eMail aus der Redaktion Einbußen durch neue Abschreibungsregeln

Redakteur: Katrin Hofmann

Mit Inkraftreten der Unternehmenssteuerreform 2008 gibt es Unsicherheiten bezüglich der verschärften Regeln für die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG). IT-BUSINESS fragte Dr. Matthias Eickhoff, Finanzvorstand des IT-Dienstleisters Arxes, ob er die von Vertretern der Branche geäußerten Sorgen, dass die ITK-Industrie Schaden erleiden könne, teilt.

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Sehr geehrter Herr Dr. Eickhoff,

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWGs) können mit Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform 2008 statt bislang bis zu einem Wert von 410 Euro nur noch bis 150 Euro als Betriebsausgabe komplett im Jahr der Anschaffung geltend gemacht werden. Unter anderem Rechner, Software oder Drucker, die mehr als 150 und bis 1.000 Euro kosten, müssen künftig als Sammelposten über einen Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben werden – unabhängig von der Nutzungsdauer oder Wertminderung.

Der Bitkom urteilt, dass diese Neuregelung der ITK-Industrie schade. Ein Hersteller wirbt bereits mit Alternativen wie Miet- und Leasingmodellen, die »Hindernisse der Neuregelung« umschiffen helfen sollen. Wie sind Sie als IT-Dienstleister von der Gesetzesänderung betroffen? Erwarten Sie Auswirkungen auf das Kaufverhalten Ihrer Kunden, beispielsweise eine Verlängerung der Anschaffungszyklen? Bereiten Sie sich darauf vor, mit zusätzlichen Beratungen, neuen Finanzierungsangeboten oder bei der Preisgestaltung? Oder wird viel Wind um Nichts gemacht?

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Hofmann

Redaktion IT-BUSINESS

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Antwort von Arxes

Sehr geehrte Frau Hofmann,

mit der Unternehmenssteuerreform 2008 wurden faktisch »GWGs erster Klasse« mit Anschaffungskosten bis 150 Euro und »GWGs zweiter Klasse« mit Anschaffungskosten zwischen 150 und 1.000 Euro eingeführt. Die Fixierung der Abschreibungsdauer auf fünf Jahre wird in aller Regel nicht nur für die GWGs zwischen 150,01 und 410,00 Euro, sondern auch für die zwischen 410,01 und 1.000,00 Euro insbesondere in der IT-Industrie zu einer Verlängerung der Abschreibungsdauer führen, da hier kurze Produktlebenszyklen vorherrschen.

Die Sorge ist statthaft, dass hier das Bestreben des Staats nach höheren Einkünften zu einer »Innovationsbremse« führt. Dies ist umso bitterer, als es sich nicht wirklich um höhere Einkünfte handelt, sondern nur um vorgezogene. Letztlich handelt es sich nur um ein »Zinsthema«. Der Staat bekommt seine Steuern früher und zahlt deswegen kurzfristig weniger Zinsaufwand für sein Defizit.

Die »GWG-Problematik« relativiert sich weiter, da viele Gegenstände, die heute als Beispiele für GWGs genannt werden, wie Drucker und Monitore, in aller Regel keine GWGs sind, da sie nicht selbstständig, sondern nur im Zusammenhang mit teureren Geräten nutzbar sind. Insgesamt ist die geänderte Handhabung der GWGs in der Tat, zumindest für Unternehmen wie Arxes, eher ein Sturm im Wasserglas.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Matthias Eickhoff

Chief Financial Officer der Arxes NCC AG

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