Die Infinigate Group übernimmt den britischen Cloud-Spezialisten Vuzion. Der VAD ist Indirect Provider im CSP-Programm von Microsoft. Durch den Kauf stärkt die Schweizer Gruppe ihre Expertise für sichere Cloud-Lösungen und wird zum paneuropäischen Microsoft-Distributor.
Klaus Schlichtherle (l.), CEO bei Infinigate, holt Michael Frisby, Geschäftsführer bei Vuzion, als Cloud-Chef in die Geschäftsleitung der Gruppe.
(Bilder: Remy Steiner / Infinigate, Vuzion)
Die internationale Expansion der Infinigate Group nimmt Fahrt auf. Nachdem der Schweizer Distributor im Juli den Zusammenschluss mit der Netzwerk- und Security-Sparte des Mitbewerbers Nuvias angekündigt hat, kauft er jetzt den britischen Cloud-Spezialisten Vuzion. Das Unternehmen aus Fareham in der südenglischen Grafschaft Hampshire ist enger Partner von Microsoft. Als Indirect Provider im Programm für Cloud Solution Provider (CSP) vertreibt es die Angebote des Hyperscalers an Wiederverkäufer.
Thematisch befasst sich Vuzion mit Cloud-Infrastruktur, Productivity / Collaboration, Business-Anwendungen sowie mit Security und Backup. Weitere Anbieter, mit denen der Distributor zusammenarbeitet, sind Acronis, Avepoint, Bittitan, Cliptaining, Docusign, Intercept, Kemp und Mimecast. Wie Infinigate verfolgt das Unternehmen, das sich mit seinem Portfolio an Systemhäuser, MSPs und ISVs richtet, einen konsequenten Value-Added-Ansatz. Zu den Leistungen von Vuzion zählen Training, Marketing- und Vertriebsunterstützung, technischer Support sowie Professional und Managed Services. Die Engländer beschäftigen 45 Mitarbeiter und unterhalten neben dem Hauptsitz weitere Büros in Belfast und Dublin.
Mit dem Kauf des britischen Spezialisten verbindet Infinigate nach eigenen Angaben das Ziel, den ersten VAD in Europa zu schaffen, der Sicherheitslösungen und Cloud-Services in einem Secure-Cloud-Ansatz kombiniert. „Unsere Akquisition von Vuzion ist ein strategischer Schritt, weil sich Cybersecurity und Cloud natürlich ergänzen“, betont Klaus Schlichtherle, CEO der Infinigate Group. „Cloud-Produkte zu verkaufen, bedeutet heute grundsätzlich, eine sichere Cloud zu verkaufen.“ Die Übernahme versetze den Distributor in die Lage, einen ganzheitlichen Sicherheitsansatz für Endkunden, insbesondere für das SMB-Segment, zu gewährleisten. „Infinigate wird der einzige VAD sein, bei dem Reseller die Expertise finden, mit der sie Kunden zu umfassend sicheren Cloud-Lösungen verhelfen.“
Paneuropäischer Microsoft-Vertrag
Der Vertrag mit Microsoft berechtigt Vuizon dazu, die Cloud-Angebote des Hyperscalers nicht nur in UK und Irland, sondern europaweit zu vermarkten. Da diese Rechte an Infinigate übergehen, kann die Gruppe das Modell des erworbenen Distributors künftig auf andere nationale Märkte übertragen. Dazu sollen lokal Ressourcen aufgebaut werden, die auf Expertise und Services der Briten zurückgreifen. Für die Umsetzung der Pläne zeichnet Michael Frisby, Geschäftsführer bei Vuzion, verantwortlich. Der IT-Profi, der selbst 13 Jahre bei Microsoft tätig war, wechselt in die Leitung der Infinigate Group und übernimmt dort die Position des Senior Vice President (SVP) Cloud Services.
Wie es Microsoft zur Voraussetzung für Indirect CSP Provider macht, hat Vuzion einen digitalen Marktplatz aufgebaut. Über die Plattform lassen sich Bestell-, Provisionierungs- und Abrechnungsprozesse bei der Vermarktung von Cloud-Services automatisiert abwickeln. Auch von diesem Asset wird Infinigate künftig profitieren.
Vuzion wurde 2016 gegründet. Der Distributor fokussierte sich zunächst auf die IaaS-Plattform Azure. Inzwischen bietet er das gesamte Cloud-Portfolio von Microsoft an, zu dem auch Microsoft 365 (Workplace) und Dynamics 365 (Business-Lösungen) zählen. Seit 2019 verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein starkes organisches Wachstum und steigerte die Erlöse um mehr als 30 Prozent pro Jahr. Es arbeitet mit rund 600 Partnern zusammen, die insgesamt eine Millionen Cloud-Nutzer betreuen. Die Marke Vuzion soll für eine Übergangszeit in UK und Irland weitergeführt werden.
Kulturelle Übereinstimmungen
Zwischen Vuzion und Infinigate sieht Geschäftsführer Frisby starke kulturelle Übereinstimmungen. „Unser gemeinsamer Ansatz, bei dem die Menschen im Mittelpunkt stehen, und unsere gemeinsamen Werte geben uns eine starke Grundlage“, führt der Manager aus. „Durch den Zusammenschluss können wir mehr Expertise und Dienstleistungen anbieten, die unseren gemeinsamen Partnern helfen, ihr Wachstum zu beschleunigen und die Reise ihrer Kunden in die Cloud abzusichern."
Konkret sagt Frisby, dass Vuzion durch die Zugehörigkeit zu einem paneuropäischen Security-Distributor die Möglichkeit erhalte, sein Angebot an Technologien für den Schutz von Microsoft-Umgebungen zu erweitern. „Bei jedem Unternehmen, ob groß oder klein, ist Sicherheit heute oberstes Gebot.“ Außerdem könne der VAD mit einer finanzkräftigen Gruppe im Rücken stärker in den Ausbau seines Kompetenzspektrums investieren. Demnach ist denkbar, dass die Engländer ihr Geschäft künftig auf andere Hyperscaler wie AWS oder Google Cloud ausdehnen.
Stand: 08.12.2025
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Die Akquisition von Vuzion ist der zweite Coup, den Infinigate innerhalb von nur zwei Monaten ankündigt. Durch die Übernahme des Netzwerk- und Security-Geschäfts der britischen Nuvias Group, die noch im Herbst abgeschlossen sein soll, erweitern die Schweizer ihre Präsenz in EMEA von elf auf 21 Länder. Zudem baut der Distributor, der traditionell stark im deutschsprachigen Raum ist, durch diesen Zusammenschluss seine Position in Großbritannien und Frankreich deutlich aus.
Großes Wachstumspotenzial
Mit der Akquisition von Vuzion erwirbt Infinigate neben der Cloud-Expertise einen paneuropäischen Vertrag mit einem der wichtigsten Anbieter der ITK-Branche. Die Zusammenarbeit mit Microsoft könnte sich, in Kombination mit der erweiterten regionalen Präsenz, für den Distributor künftig als ein wesentlicher Skalierungsfaktor erweisen. So wird das Cloud-Portfolio von Microsoft nach Schlichtherles Auskunft von etwa 57.000 Resellern in Europa vertrieben. Zudem wachse der Markt für Secure-Cloud-Angebote vier mal so stark wie der Cybersecurity-Markt insgesamt. Erklärtes Ziel des Managers ist es, den Umsatz der Gruppe, der im Fiskaljahr 2022 (endete am 31. März) bei 813 Millionen Europo lag, bis 2024 auf 1,5 Milliarden Euro zu steigern.
Der Expansionskurs von Infinigate wird finanziert durch die britische Kapitalgesellschaft Bridgepoint, die die Gruppe im Frühjahr 2021 mehrheitlich übernommen hat. Durch den Nuvias-Deal kommt ein zusätzlicher Gesellschafter hinzu. Denn die britische Rigby Group, die hinter Nuvias steht, erwirbt im Zuge der Transaktion eine Rückbeteiligung an Infinigate.