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Storage und Datamanagement

NetApp Partner Executive Forum 2018

Die hohe Schule der Multi-Cloud

| Autor: Klaus Länger

Mit einer Multi-Cloud-Strategie will NetApp allen anderen Storage-Firmen davongaloppieren.
Mit einer Multi-Cloud-Strategie will NetApp allen anderen Storage-Firmen davongaloppieren. (Bild: photofang - stock.adobe.com)

Auf dem NetApp Partner Executive Forum EMEA 2018 in Sevilla hob NetApp den Erfolg seiner Multi-Cloud-Strategie hervor. Mit der Data Fabric ist NetApp nicht nur als Service bei allen großen Hyperscalern vertreten, auch das Hardware-Geschäft läuft sehr gut.

Andalusien mit Sevilla als Hauptstadt ist ­eines der Zentren der Zucht edler Pferde und auch der Hohen Schule, als Pferdedressur höchsten Schwierigkeitsgrads. Die Vergabe der Auszeichnungen an verdiente Partner fand denn auch auf einer Hazienda statt und war von einer Dressurvorführung begleitet.

Erfolgreich mit den Hyperscalern

Die Analogie der „Hohen Schule” passt auch auf NetApp. Schließlich schafft der Storage-Anbieter das Kunststück, trotz zunehmender Verlagerung von Daten zu Cloud-Anbietern erfolgreich zu sein. Und das, ­ohne selbst als Zulieferer für Amazon, Microsoft und Google tätig zu sein. Denn „wer Hardware an die Hyperscaler verkauft, verliert Geld”, so Henri Richard, Executive ­Vice President of Worldwide Field and Customer Operations von NetApp, bei seiner Keynote in Sevilla. Noch vor wenigen Jahren galt die mittlerweile 26 Jahre alte Firma als One-Trick-NAS-Pony, nahm dann aber die Hürde in die Hybrid- und schließlich in die Multi-Cloud. Dafür wurde das Betriebssystem Ontap komplett umgeschrieben und auf Software-Defined-Storage-Basis gestellt. Heute läuft das OS auf der NetApp-Hardware im Rechenzentrum, als Private­Storage für die Cloud bei Colocation-Anbietern, mit Ontap Select als virtuelle Maschine oder als Service auf Cloud-Plattformen. Der Hersteller bietet seine Cloud Volumes Ontap auch bei den drei großen Hyperscalern AWS, Microsoft Azure und Google Cloud als Service an. Dabei können die Partner mitverdienen, wenn sie ihre Kunden, die Cloud Volumes Ontap nutzen, bei NetApp registrieren.

On-Premises: Wachstum mit der Cloud

Vom Aufschwung in der Cloud profitiert außerdem das on-Premises-Geschäft, so jedenfalls Alexander Wallner, Senior Vice President und General Manager EMEA bei dem Hersteller. Im zukunftsträchtigen All-Flash-Markt ist NetApp laut Wallner seit 18 Monaten Marktführer. In Deutschland liege der Marktanteil bei 48 Prozent. Als erster Anbieter verfügt NetApp zudem mit dem AFF A800 über das erste End-to-End-NVMe-System mit NVMe-over-Fabrics auf Basis von Fibre Channel. Auch der Absatz von FlexPod-Geräten für konvergente Systeme sei um 26 Prozent gestiegen. Wich­tige OEM-Partner sind hier Fujitsu und Cisco. 65 Prozent des Zuwachses gehen auf das Konto von All-Flash-Systemen, so der Manager weiter. NetApp sei inzwischen zu einem führenden SAN-Storage-Anbieter geworden. Insgesamt habe damit die Neuaufstellung der Firma mit dem Fokus auf die Themen Cloud, Flash und Hyperconverged Infrastructure (HCI) das laufende Geschäftsjahr 2018 zum erfolgreichsten Jahr für NetApp EMEA seit dessen Bestehen gemacht.

Bei HCI gehöre NetApp zwar nicht zu den Vorreitern, man sei aber genau zum richtigen Zeitpunkt am Start, so Brad Anderson, als Senior Vice President verantwortlich für die NetApp Cloud Infrastructure Business Unit. Denn von NetApp käme die erste klar als Enterprise-Lösung konzipierte HCI, die sich problemlos in existierende Infrastrukturen integriere, und sich bedarfsgerecht um Storage- oder Compute-Componenten erweitern lasse. Die HCI-Systeme des Herstellers seien vor allem für den Aufbau von Private-Cloud-Strukturen als Teil einer Multi-Cloud geeignet.

Als Ziele für 2019 nennt Richard eine intensivere Zusammenarbeit mit den Hyperscalern, die NetApp und seinen Partnern den Zugang zu neuen Kunden ermögliche, eine Wiederbelebung des OEM-Geschäfts und mehr Engagement bei globalen Accounts. Dafür benötige die Firma Partner, die entsprechende Projekte bewältigen können und denen man mit neuen Sales-Tools ­helfen werde. Eine möglichst große Zahl von Partnern gehört nicht zu den Zielen. „Das Best von NetApp kommt noch”, zeigt sich Richard überzeugt.

Ergänzendes zum Thema
 
Auszeichnungen für die Zugpferde unter den Partnern

Transformation von NetApp als Erfolgsgeschichte

Für Jörg Heeske, bei NetApp als Vice President für die DACH-Region verantwortlich, hat die Transformation seiner Firma funktioniert. So habe sie mit Fabric Pool als Teil der Data Fabric als einziger Storage-Hersteller eine Technologie, die eine schnelle und problemlose Verlagerung von Daten zwischen dem lokalen Rechenzentrum und der Multi-Cloud erlaube. So könnten etwa zeitkritische Daten lokal auf schnellen All-Flash-Systemen gespeichert bleiben, während Ontap „kalte” Daten automatisch in die Cloud auslagert und auch wieder zurückholt, sobald sie benötigt werden. Eine zusätzliche Broker-Software sei nicht notwendig.

Aber der Wandel bei Netapp ist noch nicht abgeschlossen, mit IoT und KI stünden die nächsten Herausforderungen an. „Netapp muss sich schneller ändern als der Markt”, stellt Heeske fest. Bei diesem Prozess müssen auch die Partner das Tempo halten. Zu der von EMEA-Chef Wallner in seiner Keynote angesprochenen Überdistribution von NetApp, die sich über die Jahre entwickelt habe, merkt Heeske im Gespräch an, dass seine Firma keine Partner aktiv „aussortieren”, sondern damit rechnet, dass sich das Problem durch die Konsolidierung bei den Systemhäusern und natürliche Fluktuation selbst lösen werde. Allerdings sei Net­App immer an neuen Partnern interessiert, die auf zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern unterwegs sind. Dabei können laut Heeske auch Mittelständler bei der Digitalisierung gut mithalten, wenn sie über die nötigen Kompetenzen und Kontakte zu den Fachabteilungen bei ihren Kunden verfügen. Denn die würden bei Beschaffungen eine immer wichtigere Rolle spielen, während die IT-Abteilungen eher zu Brokern werden, die für ein sinnvolles Zusammenspiel von Inhouse- und Cloud-Infrastrukturen sorgen. NetApp unterstütze die Partner durch eigene Sales-Spezialisten für HCI und die Cloud.

Die Rolle der Systemhäuser

Das Systemhaus Cancom gehört zu den wichtigsten NetApp-Partnern in Deutschland. Die Firma nutzt die Data Fabric auch für das eigene Cloud-Angebot der Tochter Cancom Pironet. Laut Manuel Ohnacker, Senior Manager beim Competence Center Datacenter Platforms & Architectures bei Cancom, ermöglicht sie ein schnelles ­Onboarding „traditioneller” Kunden. Die Akzeptanz von Cloud-Angeboten wächst laut Ohnacker bei Kunden aus dem Mittelstand, was der Strategie von NetApp mit der Kombination von Cloud und Flash entgegenkommt. Viele dieser Kunden stünden derzeit vor der Herausforderung, eine von Fachabteilungen aufgebaute Schatten-IT in der Cloud wieder in die IT-Infrastrukturen der Firmen zu integrieren. Dabei könnten Systemhäuser eine wichtige Rolle spielen. Für NetApp sieht Ohnacker auch eine Zukunft als Data-Management-Anbieter.

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