Computer-Telefon-Integration mittels eines bundesweiten IP-Netzwerkes Die K+S-Gruppe vereinheitlicht ihre Telefonsysysteme

Redakteur: Sylvia Lösel

Die Kasseler K+S-Gruppe hat ihre Telekommunikationsinfrastruktur bundesweit vereinheitlicht und auf den neuesten Stand gebracht. Die gemeinsame Übertragung von Sprache und Daten in einem Netzwerk auf Basis des Internet-Protokolls (IP) ermöglichte zudem die Einführung einer zentralen CTI-Lösung.

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Die Kristallgrotte des Erlebnisbergwerks Merkers
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( Archiv: Vogel Business Media )

Der grüne, gepflegte Fußballrasen in der Allianz-Arena in München verdankt seinen Topzustand vor allem einem Spezialdünger. Dieser wird von der Compo GmbH & Co. KG geliefert die zur K+S Gruppe gehört. Dieses Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern von Spezial und Standarddüngemitteln. Die Rohstoffe dafür werden unter anderem in neun eigenen Kali- und Salzbergwerken in Deutschland abgebaut.

Um in dem Konzern die Voraussetzungen für eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur zu schaffen, sollte bundesweit ein IP-fähiges Netzwerk aufgebaut und die bisher 35 Telefonanlagen an den einzelnen Standorten in Deutschland per Voice over IP (VoIP) vernetzt werden. Teil des Projekts war auch die Einführung einer zentralen Lösung für die Computer-Telefon-Integration (CTI), die das Telefonieren direkt aus dem webbasierten SAP Enterprise Portal an den Büroarbeitsplätzen ermöglicht.

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Den Auftrag erhielt schließlich das Systemhaus Siemens Enterprise Communications mit der IP-fähigen Hybridplattform HiPath 4000 und der Software HiPath ComAssistant. »Wir haben auf die erforderlichen Investitionskosten und die anschließenden Ausgaben für Instandhaltung und Wartung geachtet«, räumt Alexander Röll, Referatsleiter Energie- und Elektrotechnik bei K+S, ein. »Den Ausschlag gab aber die Sicherheit.« Denn in den Bergwerken von K+S muss im Falle eines Unglücks oder einer Havarie gewährleistet sein, dass die Kommunikationssysteme auf jeden Fall funktionieren. Diese unbedingte Verfügbarkeit lässt sich nur durch eine redundante Infrastruktur sicherstellen.

Telefonie unter Tage

Eine weitere Besonderheit: Unter Tage in den Bergwerken des Unternehmens existieren fast ausschließlich analoge Telefonleitungen und -endgeräte, die zum Teil bis zu 30 Kilometer vom nächsten Schaltschrank entfernt sind. Sowohl aus Kosten- wie aus Sicherheitsgründen kann dieses Equipment heute nicht einfach durch VoIP ersetzt werden. Ein hybrides System wie die HiPath 4000, an das sowohl analoge Endgeräte, ISDN-Systemtelefone und moderne IP-Phones angeschlossen werden können, ist dieser heterogenen Umgebung eher angemessen als eine reine VoIP-Lösung.

Nachdem ein VoIP-fähiges MPLS-Netz (Multi-Protocol Label Switching) installiert worden war, konnten darüber an den 20 deutschen Standorten der K+S Gruppe auf Basis der IP Distributed Architecture (IPDA) abgesetzte Komponenten – so genannte Shelfs – an die HiPath-4000-Plattform angeschlossen werden. Die 83 Shelfs dienen als Verteiler für die je maximal 144 Telefonanschlüsse. Sämtliche Leistungsmerkmale und Anwendungen werden zentral gehostet und stehen über diese Infrastruktur an den Arbeitsplätzen bundesweit zur Verfügung.

Dazu zählt auch der CTI-Server, der heute an 2 350 Arbeitsplätzen im Unternehmen das bequeme Herstellen einer Telefonverbindung per Mausklick aus dem SAP-Portal heraus ermöglicht. Danach begann die K+S-Tochtergesellschaft Data Process mit dem Customizing, wie zum Beispiel der Protokollierung von Anrufen im Journal, Zugriff über den Webbrowser auf persönliche Daten oder automatische Benachrichtigung über Anrufversuche per eMail.

Wirtschaftliche Lösung

Durch die Vereinheitlichung ihrer Telekommunikationsinfrastruktur und die Ablösung der teuren Mietleitungen zur Anbindung der Standorte in Deutschland spart die K+S Gruppe, die sämtliche Kommunikationssysteme in Eigenregie betreibt und wartet, mittlerweile erheblich Kosten ein. »Wir können feststellen, dass unsere ursprünglichen Wirtschaftlichkeitsberechnungen sogar noch übertroffen werden«, bilanziert Referatsleiter Röll. Neben den Leitungsgebühren sind es die niedrigeren Wartungs- und Servicekosten, die positiv zu Buche schlagen.

Interview: »Mitarbeiter telefonieren per Mausklick«

Alexander Röll, Referatsleiter Energie- und Elektrotechnik, zeigt sich zufrieden mit der Einführung der zentralen CTI-Lösung bei der Kasseler K+S Gruppe.

ITB: Welche Anforderungen sollte Ihr CTI-System erfüllen?

Röll: Mit der CTI-Lösung sollte das Telefonieren direkt aus dem bereits vorhandenen SAP-Mitarbeiterportal an den Arbeitsplätzen ermöglicht werden. Deshalb suchten wir nach einer serverbasierten Anwendung, die sich nahtlos in die vorhandenen Systeme einbinden ließ und die Ressourcen nicht so strapazierte wie dies bisher der Fall war.

ITB: Welche Vorteile bietet die integrierte Telefonie für die tägliche Arbeit?

Röll: Im Umgang mit der Telefonie, werden die Arbeitsabläufe wesentlich vereinfacht. Das steigert die Motivation und die Akzeptanz der IT-Anwendungen insgesamt. Durch das Plus an Komfort sind die Mitarbeiter aber auch besser erreichbar, und die Effizienz der täglichen Arbeit erhöht sich. Für mobile Mitarbeiter und Homeworker werden darüber hinaus weitere Leistungsmerkmale erschlossen.

ITB: Wie war die Zusammenarbeit mit Ihrem Dienstleister Siemens Enterprise Communications?

Röll: Wir wurden bei der Realisierung der CTI-Lösung umfassend unterstützt – beispielsweise in einem anfänglichen Workshop, in dem wir gemeinsam die wünschenswerten Anforderungen geklärt haben. Gleichzeitig wurden durch eine gute Projektorganisation die geplanten Ziele erreicht, insbesondere was die Bereitstellung der Lösung im vorgesehenen Zeitplan betraf.

Das Projekt

  • Aufgabe: Erneuerung und Vereinheitlichung der Kommunikationssysteme mit einer Plattform, die auch den Sicherheitsvorschriften in Bergwerken Rechnung trägt
  • Ziel: Nutzung neuer Anwendungen wie CTI (Computer-Telefon-Integration), deutliche Kosteneinsparungen
  • Realisierung: Aufbau eines IP-fähigen Sprach- und Datennetzes, Einführung einer zentralen CTI-Lösung
  • System: Siemens HiPath-4000-Plattform und CTI-Server

(ID:2008332)