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Elmar Ortner, Marketingleiter bei Novastar

Im Intel-Shop finden sich nicht unbedingt Must-Have-Produkte, für die Endkunden sofort Geld ausgeben werden. Gefahr für den Handel geht davon nicht aus. Wenn sich Intel hier kein Schwergewicht an Land zieht oder eine Kooperation mit einem funktionierenden Betreiber eingeht, dann wird diese Initiative schneller vom Markt verschwunden sein als sie aufgetaucht ist. Etablierte Anbieter haben hier sehr viel Zeit, Energie und Geld investiert.
Michael Anger, Geschäftsführer BITS Industry Solutions
Der Name Intel genießt im Markt bereits einen hohen Bekanntheitsgrad und ein gutes Image. Die Eintrittshürde auch in ein neues Marktsegment dürfte daher keine hohe sein. Allerdings verfügt das Unternehmen hier über keinen Vertriebskanal. Ich betrachte diese als den legitimen Versuch eines Hardware-Herstellers, künftig auch im Software-Bereich Geld zu verdienen.
Für klassische IT-Software-Häuser geht von Intels neuer Vertriebs-Plattform keine Gefahr aus. Denn die Produkte, die hier angeboten werden, sind selbsterklärend und für Kunden in der Regel auch über den Retail zu beziehen. Insofern ist Intels Vorstoß nicht wirklich revolutionär, und ich erkenne darin keine Konkurrenz für Software-Reseller. Hochwertige Software-Lösungen, die einer persönlichen Beratung bedürfen, weil es dabei immer auch um die Analyse und Optimierung der Unternehmensprozesse geht, sind über Online-Shops nicht abzubilden.
Das Online-Service-Angebot von Sage ist hier schon eher ein Modell, das langfristig mit dem Geschäft der Software-Vertriebspartner kollidieren könnte, die kleine Firmen mit bis zu zehn Mitarbeiter betreuen. Diese Kunden lagern ihre Lohnabrechnung gewöhnlich an Partner wie Datev aus. Mittelständische Unternehmen favorisieren dagegen in der Regel hausinterne Lösungen, insofern gibt es hier keine Konkurrenz-Situation.
Unsere Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre zeigt, dass mittelständische Endkunden immer einen persönlichen Ansprechpartner in der Nähe bevorzugen, der sie auch nach dem Software-Kauf betreut. Diese Kundennähe können Hersteller einfach nicht bieten, ohne massiv in Vertrieb und Support zu investieren. Dieser Punkt hat sich bei allen Versuchen der Software-Hersteller, direkt an Mittelstandskunden heranzugehen, als unüberwindbare Hürde erweisen. Das Kaufverhalten wird sich auch durch neue Bereitstellungs- und Bezugs-Technologien nicht ändern lassen.
Ein weiterer Erfahrungswert: Der Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtumsatz endet bei einem herkömmlichen Handelsunternehmen bei durchschnittlich 10-15 Prozent.
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