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ComTeam glänzt – massive Veränderungen bei Medimax ElectronicPartner zentralisiert die internen Strukturen

Autor: Wilfried Platten

Anders als allgemein erwartet und erhofft war 2018 kein berauschendes Jahr für Elektronikmärkte. Nicht nur heißer Sommer und kalter Fußball-Kater haben die Verkäufe verhagelt und strukturelle Schwächen sichtbar gemacht. ElectronicPartner reagiert.

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Die Medimax-Läden sollen komplett auf Franchise umgestellt werden.
Die Medimax-Läden sollen komplett auf Franchise umgestellt werden.
(Bild: x-default)

Das Beste zuerst: der Systemhaus-Verbund Comteam glänzt mit einer positiven Umsatzentwicklung der rund 800 Partner. Und auch das 2017 initiierte Startup-Netzwerk Growr hat mittlerweile über 300 Gründer-Unternehmen an sich binden können.

Im Kern gesund

Die Kernmarke EP: konnte 2018 ihren Umsatz erneut steigern, obwohl der Markt im Kanal Fachhandel rückläufig war. Laut GfK wies er im zurückliegenden Jahr ein Minus von 6,0 Prozent aus, so dass die EP:-Fachhändler bei einer Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent sich insgesamt 7,5 Prozent besser als der Markt entwickelt haben. Für ElectronicPartner-Vorstand Karl Trautmann ist das ein Resultat der 2014 gestarteten Qualitätsoffensive: „Ein hochwertiger PoS, kompetente Beratung und ein durchgängiger Auftritt an allen Kontaktpunkten zum Kunden zahlen sich eindeutig aus“.

Trotzdem sieht er Anlass für weitere Anpassungsmaßnahmen an geänderte Kundenbedürfnisse, die sich vor allem aus gezielten Online-Vorabinformationen speisen. Deshalb setzt die Verbundgruppe für ihre Fachhändler ein neues Informations-Konzept um: Mit dem EP:Campus kommt eine Weiterbildungsplattform zum Einsatz, die maßgeschneiderte Module zur Branchenentwicklung, zum Produktwissen und betriebswirtschaftliches Know-how liefert.

Medimax wird umgebaut

Bei Medimax dagegen steht aus gegebenem Anlass eine Radikalkur an. Nach dem missglückten Deal mit Notebooksbilliger.de werden Einkauf, Vertrieb, Sortiment und Marketing zentralisiert. Wir wollen schneller und schlagkräftiger werden, denn wir müssen der hohen Veränderungsgeschwindigkeit unserer Branche künftig noch flexibler Rechnung tragen“, erläutert ElectronicPartner-Vorstand Friedrich Sobol, der die Marke verantwortet. Kurze Entscheidungswege und interne Synergien sieht er als die entscheidenden angestrebten Vorteile dieser Veränderung.

Eine der größten Veränderungen betrifft das Sortiment, das schrittweise umgebaut wird: „Wir gehen weg von den preisaggressiven Aufschlägen hin zu einer hochwertigen Auswahl. Dabei passen wir nicht nur die Gewichtung zwischen den einzelnen Warengruppen am PoS an, sondern wir werden auch eine klare Trennung von Produkten für die stationäre und die Online-Vermarktung vornehmen“, so Sobol.

Alles auf Franchise

Mit den Eigenmächtigkeiten auf regionaler Ebene soll Schluss sein. So verabschiedet sich die Fachmarktkette beispielsweise von regionalen Beilagen und kommuniziert per Print ausschließlich über nationale Beilagen. Das Online-Rechtsgeschäft findet künftig direkt zwischen Markt und Kunde statt. Dafür gibt es neben der Hauptseite Medimax.de einen eigenständigen Shop für jeden der über 120 Märkte.

Bislang rekrutiert sich ein Teil der Medimax-Marktleiter aus Angestellten, der andere Teil aus Franchise-Partnern. Mit diesem Mix soll zukünftig Schluss sein. Die angestellten Marktleiter sollen mit Unterstützung der Zentrale zukünftig als eigenständige und eigenverantwortliche Franchise-Unternehmer agieren.

Insgesamt schloss die Verbundgruppe das Geschäftsjahr mit einem Zentralumsatz von 1,659 Milliarden Euro ab und lag damit knapp unter Vorjahr (- 2,1 Prozent). Auf den Kernmarkt in Deutschland entfielen davon 1,266 Milliarden Euro, auf die europäischen Landesgesellschaften 393 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 2,1 Prozent im Vergleich zu 2017 in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

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Über den Autor

 Wilfried Platten

Wilfried Platten

Chefredakteur, IT-BUSINESS