Wie viel Code ist genug? Entwickeln mit No-, Low- oder Pro-Code

Autor: Melanie Staudacher

Mit No- und Low-Code können auch unerfahrene Entwickler schnell Applikationen erstellen. Hoch individualisierte Apps hingegen verlangen den Einsatz von Pro-Code. Christoph Garms, Managing Director bei Neptune, erläutert die Vorteile der jeweiligen Methoden.

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Viel, wenig oder doch gar kein Code? Der Software-Hersteller Neptune Software erläutert, welche Entwicklungsmethode sich für welche Appliaktionen und Unternehmen am besten eignet.
Viel, wenig oder doch gar kein Code? Der Software-Hersteller Neptune Software erläutert, welche Entwicklungsmethode sich für welche Appliaktionen und Unternehmen am besten eignet.
(Bild: © monsitj - stock.adobe.com)

Die Customer Experience ist mehr als nur ein Schlagwort im Marketing, sondern wird zunehmend als unverzichtbar angesehen. Möglichst positiv soll das Kundenerlebnis sowohl bei der Nutzung von mobilen wie auch Web Apps sein. Werden verschiedene Modalitäten wie Berührung, Sprache und Gesten mit Geräten und Apps, mit denen Nutzer auf der digitalen Reise interagieren können, miteinander kombiniert, spricht man von der Multiexperience.

Christoph Garms, Managing Director bei Neptune, erläutert die Unterschiede zwischen No-, Low- und Pro-Code.
Christoph Garms, Managing Director bei Neptune, erläutert die Unterschiede zwischen No-, Low- und Pro-Code.
(Bild: Neptune Software)

Der norwegische Hersteller Neptune Software ist unter anderem Anbieter einer solchen Multiexperience Development Platform (MXDP), mit der Unternehmen Anwendungen mit Hilfe des Bausteinprinzips einfach entwickeln können. Für Christoph Garms, Managing Director bei Neptune, ist eine Plattform, die Künstliche Intelligenz, Conversational UI und IoT-Geräte zentral verwaltet, sogar Teil der Digitalen Transformation: „Ohne eine Plattform, die all diese verschiedenen Touchpoints nahtlos verwaltet und mit den hinzukommenden technologischen Veränderungen mitwachsen kann, werden Bemühungen zur Digitalen Transformation ins Stocken geraten beziehungsweise nicht effizient und agil genug umgesetzt werden können.“

Mit der DX-Plattform von Neptune können Unternehmen unter anderem Funktionen ohne Backend entwickeln, Anwendungen auf vorhandenen Backends oder in der Cloud erstellen oder Funktionen mehrerer Systeme zusammenführen. Mit dem API-Ansatz können Entwickler zudem Mikrodienstarchitekturen erstellen und auf die meisten Kerndienste der Plattform zugreifen, die den gesamten Lebenszyklus der Entwicklungsanwendung abdecken. Die Software von Neptune ist für SAP zertifiziert, weswegen vor allem SAP-Beratungshäuser wir Arxos, Castana und Consodalis sie in Deutschland vertreiben. Aber es gibt auch weitere Reseller wie CloudAdmin, IBM und Blue Cedar, da die Software nicht an SAP gekoppelt ist.

Der Unterschied zwischen No-, Low- und Pro-Code

Wie die Namen schon vermuten lassen, werden bei der Erstellung von Applikationen mit No-Code keine und mit Low-Code nur wenige Code-Zeilen verwendet. Anwendungen können per Drag and Drop aus einem Baukasten heraus erstellt werden. Garms erläutert die Unterschiede dieser Entwicklungsmöglichkeiten: „No-Code ermöglicht Nicht-IT-Mitarbeitenden schnell und ohne Programmierung ihre Prozesse als Applikation oder WorkFlow umzusetzen. Low-Code hingegen ermöglicht die schnelle Entwicklung von sowohl komplexen als auch weniger komplexen Applikationen durch Light Developer.“ Durch den Einsatz von Low- und No-Code können Entwickler mit verschieden viel Erfahrungen agil auf Anforderungen und Prozessänderungen in der Entwicklung reagieren. Dadurch können Apps schneller bereitgestellt werden und entsprechen den individuellen Ansprüchen der Anwender. Professionellen Code, den Pro-Code, nutzen Entwickler mit viel Knowhow. Das Prinzip ermöglicht komplexe und hoch individualisierte Entwicklungen von Apps durch FullStack Developer.

Garms zu folge ist es „eigentlich egal“, welche Methode Unternehmen für die Programmierung verwenden. Generell komme es aber auf das Unternehmen selbst an: Sollen Business Units befähigt werden? Sollen Fachbereiche ebenfalls Tools zur Entwicklung erhalten? Oder soll die IT-Abteilung die Anwendungen komplett selbst erstellen? Für Unternehmen ohne IT-Abteilungen gelte im Allgemeinen, dass meistens nur No-Code in Frage kommt. Bei erfahrenen Entwicklern muss Pro-Code den Einsatz von Low-Code jedoch nicht komplett ausschließen. Denn während Pro-Code manuelle Anpassungen und Verbesserungen ermöglicht, sorgt Low-Code für eine bessere Übersicht in der stark fragmentierten IT-Landschaft.

Marktführer unter den Anbietern von Multiexperience-Entwicklungsplattformen sind laut Gartner OutSystems, Salesforce und SAP. Microsoft und Oracle wurden im Quadranten von Juli 2020 als Challengers eingestuft. Neptune wurde als Nischenspieler eingeordnet. Besonders hervor sticht Mendix, ebenfalls als Leader eingestuft, da das amerikanische Softwareunternehmen im Jahr 2018 mitsamt seiner Cloud-nativen Low-Code-Plattform von Siemens übernommen wurde. Dadurch wurde Mendix laut eigenen Angaben zur zentralen Softwareplattform für die Cloud-Plattform von Siemens und ist vollständig in die industrielle IoT-Lösung MindSphere von Siemens eingebunden, sowie eine der Hauptkomponenten der Plattform Xcelerator. Seitdem wird die Mendix-Plattform über Siemens vertrieben. Aber auch über die Hersteller Mansystems und SAP, welcher seit 2017 intensiv mit Mendix zusammenarbeitet. Die technische Grundlage der Zusammenarbeit ist die quelloffene PaaS-Anwendungsplattform Cloud Foundry.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH