Channel Fokus: IIoT Industrie im Umbruch

Von Ann-Marie Struck

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Die Coronakrise hat Unternehmen weltweit gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung ist. Technologien des Internet of Things (IoT) ermöglichen es, virtuelle und physische Gegenstände mit­einander zu verbinden. Industrieunternehmen optimieren damit ihr Geschäft.

Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.(Bild:  apinan - stock.adobe.com)
Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Wer digital ist, der ist besser gegen Krisen gewappnet. Das haben durch die Coronapandemie kleine wie große Unternehmen, unabhängig von der Branche, gelernt. Dementsprechend planen viele Unternehmen nun, die eigene digitale Transformation schneller voran zu bringen. Für die deutsche ­Industrie heißt das, ein Industrial Internet of Things (IIoT) aufzubauen. Konkret geht es um die Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen, Werkzeugen und Produkten zur Erzeugung von Daten beispielsweise für Automatisierung und Analysen.

Dabei ist der IIoT-Markt ist schon lange keine Theorie mehr und hat sich längst etabliert, wie ein Sun Spornraft, Marketing bei Insys bestätigt, auch wenn die Umsetzungsgeschwindigkeiten je nach Branche sehr unterschiedlich seien. Am meisten fortgeschritten sind ihrer Meinung Prozessautomation und Fernwartung gepaart mit vorausschauender Wartung.

Die aktuellen Herausforderungen beschleunigen IIoT-Projekte, wie eine Studie von IDCunter rund 250 industriellen und industrienahen ­Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern zeigt. So planen fast 40 Prozent wegen Covid-19, ihre Investitionen in IIoT zu ­erhöhen. Lediglich 18 Prozent der befragten Unternehmen planen, sie zu senken.

Vielmehr sehen der Studie zufolge viele Unternehmen zentrale Vorteile im IIoT zur Bewältigung kurzfristiger Herausforderungen: 53 Prozent wollen Prozesse optimieren und Kosten sparen, 47 Prozent erhoffen sich bessere und schnellere Entscheidungen aufgrund genauerer Daten. Insgesamt planen 59 Prozent der Befragten neue Projekte, auch um den neuen Herausforderungen der ­Coronapandemie zu begegnen.

IIoT ist im Channel angekommen

Doch wie sieht das der ITK-Channel? Die Relevanz des IIoT hält sich dem IT-BUSINESS-Panel nach die Waage. Für 45 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren sind Lösungen aus dem IIoT-Bereich für ihr Angebotsportfolio wichtig, für 40 Prozent unwichtig. ­Umsatz macht der Channel allemal. Bei 11 Prozent der Befragten macht IIoT über 50 Prozent des Umsatzes aus. Die Mehrheit der Befragten (53 %) macht unter 10 Prozent ihres Geschäfts damit.

Der Blick in die Zukunft ist jedoch rosig. 53 Prozent erwarten, dass das Geschäft mit IIoT in den kommenden 18 Monaten steigen wird. 34 Prozent glauben, dass es gleich bleiben wird.

Nichts geht ohne Hürden

Bei IIoT-Projekten ist die Zusammenarbeit zwischen Channel und Fachabteilung der Kunden wichtig. Dabei gibt es jedoch viele Hürden. 65 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren sehen die unterschätze Komplexität der Projekte als größtes Hindernis an. Diese Ansicht teilen auch 78 Prozent der Distributoren und Hersteller. Letztere schätzen das fehlende Knowhow der Kunden in puncto Technologie als eine weitere große Hürde ein (77 %). Dieser Meinung sind auch 50 Prozent der Partner. 53 von ihnen und 25 Prozent der ­Distributoren / Hersteller glauben, dass Sicherheitsbedenken die Einführung von IoT bremsen. Die Reife der Technologie und damit als Hindernis bei Kundenprojekten sieht nur ein geringer Teil als Problem an (Partner 19%; Distributoren/Hersteller 28%).

Technologien für das IIoT

Um ein Industrial IoT auf die Beine zu stellen, braucht es nicht nur die nötige Manpower sowie das Knowhow, sondern je nach Anwendungsszenarium kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Bei Kunden der Channel-Akteure steht Vernetzung auf Platz eins der IIoT-Technologien (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 53 %; Distributoren / Hersteller 71 %). Den zweiten Platz bekommt Sensortechnik (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 38 %; Distributoren / Hersteller 64 %). Platz drei der Technologien der Kunden der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren belegt mit jeweils 34 Prozent intelligente Steuerung (Distributoren / Hersteller 21 %) sowie Predictive Maintenance (Distributoren / Hersteller 50 %). Bei den Distributoren / Herstellern ist mit 50 Prozent die Nachfrage nach Edge Computing hingegen höher.

Schwerpunkt 4.0

Ein Industrial IoT gleicht nicht dem anderen. Die Projekte richten sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden. Dementsprechend haben auch die daran beteiligten Partner unterschiedliche Geschäftsschwerpunkte. Auf Platz eins der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren steht mit 61 Prozent Storage und Data-Management. Den zweiten Platz bekommt mit 50 Prozent Security & Compliance, gefolgt von Netzwerktechnik und die Cloud mit jeweils 46 Prozent. Des Weiteren fokussieren 23 Prozent Data Analytics sowie Operational Technology (OT).

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