Intels Vorstoß mit Business Exchange lässt Channel links liegen Das sagt der Handel zu Intels Software-Portal

Redakteur: Regina Böckle

Wie bewerten erfahrene Software-Systemhäuser und -Distributoren Intels jüngste Initiative, über einen eigenen Online-Shop Software für Unternehmenskunden zu vertreiben? IT-BUSINESS hat sich im Channel umgehört.

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Hans Staudte, Geschäftsführer Trademail Distribution
Hans Staudte, Geschäftsführer Trademail Distribution
( Archiv: Vogel Business Media )

Hans Staudte, Geschäftsführer Trademail Distribution

Die Initiative von Intel zeigt, dass der Software-Markt noch Potenzial hat und von vielen als Wachstumsmarkt gesehen wird. Wir glauben nicht, dass damit der klassische Channel an Bedeutung verliert. Den Endkunden, insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen, ist eine professionelle Betreuung aus einer Hand sehr wichtig. Diese kann nur das klassische Systemhaus oder der Fachhändler vor Ort bieten.

William Geens, Geschäftsführer Prianto

William Geens, Geschäftsführer Prianto (Archiv: Vogel Business Media)

Der Shop kann die Expertise von Fachhändlern nicht aushebeln. Intel hat die Power und den Namen, den Shop erfolgreich zu machen. Der Shop ist noch in einer frühen Phase und wird sich inhaltlich sicher noch verbessern müssen. Dennoch spricht er nur ein Teilsegment des Marktes an. Hersteller müssen sich darüber bewusst sein, welche Channel-Strategie sie verfolgen. Wenn die Produkte im Intel Business Exchange auftauchen, müssen die Hersteller Überzeugungsarbeit leisten, dass Fachhändler die Produkte in ihrem Vertrieb forcieren – dazu muss eine Preis- und Konditionen-Politik entwickelt werden, die den Fachhandel wettbewerbsfähig macht und ihm eine entsprechende Marge lässt, um seine Beratungskosten zu decken.

Joaquim Moreira dos Santos, Geschäftsführer SOS Software

Joaquim Moreira dos Santos, Geschäftsführer SOS Software (Archiv: Vogel Business Media)

Aus meiner Sicht versucht Intel mit diesem Portal, Software-Anwendungen gebündelt anzubieten, die die Möglichkeiten der Dual-, Quad- und Multicore-Prozessoren nutzen. Das ist auch nötig. Denn auf neuen Dual-Core-Desktops laufen Office-Anwendungen teilweise langsamer als auf den Vorgängermodellen, weil häufig die Software nicht parallelisiert ist. Das muss sie aber sein, will man die maximalen Performance-Vorteile der Mehrkern-Prozessoren nutzen. Die Initiative Intels, Software-Angebote zentral zu bündeln, die diese Architektur unterstützen, ist daher verständlich. Es wäre aber eine gute Sache gewesen, wenn Intel diese Sammlung nicht über einen eigenen Webshop angeboten, sondern den Channel mit eingebunden hätte. Es ist einfach schade, wenn Hersteller hier direkt mitmischen.

Wie die Software-Distributoren ISPD und 8Soft die Situation einschätzen, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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