Von Legacy zu Innovation Der Weg zur modernen Netzwerkinfrastruktur

Von Sylvia Lösel 6 min Lesedauer

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Immer höhere Workloads durch KI-Anwendungen, integrierte Security-Features und Automatisierung beschäftigen Verantwortliche für IT-Netzwerke. Doch das ist noch lange nicht alles, was für eine stabile Infrastruktur nötig ist.

Im Netzwerk kommen alle IT-Trends zusammen. Das bringt große Herausforderungen mit sich. Auch, wenn es darum geht, Legacy-Netzwerke fit für die Zukunft zu machen.(Bild:  Kromstar Studios - stock.adobe.com / KI-generiert)
Im Netzwerk kommen alle IT-Trends zusammen. Das bringt große Herausforderungen mit sich. Auch, wenn es darum geht, Legacy-Netzwerke fit für die Zukunft zu machen.
(Bild: Kromstar Studios - stock.adobe.com / KI-generiert)

Was können wir von Spanien lernen? Wenn der Strom weg ist, dann hilft auch das beste IT-Netzwerk nichts mehr. In allen anderen Fällen gilt: je stabiler das Netzwerk, desto besser und: je sicherer, desto besser. 5G, 6G, Glasfaser. KI, Security, Automatisierung. Edge, Multicloud, Observability. Das Netzwerk ist der Schmelztiegel für sämtliche IT-Entwicklungen und -Strömungen. Hier fließt alles zusammen und trifft teils auf Legacy-Systeme, die dieser Innovationsflut (noch) nicht gewachsen sind. Bestes Betätigungsfeld also für IT-Dienstleister, um die Infrastruktur ihrer Kunden fit für die Zukunft zu machen. Jens Müller, Teamleiter Business Development Network Solutions, nennt drei Felder, die Controlware-Kunden im Moment stark beschäftigen:

  • Die Migration von veralteten WiFi-Technologien (WiFi 4/5) hin zu modernen Standards wie WiFi 6, 6e und WiFi 7, um höhere Geschwindigkeiten, geringere Latenzzeiten und verbesserte Netzstabilität zu erreichen.
  • Die Ablösung von MPLS-Infrastrukturen durch flexible und kosteneffiziente SD-WAN-Lösungen.
  • Den Ausbau der Netzwerkbandbreite, insbesondere im Rechenzentrumsumfeld, mit einem Upgrade von 25–100 Gbit/s auf 100–400 oder sogar 800 Gbit/s, um der wachsenden Datenmenge gerecht zu werden.

Was sollten moderne Netzwerke bieten?

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der aktuellen To-do-Liste, die viele vor sich liegen haben. Und diese gilt sowohl für die großen Infrastrukturen der Rechenzentrumsbetreiber und Service Provider, die Netzwerke für Großunternehmen, für KMU und natürlich auch für den Kleinstbetrieb, der mit High-End-Consumer-Ware auch schon gut bedient werden kann.

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„In modernen Netzwerken werden Cloud-Services und KI unverzichtbare Bausteine der Unternehmensprozesse. Doch wie Synapsen in einem Gehirn müssen Router, Switches und Firewalls reibungslos zus

Andreas Bichlmeir, Vorstand von Online USV-Systeme.(Bild:  Gudrun Kaiser)
Andreas Bichlmeir, Vorstand von Online USV-Systeme.
(Bild: Gudrun Kaiser)

ammenarbeiten, um Informationen sicher zu transportieren – ein Stromausfall wirkt hier wie ein Schlaganfall,“ bringt Andreas Bichlmeir, Vorstand Online-USV, es auf den Punkt. Und Brandon Butler, Senior Research Manager bei IDC, sieht folgenden Trend: „Jüngste IDC-Studien zeigen ein wachsendes Interesse an Plattform-basierten, KI-gestützten Netzwerkansätzen, die die Transparenz, Verwaltung und Benutzererfahrung über verschiedene Netzwerk- und Sicherheitsbereiche hinweg verbessern. Nicht verwunderlich also, dass Ingram Micro und Juniper ihre Partnerschaft nun auf Deutschland ausgeweitet haben, um Partner hierzulande beim Aufbau zukunftssicherer Netzwerklösungen zu unterstützen. „Auf Basis der Experience-Plattform Xvantage mit ihrer Kombination aus Benutzerfreundlichkeit, Datenintegration und künstlicher Intelligenz erhalten Partner nun die Möglichkeit, Netzwerk-, Rechenzentrums- und Sicherheitslösungen mit den neuesten Technologien von Juniper Networks zu entwickeln, anzubieten und zu bauen“, erläutert Atila Kaplan, Executive Director beim Distributor.

Viele Unternehmen erkennen, dass sie mit ihren internen Ressourcen an Grenzen stoßen, wenn es darum geht, neue Technologien wie KI, Cloud-Integration oder moderne Sicherheitsarchitekturen effizient umzusetzen.

Jens Müller, Teamleiter Business Development Network Solutions bei Controlware

Wie wichtig ist Automatisierung?

Robert Mallinson, CSO bei Lancom(Bild:  LANCOM Systems GmbH)
Robert Mallinson, CSO bei Lancom
(Bild: LANCOM Systems GmbH)

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Robert Mallinson, Co-Geschäftsführer von Lancom: „Cybersecurity ist anhaltend ein Top-Thema, bei dem wir mit unserem vervollständigten Firewall-Portfolio die Kunden sehr gut unterstützen können. Des Weiteren steht das Thema Automatisierung im Vordergrund. Wir sehen, dass mittlerweile jedes zweite verkaufte Gerät von uns über unsere Management Cloud konfiguriert und administriert wird. Hier arbeiten wir weiter daran, Third-Party-Lösungen per Schnittstelle an die LMC anzudocken, um unseren Kunden und Partnern zusätzliche Mehrwerte, beispielsweise beim Rollout, bieten zu können.“

Automatisierung hat auch Controlware auf dem Zettel, wie Müller beschreibt. Beispielsweise Software-basierte Abbildung wiederkehrender Aufgaben durch Automatisierungs-Frameworks und APIs, Umsetzung von Compliance- und Corporate-Governance-Vorgaben durch dokumentierte, versionierte und auditierbare Netzwerkkonfigurationen oder die Anwendung von DevOps-Prinzipien zur schnellen und flexiblen Umsetzung von Netzwerkdesigns, Konfigurationen und Betriebsmodellen.

Integration von KI- und Security-Features

Dazu kommt die zunehmende Integration von Security- und KI-Features in die Netzwerke. „Ein wesentlicher Treiber ist die zunehmende Auflösung klassischer Sicherheitsperimeter – beispielsweise durch die Verlagerung von Applikationen und Daten in die Cloud,“ erläutert Müller. Die damit verbundenen Bedrohungslagen erfordern neue Sicherheitsarchitekturen, die nicht mehr nur auf zentralen Firewalls basieren, sondern tief in die Netzwerkinfrastruktur eingebettet sind. Und Mallinson ergänzt: „Im Netzwerk hat für uns die Reise im Bereich 3-Tier-Switching gerade begonnen. Das Thema Wi-Fi 7 steht im Business-Umfeld noch in den Startlöchern, aktuell werden erste Projekte realisiert. Außerdem sehen wir, dass die Unified Firewalls immer mehr Teile der Funktionen aus dem Routing-Bereich übernehmen, was in Zukunft sicherlich für Synergien sorgen wird.“

Cybersecurity und Automatisierung sind die Top-Themen, die weiterhin im Vordergrund stehen.

Robert Mallinson, Co-Geschäftsführer bei Lancom

Jens Müller ist Teamleiter Business Development Network Solutions bei Controlware.(Bild:  Controlware)
Jens Müller ist Teamleiter Business Development Network Solutions bei Controlware.
(Bild: Controlware)

Dabei spielt immer mehr auch KI eine Rolle. „Auf Kundenseite entsteht der Bedarf zum einen aus den IT-Abteilungen heraus, die sich durch den Einsatz von KI eine Effizienzsteigerung im operativen Netzwerkbetrieb versprechen“, so Müller. Der Fachkräftemangel lässt grüßen. Besonders im Bereich Netzwerkmanagement – wird KI als strategischer Hebel zur Entlastung der Teams betrachtet. „Aber auch die Fachbereiche innerhalb der Unternehmen treiben das Thema stark voran.“ In dieser Übergangsphase zu KI sind Unternehmen auf kompetente Partner angewiesen, die nicht nur technisches Knowhow einbringen, sondern beratend und implementierend zur Seite stehen. Mallinson beschreibt das so: „Aktuell setzen wir KI hauptsächlich in den Bereichen PRM, Webseiten und Support ein. Grundsätzlich streben wir an, unsere Produkte durch die Integration von KI-Technologien noch leistungsfähiger, sicherer und benutzerfreundlicher zu machen. Hierbei stehen sicherlich das Thema Cybersecurity und Anomalie-Erkennung, sowie die Lancom Management Cloud im Fokus, wie zum Beispiel unser WLAN-Optimierungs-Tool Active Radio Control 2.0.“ Und Manfred Felsberg, Senior Director bei Juniper Networks, erklärt: „KI-Tools werden das Fachwissen von Datacenter-Experten nicht ersetzen, aber sie befähigen sie, auf einem noch höheren Niveau zu arbeiten. Die Fachleute werden sicherstellen, dass KI effektiv implementiert wird, ihre Erkenntnisse interpretieren und einspringen, wenn die menschliche Intuition zur Lösung komplexer Herausforderungen erforderlich ist.“

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Wie kann man es den Admins leichter machen?

Einen anderen Aspekt bringt Michelle Okoro, Executive Director of Network Infrastructure eines amerikanischen Schuldistrikts, ins Spiel: „Angesichts der zunehmenden Konvergenz von Netzwerken und Sicherheit sind wir an Lösungen interessiert, die unserem IT-Team wertvolle Zeit sparen. Wir können es uns nicht leisten, dass unser IT-Team zwischen Netzwerkmanagement, einer Vielzahl an Sicherheitsanwendungen, Support- und Lernportalen hin- und herspringt.“ Deshalb setzt man dort auf die Extreme Platform One von Extreme Networks, und hofft, damit die Komplexität durch die Integration von Netzwerk-, Sicherheits- und KI-Lösungen zu reduzieren.

Auch Services wie Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Network-as-a-Service (NaaS) gewinnen zunehmend an Bedeutung, identifiziert Müller einen weiteren Trend. „Und das über alle Unternehmensgrößen hinweg. Viele Unternehmen erkennen, dass sie mit ihren internen Ressourcen an Grenzen stoßen, wenn es darum geht, neue Technologien wie KI, Cloud-Integration oder moderne Sicherheitsarchitekturen effizient umzusetzen. Bereits seit mehreren Jahren setzen Unternehmen deshalb verstärkt auf Partnernetzwerke.“

Eine USV schützt nicht nur Hardware und Daten, sondern beugt vor und stellt die Lauffähigkeit sicher – über alle Stromprobleme hinweg.

Andreas Bichlmeir, Vorstand bei Online USV-Systeme

Und wie sieht es mit Mobile Work aus?

Als ob all dies noch nicht genug wäre, erfordert die zunehmende Diversifizierung von Arbeitsmodellen flexible Netzwerkinfrastrukturen, die mobile und ortsunabhängige Tätigkeiten zuverlässig unterstützen. 50 Prozent der Beschäftigten bevorzugen ein hybrides Arbeitsmodell, also den Wechsel zwischen Büro und externen Orten. Gleichzeitig wächst auch der Wunsch nach echter Ortsunabhängigkeit: 62 Prozent der Befragten geben an, dass Workation-Angebote ein entscheidendes Kriterium bei der Jobwahl sind. Bring your own WiFi ist hier das Stichwort und beispielsweise Netgear bedient diese Anforderung mit dem Nighthawk M3 Mobile Router und 5G-Internetgeschwindigkeit für unterwegs. Bis zu 13 Stunden Arbeitszeit ohne Stromanschluss – für unterwegs sowie auch als Backup für zu Hause geeignet, denn der Router hält smarte Geräte auch bei Internetausfällen online. Ein ähnlicher Gedanke war wohl bei Zyxel im Spiel. Das Unternehmen hat seinen neuen Glasfaser-Aggregations-Switch, der datenintensive Anwendungen ermöglicht, gegen die Gefahren durch Stromausfälle oder Überhitzung mit zwei Stromversorgungs- und vier Lüftermodulen ausgestattet. Offenbar hat man schon von Spanien gelernt.

Cisco stellt Chip-Prototyp für Quanten-Netzwerk vor

Cisco stellt den Prototypen eines neuen Quantenchips vor, der die Basis für Quanten-Netzwerke bieten soll.(Bild:  Cisco)
Cisco stellt den Prototypen eines neuen Quantenchips vor, der die Basis für Quanten-Netzwerke bieten soll.
(Bild: Cisco)

Für das Netzwerk der Zukunft hat Cisco einen Prototyp eines Silizium-Photonik-Verschränkungsquellen-Chips vorgestellt. Dieser erzeugt bis zu 200 Millionen Paare von Verschränkungsphotonen pro Sekunde. Diese verschränkten Photonen stellen das Quantenäquivalent zu den Netzwerkverbindungen im heutigen Internet dar. Wenn zwei Teilchen verschränkt werden, bilden sie eine Verbindung, bei der sich der Zustand eines Teilchens völlig ortsunabhängig sofort auf den Status des anderen auswirkt. Das ermöglicht eine kohärente Zusammenarbeit der Quantenprozessoren.

  • Funktioniert mit bestehender Infrastruktur, denn er nutzt Standard-Wellenlängen von Glasfaserleitungen für die Telekommunikation
  • Arbeitet bei Raumtemperatur und ist klein genug für die Systemintegration in einen integrierten photonischen Chip
  • Energieeffizient: benötigt weniger als 1 mW Strom

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