Support, kostenloses Upgrade, Systemanforderungen, Preview Einblicke in Windows 11 im WBSC

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Windows 11 wird Ende des Jahres auf neuen PCs verfügbar sein. Kostenlose Upgrades gibt es für „berechtigte Windows-10-Versionen“. Wie diese definiert sind, steht noch nicht fest, so Microsoft-Kenner Manfred Helber. Er ahnt jedoch, wie das konkret geregelt werden wird.

Firmen zum Thema

Einblicke in das kommende Microsoft-Betriebssystem Windows 11 gab es auf einer AltspaceVR-Veranstaltung des WBSC.
Einblicke in das kommende Microsoft-Betriebssystem Windows 11 gab es auf einer AltspaceVR-Veranstaltung des WBSC.
(Bild: sdecoret – adobe.stock.com / Sven Langenfeld - [M] J Rath)

Windows 11 klopft an. Welche Systemvoraussetzungen gehen damit einher? Für wen wird es wann kostenlose Upgrades geben? Wann läuft der Support für Windows 10 aus? Und eine Frage, die viele Nutzer umtreibt: Wo wird der Windows-Start-Button sein? Für einige dieser Fragen gibt es noch keine offiziellen Antworten, auf andere schon.

Manfred Helber ist mit seiner IT-Trainings-Firma Organisator und Trainer beim Windows Business Solutions Club (siehe Kasten, unten). Auf einer virtuellen Veranstaltung in AltspaceVR gab er für Microsoft-Partner Ein- und Ausblicke in und auf Windows 11.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Das neue Betriebssystem kommt mit großen Neuerungen auf der Oberfläche daher, aber auch unter der Haube ist bei Windows 11, insbesondere im Bereich Security, viel passiert. „Deshalb sehen die aktuellen Hardware-Anforderungen auch einen TPM 2.0 Chip vor“, so Manfred Helber.

Doch nicht das finale Windows

Windows 10 wurde eigentlich als letztes Windows präsentiert, allerdings gab es bekanntlich stets Updates. Unter Einstellungen, System, Info findet sich dann beispielsweise die Angabe „Windows 10 Pro V 21H1“. Man kann also sagen, dass sich der Produktname Windows 10 seit der Verfügbarkeit nicht geändert hat, die Version aber sehr wohl. Diese Windows-10-Versionen haben alle ein Support-Enddatum, wobei die erste Version bereits vor sechs Jahren veröffentlicht wurde und schon seit vier Jahren aus dem Support raus ist, erläutert der WBSC-Organisator. 2025 steht dann das Support-Ende für Windows 10 in der Home-, Pro- und Enterprise-Edition an.

Details zu den Support-Zeiträumen

Doch was bedeutet das konkret? Zunächst geht es mit Windows 10 folgendermaßen weiter: Die nächste Aktualisierung steht im Herbst an. Support gibt es dafür in der Home- und Pro-Version für 18 Monate, in der Enterprise-Version für 30 Monate. „Wie es danach weitergeht, müssen wir abwarten, sicher ist aber, dass Windows 10 bis Oktober 2025 unterstützt wird“, berichtet der MVP. „Die Service-Timeline für Windows 11 dürfte allen hier Anwesenden entgegenkommen“, so Helber in seinem Vortrag in der AltspaceVR-Umgebung. „Wer ein aktuelles Windows 11 auf dem Rechner hat, kann mit 24 Monaten Support in der Home- und Pro-Edition rechnen und mit 36 Monaten bei der Enterprise-Edition.“

Was die Frage nach dem kostenlosen Upgrade für „berechtigte Windows-10-Versionen“ angeht, geht Helber davon aus, dass „jene Systeme berechtigt sein werden, die die technischen Voraussetzungen dafür erfüllen“.

Versionsstrategie bei Windows 11

Für Windows 11 wird es nicht mehr zwei Versionen im Jahr geben – also wie bei Windows 10 eine im Frühjahr und eine im Herbst – sondern nur noch eine im Jahr. „Zu den Systemanforderungen gab es bereits viele Debatten im Netz, hierzu möchte ich betonen, dass die Hardware-Anforderungen noch nicht final kommuniziert wurden. Ich würde aber sagen, dass da nichts dabei ist, was nicht möglich ist“, sagt Helber. Was die unterstützten CPUs angeht, sind beispielsweise Exemplare der aktuellen Generation von AMD, Intel und auch Qualcomm gefragt.

Systemkompatibilitätsprüfung via Github-Tool

Für eine Systemkompatibilitätsprüfung kann das Tool „WhyNotWin11“ zur Konkretisierung genutzt werden, wenn die reguläre Systemprüfung ein ablehnendes, aber nicht näher spezifiziertes „Nein“ ergeben hat. Das Tool kann unter GitHub heruntergeladen werden und zeigt an, woran es hapert, beispielsweise fehlendes „DirectX + WDDM2“ oder eine nicht aktuelle „TPM Version“. Helber betont, dass das Tool auf Basis der aktuellen Microsoft Hardwarevorgaben für Windows 11 arbeitet, welche sich aber noch ändern können.

Bezug der Preview-Version

Eine Preview-Version von Windows 11 kann bereits jetzt ausprobiert werden. Tester müssen sich dafür unter „insider.windows.com“ als Insider registrieren. Dann kann unter Systeminfo bei Systemeinstellungen beim Punkt „Update & Sicherheit“ dem Windows Insider Programm beigetreten werden. Auf dem dortigen „Developer-Channel“ ist die Windows-11-Version inzwischen verfügbar. Nach einem Systemneustart ist Windows 11 als Update für Windows 10 verfügbar.

Eine optisch auffällige Neuerung ist die Platzierung der Taskleiste, unten, mittig. „Das wird für Diskussionen sorgen“, weiß Helber, „sie ist aber mit wenigen Klicks auf die klassische Anordnung umstellbar.“

Teams, neues Provisionsmodell, App-Verfügbarkeit

Ein wichtiger Schritt beim neuen Windows ist die standardmäßige Teams-Integration. Der Microsoft-Store kommt mit einem neuen Look and Feel daher, wichtig sind aber auch neue Vertriebs- und Provisionsmodelle im Hintergrund, die nach Einschätzung von Helber den Store für viele Entwickler interessanter machen wird: „Nachdem die App-Verfügbarkeit bisher eher nicht so toll war, hat Microsoft nun reagiert.“ Abgesehen vom Games-Content wird bei Apps statt der üblichen 30 Umsatzprozent an Provision für die Bereitstellung im Store je nach Leistung des Partners zwischen 0 und 12 Prozent abverlangt.

Android Apps unter Windows 11

Auch Android Apps werden unter Windows 11 laufen. Bereitgestellt werden die Apps über den Amazon App Store – das ist der bequeme Weg. „Da dort nicht alle Apps verfügbar sind, wird es auch einen Installationsweg über eine Sideloading-Funktion gehen“, sagt Helber.

(ID:47495748)