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Startup und Tradition passen nicht zusammen

Notebooksbilliger-Medimax-Deal geplatzt

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Notebooksbilliger.de ist ein Online-Versand mit angeschlossenen Ladengeschäften, unter anderem in München.
Notebooksbilliger.de ist ein Online-Versand mit angeschlossenen Ladengeschäften, unter anderem in München. (Bild: Notebooksbilliger.de)

Durch den Zusammenschluss von Notebooksbilliger.de und der Medimax-Fachmarkt-Kette sollte ein Unternehmen mit rund 120 Standorten und einem selbst gesteckten Ziel-Umsatz von rund zwei Milliarden Euro entstehen. Dieser Deal ist jetzt gescheitert. Begründung: Die „Gene“ der beiden Unternehmen seien zu unterschiedlich.

Der deutsche Markt für Elektronikgeräte sollte um ein Joint Venture reicher werden: Der Online-Händler mit fünf eigenen Ladengeschäften, Notebooksbilliger.de, und die Elektronik-Fachmarkt-Kette, Medimax, wollten eine gemeinsame Holding gründen, in der das operative Geschäft teilweise koordiniert wird. Insbesondere bessere Einkaufskonditionen durch Skaleneffekte spielten bei den Plänen sicherlich eine wichtige Rolle.

Nun ist klar: Es wird keine Fusion geben, der Deal ist komplett geplatzt.

Einvernehmliches Zurückrudern

Während Arbeitsgruppen beider Unternehmen die operativen Details ausgearbeitet haben, hat sich gezeigt, dass die Pläne nicht belastbar seien: „Zu unterschiedlich sind die Gene eines Onlineunternehmens wie Notebooksbilliger.de mit geradezu kultiger Startup-Mentalität und eines traditionellen, gewachsenen Filial- und Franchiseunternehmens wie Medimax. Im Rahmen der geplanten Zusammenführung würden beide Unternehmen vor diesem Hintergrund erhebliche Einschränkungen in den jeweils eigenen Stärken erfahren.“ Medimax und Notebooksbilliger.de haben aus diesem Grund einvernehmlich beschlossen, die Transaktion nicht weiter zu verfolgen.

Historie des geplatzten Deals

Schon seit Wochen haben Arbeitsgruppen beider Unternehmen intensiv an den operativen Details gearbeitet und die möglichen Synergien und die Ausrichtung des neuen Omnichannel-Unternehmens analysiert, die Erkenntnis reifte, dass die Pläne so nicht aufgehen werden. Im Hause Notebooksbilliger.de war bereits von einem „Kulturwandel im Retail-Business“ die Rede. Das Unternehmen postulierte: „Online- und Offline getrennt zu denken, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Herausforderung besteht darin, Kunden die gewünschten Produkte so schnell wie möglich zu einem guten Preis am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen.“ Mit den fünf bestehenden Notebooksbilliger-Standorten, wollte der neue Marktakteur deutschlandweit auf rund 120 Standorte kommen. Auch ein neuer Markenname für das gemeinsame Unternehmen sollte ursprünglich von der Online-Community erarbeitet und eingeführt werden.

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