Fernao. „Dabei sehen wir uns ­weniger als klassisches Systemhaus, sondern vielmehr als spezialisierter Dienstleister.“ Eine Ausrichtung, die nach Meinung von Sauer der allgemeinen Marktentwicklung entspricht. Auch wenn die lokale Implementierung von IT-Infrastrukturen ­immer zum Basisgeschäft des Channels ­gehören wird, kommen doch weitere ­Aspekte hinzu. Systemhäuser sind mit der zunehmenden Verlagerung von Prozessen in die Cloud, dem Kundenwunsch nach zentralisierter Administration und automatisierten Workflows sowie unzähligen neuen IP-basierten Systemen aus dem Produktionsumfeld (IIoT) konfrontiert.

Künftig müssen Alarmanlagen, Videoüberwachungen, Zutrittskontrollen, Brandmelder, Produktionsstraßen, automatisierte Hochregallager, Kühlanlagen oder auch ­autonome Fahrzeuge in IT-Security-Konzepte eingebunden und im SIEM überwacht werden. Dies entspricht nur noch in Ansätzen den herkömmlichen Aufgaben eines Systemhauses und verlangt eine Neuorientierung des Geschäftsmodells. Hinzu kommt: Im Zeitalter des Fachkräftemangels werden immer weniger Unternehmen in der Lage sein, ihren IT-Schutz komplett selbst zu implementieren und zu verwalten. Managed Services schaffen hier mehr und mehr Abhilfe.

Im Portfolio von Fernao befinden sich inzwischen über 20 Managed Security Services, die den gesamten IT-Sicherheitsprozess in Unternehmen von Anfang bis Ende begleiten sollen. Sie dienen dazu, Risiken zu erkennen, Prävention aufzubauen und die Eintrittswahrscheinlichkeit von Sicherheitsvorfällen zu reduzieren sowie letztendlich durch gezielte und geplante Reaktionen die Auswirkungen eines möglichen Vorfalls einzudämmen. Zu den MSP-Leistungen zählen Managed Threat Detection & Alerting, die Bereitstellung von Pentesting und Vulnerability Management ­genauso wie das Angebot an Awareness Services, Incident Response und Business Continuity Management sowie die Betreuung klassischer Schutz-Technologien wie NexGen Firewalls, SIEM, EDR und Cloud Security.

Am Anfang steht immer die Bestandsanalyse, erklärt Hendrik Sauer. Denn die Anforderungen an die IT-Sicherheit sind in ­jedem Unternehmen äußerst individuell: unterschiedliche Arbeitsabläufe, IT-Infrastrukturen, Compliance-Vorgaben, Reifegrade der IT Security und vieles mehr. ­Diese Heterogenität bildet Fernao mit den MSSP-Leistungen ab. „Die Security- und Cloud-Expertise unserer Töchter ermöglicht es uns, für jeden Anwendungsfall eine maßgeschneiderte Sicherheitsstrategie aufzusetzen und Kunden durchgängig zu beraten“, sagt Sauer.

Kombinierte Security

Aus eigener Erfahrung kann Fernao bestätigen, dass die Nachfrage nach Managed Security Services stark zunimmt. Deshalb möchte der Dienstleister im Rahmen seines Buy-&-Build-Ansatzes weiter expandieren und zieht dafür gleich mehrere Dimensionen in Betracht: Einerseits die Verstärkung bereits existierender Angebote, vor allem im Hinblick auf Konzeption und Umsetzung von Information Security Consulting. Andererseits ist die Ergänzung um zusätzliche Technologien und Services sowie die Erweiterung auf regionaler Ebene geplant, wobei vor allem DACH, Benelux und der spanische Markt interessant sind. Durch neue Systemhauspartner und weitere Niederlassungen auch im benachbarten Ausland möchte Fernao dem Kundenwunsch nach regionalen Ansprechpartnern noch mehr entgegenkommen. „Die örtliche Nähe ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um Kundenbeziehungen geht. Das so entstehende Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit eines Dienstleisters spielt gerade bei Security-Projekten eine große Rolle“, meint Sauer.

Angesichts der rasant steigenden Komplexität im Sicherheitsmarkt bestehen auch seitens der Systemhäuser diverse Anreize, ihr bisheriges Geschäft neu auszurichten und im Verbund zu agieren. Im Fall von Fernao blieben die einzelnen Töchter in der Regel als selbstständige Unternehmen bestehen und profitierten so zusätzlich von den Synergieeffekten innerhalb der Gruppe, bringt Sauer die Vorteile auf den Punkt. Indem MSPs ihre eigenen Leistungen mit denen von Schwesterunternehmen kombinieren, können sie deutlich einfacher und schneller technologische Kundenbedürfnisse bedienen und über Cross Sales den Markt breiter adressieren. Auch eine frühzeitige Nachfolgeregelung sowie das Zurückgreifen auf zentral organisierte Bereiche wie Marketing, Finance oder HR, die alternativ selbst aufgebaut werden müssten, stellen wichtige Säulen für Systemhäuser dar, um ihr Geschäft auch in Zukunft voranzutreiben.

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