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Christian Dillitzer, Business Development Manager bei ISPD

Dass ein Mikroprozessor-Hersteller wie Intel sich als Reseller für Software aufstellt, ist sogar in der irgendwie verrückten IT-Branche etwas Außergewöhnliches. Allerdings sind derartige Online-Angebote nicht neu oder gar exklusiv. Adressiert wird hier der Endkunde mit einem Produktportfolio, das wir übrigens zu gleichen Konditionen auch bei allen anderen Wettbewerber finden.
Die Entwicklung der Online-Shops zeigt, dass sich dieses Verkaufmodell gut etabliert hat. Aber es wird die klassischen Softwarebeschaffungswege und -Dienstleistungen weder ersetzen noch ablösen. Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung und der Zusammenarbeit mit unseren Fachhändlern, dass „Dienst“ und „Leistung“ für Endkunden sehr wichtig sind – und diese allein über einen Online-Shop nicht zu gewährleisten sind.
Das Modell adressiert kleine und mittelständische Unternehmen. Jeder große Software- oder Hardware-Hersteller hat in den letzten Jahren wiederholt versucht, mit neuen Ideen und Kampagnen in dieser Zielgruppe Geschäft zu generieren – mehr oder vielmehr weniger erfolgreich. Wir stellen gerade in diesem Kundensegment einen hohen Beratungsbedarf fest, der eher dafür spricht, hier mit klassischen Vertriebs- und Service-Modellen erfolgreich zu sein.
Kunden, die nur online beschaffen, werden letztendlich dort bestellen, wo sie entweder den besten Preis oder die wirtschaftlichsten Zusatzangebote erhalten. Ob die Intel-Plattform hier im Wettbewerb bestehen kann, muss sich erst zeigen.
Thomas Sprickmann Kerkernick, Geschäftsführer 8Soft

Im Moment ist das nur ein weiterer Online-Shop, mit den systembedingten Stärken und Schwächen in der Kundenbeziehung. In Deutschland ist der Handel stark gegliedert, ein einziges Angebot wie das von Intel adressiert die vorhandene Struktur nur peripher.
Derzeit ist nicht erkennbar, worin ein neuer Wert für den Endkunden bestehen soll. In der Marke Intel? Die Gliederung des Marktes ist ein Resultat der sehr unterschiedlichen Anforderungen der Kunden, ein Web-Shop allein wird da keine wesentlichen Veränderungen hervorrufen. Anders könnte es aussehen, wenn sich das Angebot über zusätzliche Leistungen von Intel erweitern würde, aber danach sieht es derzeit wohl nicht aus.
Wie das SAP-Systemhaus BITS Industry Solutions und Software-Distributor Novastar Intels Vorstoß bewerten, lesen Sie auf der nächsten Seite.
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