HPC-Storage-Familie mit IBMs Spectrum Scale File System von HPE Hewlett Packard Enterprise kündigt neue Storage-Familie an

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

In einem Blog hat der neue HPE-Produktmanager für den HPC & KI-Markt Uli Plechschmidt eine neue Storage-Familie namens HPE ProLiant DL325 Gen10 Plus für den unteren HPC-und-KI-Markt angekündigt. Damit sollen künftig 27 Terabyte die Einstiegsschwelle sein.

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Die neue HPC-Storage-Familie von HPE bedient Cluster schon ab zehn Clients und adressiert damit Branchen wie das Gesundheitswesen, die Pharmaindustrie, die Automobilindustrie, den Finanzsektor und andere.
Die neue HPC-Storage-Familie von HPE bedient Cluster schon ab zehn Clients und adressiert damit Branchen wie das Gesundheitswesen, die Pharmaindustrie, die Automobilindustrie, den Finanzsektor und andere.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die neue Storage-Familie, die im Mai kommen soll, verwendet zwar Cray ClusterStor 1000 als Basis, kann aber in HPE Apollo Systems (2000 und 65000) oder HPE ProLiant DL Rack Server mit HPE-InfiniBand-HDR-/Ethernet-200-Gb-Adaptern eingebaut werden. Statt des Enterprise-Filesystems Lustre, dessen Entwicklerfirma Whamcloud, eine Intel-Tochter, 2018 von DDN aufgekauft wurde, soll künftig IBM Spectrum ScaleError Code Edition als Dateisystem dienen.

Zu den Anwendungsfällen gehören laut HPE-Produktmanager für den HPC & KI-Markt Uli Plechschmidt die klassischen HPC-Bereiche Modellierung und Simulation sowie Hochleistungsanalytik, aber auch Machine Learning und Deep Learning, was allgemein als „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet wird (was es nicht ist). Der Unterschied zur Cray zeigen sich am deutlichsten bei den Einsatzbereichen.

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Weil die Cray ClusterStor E1000 mit Lustre erst bei 1 Petabyte Kapazität für mindestens 100 Clients einsteigt, gehören Wetter- und Klimavorhersage, Geheimdienste, Ölfirmen sowie Forschungsinstitute zu den Nutzern. Bei der neuen Generation, die Cluster schon ab zehn Clients bedient, finden sich Automobilindustrie, Fertigung, Gesundheitswesen, Pharmaindustrie, Finanzsektor, High-Tech- und Telko-Firmen sowie der Einzelhandel. Man sieht: Die beiden HPE-Storage-Angebote kommen sich also nicht in die Quere, sondern ergänzen einander.

IBM Spectrum Scale in der Error Code Edition (ECE) unterstützt in seinem Parallel File System nicht mehr nur POSIX als Protokoll, sondern zusätzlich NFS, SMB (via Cluster Export Services), HDFS und Object. Das eröffnet zahlreiche Integrationsmöglichkeiten, etwa zu AWS S3 (Object-Speicher) und SWIFT. Unterstützt wird zudem GPUDirect Storage (GDS) von Nvidia. Auf diese Weise sollen sich die schnellen NVMe-Flash-Memory-Pools und die kostengünstigen Festplatten-Pools gleichermaßen und in Kombination effizient verwalten und nutzen lassen.

Noch wichtiger sind die Enterprise-Fähigkeiten von IBM Spectrum Scale: Hochverfügbarkeit (5 Neunen), Skalierbarkeit in Inkrementen von 27 TB, Sicherheit durch umfassende Verschlüsselung und Datenintegrität, Kompression, Backup-Snapshots, Compliance (Audits), Redundanz, Policy-basiertes Data Lifecycle Management und Replikation. Am Auf- und Ausbau dieser Features soll DDN bei Lustre noch arbeiten. Das war auf der Supercomputing Conference SC20 zu sehen.

Support

Was Plechschmidt besonders herausstellt, sind die Vorteile, die der Kunde hinsichtlich des Supports erwarten darf. Da jedes dieser Systeme direkt aus einer HPE-Fabrik geliefert wird, stellt HPE Operational Services die einzige Instanz dar, an die sich ein Kunde wegen Hard- und Software zu wenden braucht, also nicht an IBM. Der Kunde braucht auch nicht zusätzliche Lizenzen zu erwerben, wenn er mehr Terabyte oder mehr Laufwerke (NVMe, HDD) für sein HPE Parallel File System (inklusive IBM Spectrum Scale ECE) haben möchte. HPE GreenLake erlaubt zudem den Betrieb eines solchen Storage-Clusters On-Premises oder in Kolokationsrechenzentren.

Verfügbarkeit

Die allgemeine Verfügbarkeit für die neuen Systeme ist laut HPE im Mai, und zwar weltweit, also auch in Europa. Die Preisgestaltung wurde nicht veröffentlicht. HPE berichtet, dass sein E1000-ClusterStor-System, das seit August 2020 verfügbar ist, bereits die Kapazität von 2 Exabyte bewältigt habe.

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