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Acmeo behält Eigenständigkeit innerhalb der Infinigate-Gruppe

Infinigate und Acmeo: Die Abstimmung läuft

| Autor: Wilfried Platten

Nur der Wind kam bei den Infinigate Innovation Days in der Frankfurter Klassikstadt aus der falschen Richtung.
Nur der Wind kam bei den Infinigate Innovation Days in der Frankfurter Klassikstadt aus der falschen Richtung. (Bild: Vogel IT-Medien)

Getrennt marschieren, vereint schlagen. Dieses Moltke-Motto könnte die operative Umsetzung der Acmeo-Übernahme durch Infinigate charakterisieren. Doch hinter den Kulissen wird an vielen Details gefeilt, um den Partnern die Zusammenarbeit zu erleichtern.

Es war der erste Infinigate Technology Day nach der Übernahme von Acmeo. Wer aber eine entsprechend prominente Präsenz oder großartige Ankündigungen erwartet hatte, sah sich getäuscht. Im Rahmen der Keynote von Infinigate-Chef Andreas Bechthold sprach Acmeo-Mastermind Henning Meyer ganz praxisnah über das Konzept der Managed Security Services und dessen potenzielle Attraktivität für die Infinigate-Partner. Kein Wort dagegen von beiden über die üblicherweise im Übernahme-Kontext pflichtgemäß rezitierten Einsparpotenziale, Organisationsstraffungen und Synergieeffekte.

Andreas Bechthold (l.) und Henning Meyer in der Klassikstadt vor einem französischen Schmuckstück...
Andreas Bechthold (l.) und Henning Meyer in der Klassikstadt vor einem französischen Schmuckstück... (Bild: Vogel IT-Medien)

...und beim Power-Check.
...und beim Power-Check. (Bild: Vogel IT-Medien)

Hinter den Kulissen aber läuft die „Integration“ auf Hochtouren, allerdings auf ganz eigene Art. So werden beispielsweise die horizontalen Backend-Funktionen wie Buchhaltung, Finanzwesen oder HR, normalerweise erste Kandidaten zur kostensparenden Zusammenlegung, in beiden Firmen separat weiterlaufen: „Wir haben nicht vor, Acmeo in ein Infinigate-Schema zu pressen, indem wir alles zentralisieren. Dazu sind unser Distributions-Modell und das MSP-Geschäft auch zu unterschiedlich. Außerdem pflegen wir beide eine ausgeprägte, gewachsene Unternehmenskultur, die alle Mitarbeiter leben, egal ob sie in primär internen oder externen Funktionen aktiv sind. Das zu erhalten, ist für uns extrem wichtig“, erklärt Andreas Bechthold. Statt Mitarbeiter in den Horizontalfunktionen zu entlassen, wurden vielmehr rund 20 neue eingestellt. „Das ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie Infinigate in unser MSP-Geschäftsmodell investiert“, so Meyer.

Managed Services im Mittelpunkt

Indirekt aber kommen hier dann doch noch die berühmten Übernahmeeffekte in Spiel: „Wir prüfen interessante Synergien und sind gerade in der internen Abstimmung,“ verrät Henning Meyer. Das betrifft vor allem die gegenseitige Nutzung von Kernkompetenzen: „Als Infinigate profitieren wir von der Service-Expertise von Acmeo, umgekehrt stellen wir unser Logistik-Knowhow und die Logistik-Kapazitäten zur Verfügung“, so Andreas Bechthold. Inhaltlich spielt das Thema Managed Security Services die zentrale Rolle: „Wir sprechen aktuell mit unseren Herstellern darüber, inwieweit sie daran interessiert sind, hier einzusteigen. Auf der technischen Seite sind viele schon soweit. Wo es oft noch hapert, ist die kommerzielle Seite, beispielsweise die Umsetzung von consumption-based Abrechnungsmodellen“, erklärt Andreas Bechthold die Hintergründe. Umgekehrt sind viele Acmeo-Produktsegmente, etwa Ticketsysteme, für die Infinigate-Distribution interessant: „Wir kommen sehr stark von der typischen Logistik. Für Managed Services aber spielt sie keine Rolle. Unter anderem deshalb haben wir Acmeo als Spezialisten und Vorreiter in unsere Gruppe aufgenommen.“

A propos Hersteller: Beim Betrachten der Produktportfolios drängt sich die Frage nach der Synchronisation der beiden Sortimente auf. Interessant wird es beispielsweise beim Anbieter Kaspersky, der aktuell zwar von Acmeo – neben Also, Ingram, Nuvias und 8Soft – nicht aber von Infinigate vertrieben wird. Hier wird es, wie bei ähnlich gelagerten Fällen auch, keine Änderungen geben. Es bleibt auf absehbare Zeit beim Status Quo: „Die bestehenden Verträge werden 1:1 weitergeführt. Es gibt also Hersteller, die entweder ein Abkommen mit Infinigate oder Acmeo haben, oder mit beiden. Daran werden wir nicht rütteln“, so Andreas Bechthold. Nachholbedarf sieht er noch beim Security-Thema Authentifizierung. Eine Lücke, die demnächst geschlossen werden soll.

Geringe Schnittmenge

Für die Partner soll sich auf der operativen Ebene so wenig wie möglich ändern: „Wir wollen das Geschäft mit uns so einfach wie möglich machen“, beschreibt Bechthold den Leitgedanken. „Schnittstellen und Systeme sind mittlerweile verbunden, die Acmeo-Partner sind bei uns schon präventiv angelegt und haben eine pauschale Hermes-Deckung erhalten.“ Da beide Distributoren von sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen her kommen, ist die Schnittmenge der Partner vergleichsweise gering: „Wir haben natürlich das Mapping gemacht, danach liegt der Anteil gemeinsamer Partner aktuell bei rund 25 Prozent. Infinigate betreut rund 2.500 Partner in der DACH-Region, Acmeo etwa 2.000. 600 bis 700 davon sind bei beiden gelistet.“ In dieser geringen Zahl liegt enormes Potenzial, singuläre Partner auch für den jeweils anderen Distributor zu gewinnen und so die Umsätze kräftig zu steigern. Entsprechende Kampagnen laufen gerade.

Und wie geht es weiter? „Wir haben ein klares Konzept für die nächsten 36 Monate, um das MSP-Business in der Infinigate-Gruppe nach vorne zu bringen. Natürlich werden wir das Konzept laufend optimieren und auf diesem Weg aus unseren Erfahrungen lernen.“

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