Pressekonferenz mit Pat Gelsinger Intel schickt x86 aufs Altenteil

Autor: Klaus Länger

In einer Ankündigung verlautbarte Intel, dass die Produktion von x86-Prozessoren ab 2027 eingestellt wird. Als Nachfolger nennt Intel-CEO Pat Gelsinger CPUs mit einer RISC-VI-Architektur. Microsoft und die Linux Foundation kündigen Unterstützung an.

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Ende einer Ära: Intel schickt seine x86-Prozessoren in Rente. Den Anfang machte der 8086 links im Bild.
Ende einer Ära: Intel schickt seine x86-Prozessoren in Rente. Den Anfang machte der 8086 links im Bild.
(Bild: Intel)

Die Nachricht schlägt sicher ein wie eine Bombe: Intel kündigt für heute eine Pressekonferenz an, in der Pat Gelsinger, seit kurzem CEO des Chipherstellers, das Ende der x86-Architektur bekanntgeben will. „Die x86-Architektur ist in eine Sackgasse geraten, aber wir haben schon einen besseren Nachfolger parat“, wird Gelsinger zitiert, der bei Intel unter anderen führend an der Entwicklung des 486er-Prozessors beteiligt war. Die besagte Ablösung wird laut Intel keineswegs ARM, sondern RISC-VI, ein interne Weiterentwicklung der offenen RISC-V-Architektur. Die kommenden Prozessoren sollen zum Start mit bis zu 144 Cores aufwarten. Möglich ist das durch ein 1,4-Nanometer-Verfahren, das der Chiphersteller entwickelt. Als einziges Problem, vor allem bei Notebooks, wird derzeit noch das Gewicht des massiven Bleimantels rund um die CPUs-Dies genannt, die bei der Herstellung mit extrem kurzwelligen Epsilon-Strahlen belichtet werden. „Aber das Hindernis beseitigen wir auch noch“, zeigt sich Gelsinger überzeugt.

Pat Gelsinger, CEO bei Intel.
Pat Gelsinger, CEO bei Intel.
(Bild: Intel)

Windows und Linux für RISC-VI

Laut Intel arbeiten sowohl Microsoft, als auch führende Linux-Entwickler unter Leitung von Linus Torvalds bereits an der Portierung ihrer Betriebssysteme und Virtualisierungslösungen auf die neue CPU-Architektur. Gerüchte besagen, dass aus Redmond eine Windows-Version mit der Bezeichnung 10xxx für die neuen CPUs kommt, bei Linux soll die Kernel-Version 14.14 bereit für die kommende CPU-Architektur sein. Microsoft und Red Hat kooperieren bei der Entwicklung einer Lösung für die Ausführung herkömmlicher x86-Anwendungen auf RISC-VI. Sie verwenden dabei ein Emulations/Virtualisierungsverfahren, das die Programme in so genannte Suitcases packt. Klassische Container seien zu sperrig für die sehr kleinen CPUs, heißt es.

Google hat auf Basis von Linux einen ChromeOS-Nachfolger mit der Bezeichnung StainlessSteelOS angekündigt. Für die Free Software Foundation verlautbart das umstrittene Wieder-Vorstandmitglied Richard Stallman, dass er persönlich ein Projekt für die Portierung von GNU Hurd leiten werde und auf jeden Fall bis zu dessen Fertigstellung im Amt bleiben werde. Aus Entwicklerkreisen ist zu hören, dass der GNU-Kernel für RISC-VI allerdings wohl kaum vor 2060 fertig sein werde.

AMD hat bereits auf die wohl schon im Vorfeld durchgesickerten Pläne Intels reagiert. Laut CEO Lisa Su hat der Hersteller mit der Entwicklung von RISC-VII-Prozessoren begonnen und plant die Lieferung erster Samples bereits im Q4 2026. „RISC-VI ist jetzt schon von gestern,“ erklärt Su, „RISC-VII gehört die Zukunft!“ Die Herstellung der 1,14-nm-Prozessoren soll TSMC in dessen neuen US-amerikanischen Werk in Waxahachie, Texas übernehmen.

Update: Und das war unser Aprilscherz für das Jahr 2021. Wir hoffen, Sie hatten Spaß daran.

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