Das vernetzte Zuhause Immer mehr Deutsche nutzen Smart Home

Autor: Ann-Marie Struck

Von technischer Spielerei über Komfort bis zur Energieeffizienz: Die Gründe für Smart-Home-Produkte sind so vielfältig wie das Angebot selbst. Einer Studie des Bitkom zufolge setzen immer mehr Deutsche auf smarte Anwendungen in den eigenen vier Wänden.

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Krümel und Staub verschwinden wie von Zauberhand: In 13 Prozent der deutschen Haushalte kommen Saugroboter zum Einsatz.
Krümel und Staub verschwinden wie von Zauberhand: In 13 Prozent der deutschen Haushalte kommen Saugroboter zum Einsatz.
(Bild: Frank Lambert – adobe.stock.com)

Das Licht wird per Sprachbefehl gelöscht, der Ofen per Smartphone-App vorgeheizt und der Rasen wird selbstständig von einem Roboter gemäht – immer mehr Menschen installieren Smart-Home-Anwendungen. Laut einer Studie des Bitkom verfügen mittlerweile 41 Prozent der befragten Bundesbürger über vernetzte Geräte in ihrem Zuhause. 2020 waren es noch 37 Prozent und 31 Prozent im Jahr 2019. Im Rahmen der Untersuchung wurden 1.269 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt.

Auf Platz eins der smarten Anwendungen stehen bei den Deutschen intelligente Lampen und Leuchten. Bereits 29 Prozent haben solche im Einsatz. Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere setzen mehr Personen auf smarte Sicherheitstechnik. So nutzen 23 Prozent der Befragten smarte Videoüberwachung und 21 Prozent intelligente Alarmanlagen. 2020 hatten nur 16 Prozent Videoüberwachung und 18 Prozent Alarmanlagen installiert. Außerdem haben 13 Prozent der Befragten schon intelligente Rollläden oder Markisen installiert. Des Weiteren setzen nun auch mehr Anwender auf die Dienste von Robotern: Rasenmäher-Roboter haben aktuell 16 Prozent im Einsatz (2020: 8 %) und bei 13 Prozent sorgen Staubsauer-Roboter für krümellose Böden (2020: 9 %). Noch geringer verbreitet sind intelligente Haushaltsgeräte wie smarte Waschmaschinen oder Kühlschränke. Diese haben der Umfrage zufolge nur 4 Prozent der Befragten.

Smarte Home und Energie-Management

Grund für die steigende Nachfrage nach Smart-Home-Anwendungen sei Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, zufolge, die zunehmende Kompatibilität der Geräte einzelner Hersteller untereinander. Zudem lassen sich die meisten Smart-Home-Systeme unkompliziert zu Hause einsetzen, installieren und beliebig erweitern. „Smart-Home-Anwendungen machen das Leben komfortabler, sicherer und auch klimafreundlicher“, fasst Rohleder die Vorteile von Smart Home zusammen. Letzteres gilt insbesondere für intelligente Heizkörper und Thermostate, die jedoch erst 17 Prozent der Bundesbürger installiert haben (2020: 15 %). Sie sind in der Lage sind, die Temperatur in der Wohnung immer optimal anzupassen, beispielsweise abhängig davon, ob gerade gelüftet wird, ob Personen anwesend sind und teilweise sogar unter Berücksichtigung der Wettervorhersage. Rohleder zufolge lohnt sich der Einsatz intelligenter Heiz- und Klimatechnik vor allem für Hausbesitzer.

Gründe für Smart-Home-Anwendungen

Doch wieso setzen Nutzer auf Smart Home-Lösungen? Für 78 Prozent der Befragten bringen diese Anwendungen mehr an Komfort und Lebensqualität. 69 Prozent wollen ihre Wohnung sicherer machen und 62 Prozent energieeffizienter leben. Für 26 Prozent ist es wichtig, ortsunabhängig auf die Geräte zugreifen zu können und 21 Prozent erhoffen sich mit smarten Anwendungen, Geld zu sparen.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist, dass 18 Prozent Smart-Home-Anwendungen nutzen, weil sie Vermieter bereits in der Wohnung installiert hatten. Nur 10 Prozent haben Smart Home-Lösungen nur als Spielerei. Dabei trifft dies mit 14 Prozent sehr viel häufiger auf Männer zu als auf Frauen (5 %).

Bedenken gegen das smarte Zuhause

Gleichwohl gibt es auch Vorbehalte gegenüber dem smarten Heim. Aus der Gruppe derjenigen, die kein Interesse an Smart-Home-Anwendungen haben, nennen 37 Prozent einen zu hohen Preis als Argument. 32 Prozent empfinden die Bedienung als zu kompliziert und 29 Prozent ist der Einbau zu aufwändig. Vor allem haben 41 Prozent der Befragten Angst vor Hacker-Angriffen, gefolgt von der Angst vor Missbrauch der persönlichen Daten mit 39 Prozent. Weitere 32 Prozent haben generell Angst um ihre Privatsphäre.

„Gerade bei Smart Home Geräten sollte man nicht unten in die Ramschkiste greifen, sondern auf nach internationalen Standards zertifizierte Produkte achten. Sie machen Smart-Home-Anwendungen gegen Angriffe von außen ausgesprochen sicher. Dabei sind auch die Nutzer gefragt, etwa wenn es um den Schutz ihres eigenen WLANs oder regelmäßige Updates der Geräte geht“, betont Rohleder.

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Über den Autor

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Redakteurin, Vogel IT-Medien