Globale MSP-Umfrage Herausfordernde MSP-Welt

Von Sarah Böttcher

Service Provider stehen heute vor zahlreichen Herausforderungen. Neben dem Fachkräftemangel machen MSPs auch die Komplexität der ITK-Infrastrukturen sowie die eigene IT-Security zu schaffen. Laut einer Studie von Avepoint gibt es jedoch auch Business-Chancen.

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Service Provider stehen in der schnelllebigen ITK-Welt vor zahlreichen Herausforderungen.
Service Provider stehen in der schnelllebigen ITK-Welt vor zahlreichen Herausforderungen.
(Bild: markus gann/EyeEm - stock.adobe.com)

Die Cloud ist in aller Munde und eine Migration der Workloads in die Cloud steht für viele Unternehmen nach wie vor im Mittelpunkt. Zur Unterstützung wird auf die Hilfe externer ITK-Dienstleister zurückgegriffen. Zahlreiche Managed Service Provider (MSPs) bieten bereits passende Cloud Services an, um ihren Kunden beim Wechsel von der On-Premises- in die Cloud-Welt unter die Arme zu greifen. Laut einer Studie von Avepoint planen mehr als 60 Prozent der MSPs im kommenden Jahr Cloud-Migrationsdienste in ihr Portfolio aufzunehmen. Etwa ebenso viele (57 %) werden Cloud-Migrationsdienste für den Wechsel zwischen verschiedenen Cloud-Plattformen anbieten.

Managed Services auf dem Vormarsch

Die Umfrage zeigt auch, dass MSPs den Ausbau ihrer wiederkehrenden Serviceumsätze fokussieren. 54 Prozent der MSPs möchten das prognostizierte Umsatzwachstum aus zusätzlichen Dienstleistungen generieren. Dieser Priorität werden sogar die Qualität des Supports, Cross-Promotion-Möglichkeiten, Incentive-Programme und die technische Performance untergeordnet. Zwei Drittel (63 %) der MSPs erwirtschaften derzeit jedoch weniger als die Hälfte ihres Gesamtumsatzes mit wiederkehrenden Dienstleistungen.

Um das Dienstleistungsgeschäft zu stärken, wollen Service Provider in Schulungen investieren. „MSPs möchten sich von ihren Mitbewerbern abheben und neue Umsatzmöglichkeiten im Bereich der Dienstleistungen erschließen. Beides ist nur mit hoch qualifizierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern möglich“, erklärt Sam Valme, Director of Global Partner Experience bei Avepoint. So gibt beispielsweise fast jeder dritte MSP (31 %) an, dass weiterbildende Schulungen von Anbietern einen der größten Anreize darstellen, ein Produkt in das bestehende Portfolio aufzunehmen. Höhere Lizenzrabatte, Kickbacks für Dienstleistungen und klare Upsell-Möglichkeiten nehmen eine nachgelagerte Stellung ein, so die Ergebnisse der Studie.

Darüber hinaus zeigt die Umfrage, vor welcher weiteren Herausforderung viele MSPs stehen: Um ihren Endkunden umfassende, innovative Dienstleistungen anbieten zu können, müssen MSPs zahlreiche ISVs gleichzeitig verwalten. Tatsächlich arbeitet beinahe die Hälfte (49 %) aller MSPs mit mehr als 20 ISVs zusammen, um die Anforderungen ihrer Endkunden zu erfüllen. Gleichzeitig möchten aber über 60 Prozent der MSPs die Anzahl ihrer Anbieter verringern. Das gibt ihnen die Möglichkeit, ihr Business zu standardisieren und den sich ständig ändernden Anforderungen leichter gerecht zu werden.

IT-Sicherheit und Governance als Chance

Mehr als ein Drittel (34 %) der befragten MSPs bietet bereits Governance-Lösungen für die sichere digitale Zusammenarbeit an. Dabei sind 69 Prozent der Meinung, dass Sicherheit und Governance zu den drei wichtigsten IT-Anforderungen ihrer Kunden gehören. Da Tools wie Microsoft Teams und Google Workspace stärker denn je genutzt werden, ergibt sich der Umfrage zufolge für MSPs die Chance, sowohl ihre Endkunden zu schützen als auch den eigenen Umsatz zu steigern, indem sie ihr Portfolio um entsprechende Lösungen erweitern.

Mehr als die Hälfte (52 %) der MSPs oder ihrer Endkunden waren im vergangenen Jahr von einem Ransomware-Angriff betroffen, doch nur 53 Prozent bieten Backup-Services zur Wiederherstellung der Daten. Darüber hinaus berichten 75 Prozent der MSPs über Defizite bei der Netzwerksicherheit ihrer Endkunden, doch nur 51 Prozent bieten momentan entsprechende Services an.

Über die Studie

Die Umfrage wurde von Avepoint bei Zogby Analytics in Auftrag gegeben. Für die Studie wurden insgesamt 1.013 IT-Entscheidungsträger befragt, die bei Value Added Resellern, Managed Service Providern und IT-Dienstleistern in den USA, Großbritannien, Deutschland, Australien und Neuseeland tätig sind.

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