Amazon ist Segen und Fluch für den Channel Emendo will den Fachhandel gestalten statt nur zu reagieren

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Der Emendo-Geschäftsführer Eckard Tödtmann weiß, dass es ein schweres Jahr für den Fachhandel ist. Er sieht in den Problemen jedoch auch eine Chance Geschäft zu machen. Dabei setzt die Kooperation auf Fair-Play.

Anbieter zum Thema

Eckard Tödtmann, Geschäftsführer bei Emendo
Eckard Tödtmann, Geschäftsführer bei Emendo
(Bild: Emendo)

Rund 230 Fachhändler zählt Emendo mittlerweile zu seinen Mitgliedern. „Wir achten darauf, organisch zu wachsen. Dabei sind wir durch unseren zugesicherten Gebietsschutz etwas eingeschränkt“, erläutert Eckard Tödtmann, Geschäftsführer bei Emendo. Zudem sind die Verträge der Kooperation so gestaltet, dass sie nach einem Jahr automatisch enden. „Manch einem Händler fällt auf, dass der Verbund möglicherweise doch nicht für ihn geeignet ist. Jährlich verlassen uns circa fünf Mitglieder, aber das ist eine Zahl, die sich in normalen Grenzen hält“, findet der Geschäftsführer.

Schwieriges Jahr für den Channel

Laut Tödtmann ist dieses Jahr schwierig für den Handel. Aus seiner Sicht macht die Einführung von Windows 8 den Händlern das Leben schwer, da die Kunden einfach auf das Nachfolgeprodukt warten. Hinzu kommt derzeit die Produktvielfalt bei mobilen Geräten. Bei all den Notebooks, Tablets und Smartphone in verschiedenen Größen warten die Konsumenten lieber erst ab, was sich durchsetzen wird.

Außerdem ändert sich die Vertriebsargumentation der A-Brands. Während sie vor fünf Jahren den Konsumenten erzählten, sie bräuchten gut ausgerüstete PCs oder Notebooks mit Grafikkarten und viel Speicher, heißt es heute, dass ein Tablet völlig ausreicht. Der Kunde kauft heute nicht mehr nach dem Preis, sondern nach dem Nutzen, welche ein Gerät für ihn hat.

Amazon als Distributor

„Allerdings ist das auch eine Chance für den Fachhändler, durch Beratung seine Kompetenz zu zeigen. Bei Emendo stehen sowohl die Beratung als auch der Preis im Mittelpunkt“, betont Tödtmann. Dabei gelingt es dem Verbund, exklusive Verträge mit Herstellern abzuschließen oder Key-Produkte zu den gleichen Preisen zu erhalten wie Amazon.

„Amazon ist Fluch und Segen zugleich für den Handel“, erklärt Tödtmann. „Mittlerweile kaufen einige Händler ihre Ware bei Amazon ein und als Distributor macht das Unternehmen einen guten Job. Auch wenn hinter diesem abstrusen Konzept die eigentliche Logistik größtenteils über die klassischen IT-Broadliner laufen. Doch dieses Problem muss letzten Endes der Hersteller lösen.“

Endkunden-Magazin

Neben dem Preisargument, das vor allem in Endkunden-Flyern hervorgehoben wird, setzt Emendo auf Service. Um diese besser bewerben zu können, bringt die Kooperation viermal im Jahr das Endkunden-Magazin „e-motion“ heraus. Auf knapp 40 Seiten wird hier beispielsweise erklärt, welches Gerät sich für welchen Kunden am besten eignet.

„Wir wollen für unsere Händler neue Produktwelten oder Dienstleistungen mit hoher Marge und noch nicht überlaufenen Märkten erschließen. Ein Beispiel hierfür ist das Thema Hausvernetzung“, erläutert der Geschäftsführer. „Mit dem Stromanbieter RWE haben wir uns hier zusammengetan, um Smarthome via Stromnetz anzubieten.“ Den Mitgliedern wird das Fachwissen im Emendo-eigenen Schulungszentrum vermittelt. Neben dem Smarthome sieht die Kooperation ebenfalls KFZ-Flottenmanagement für kleine und mittlere Betriebe sowie Sicherheitslösungen für private Immobilien als ertragsversprechendes Gebiet.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:42296034)