Management-Plattformen Sicherheit ohne Strategie und Kompetenz bleibt wirkungslos

Von Natalie Forell 3 min Lesedauer

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Deutsche Unternehmen haben kein Problem mit Technik oder Prozessen. Stattdessen fehlen langfristige Strategien, die Cybersicherheit dauerhaft in Unternehmenskonzepte verankern. Führungskräfte und IT-Teams benötigen dafür mehr Kompetenzen und Weiterbildung.

Prozesse und Backups sind bei Unternehmen meist vorhanden, doch Skill Gaps, überlastete Teams und eine Führung, die erst im Krisenfall handelt, bremsen die Resilienz.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Prozesse und Backups sind bei Unternehmen meist vorhanden, doch Skill Gaps, überlastete Teams und eine Führung, die erst im Krisenfall handelt, bremsen die Resilienz.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Deutschen Unternehmen fehlt es nicht an Strukturen oder Maßnahmen zur Resilienz. Was fehlt, sind langfristige Strategien, die auf den richtigen Kompetenzen und einer Führung aufbauen, die Cybersicherheit als eine Daueraufgabe begreift. Dabei zeigen die Unternehmen im Alltag durchaus operative Disziplin. Laut einer aktuellen Studie von Manage Engine führen knapp 95 Prozent der Befragten nach einem Angriff eine strukturierte Auswertung durch. Fragen nach dem „Was, Wie und Warum“ werden geklärt, zudem leitet die befragte Mehrheit daraus auch konkrete Verbesserungsmaßnahmen ab, die das Sicherheitsniveau stärken sollen.

Hintergrund

Zur Methodik der Studie

Für die Studie beauftragte Manage Engine das Marktforschungsinstitut IO Investigación. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie operativ resilient Unternehmen im Jahr 2026 aufgestellt sind. Befragt wurden Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und den Niederlanden. Insgesamt nahmen mehr als 1.500 Personen teil, davon 302 aus Deutschland. Die Befragten waren in unterschiedlichen Funktionen tätig, von IT-Administratoren und Sicherheitsanalysten bis hin zu Führungskräften in kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen.

Das Problem liegt nicht in der Technik

Und trotzdem sind Cybersicherheitsvorfälle bei Kunden für Systemhäuser und Dienstleister oft der Alltag. Insbesondere Phishing und Social Engineering machen etwas mehr als die Hälfte der gezählten Vorfälle in deutschen Unternehmen aus. Als wachsende Sorge kommt Künstliche Intelligenz dazu, die Angriffe wie Phishing schwerer erkennbar und überzeugender macht. Das beeinflusst auch die Investitionsentscheidungen: 35 Prozent der befragten Führungskräfte planen, die Vorbereitung auf KI-basierte Bedrohungen zu priorisieren.

Doch während für Cybersicherheit mehr Geld in die Hand genommen wird, bleibt das Engagement auf Führungsebene oft uneinheitlich. Nur 29 Prozent beschäftigen sich laut der Studie dauerhaft intensiv mit dem Thema. Fast 40 Prozent der Befragten geben an, dass Vorstand und Geschäftsleitung sich vor allem dann damit befassen, wenn es bereits zu einem Vorfall gekommen ist. 31 Prozent berichten sogar, dass sich das Management selbst während eines Notfalls kaum einbringt. Ein hohes und kontinuierliches Engagement der Führung nennen nur 28 Prozent.

Während die Prozesse laut Manage Engine sitzen, fehlt es an Kapazitäten. Für je 37 Prozent der Befragten sind Skill Gaps und manuelle Prozesse die größte operative Herausforderung beim Aufbau einer effizienten Cyberabwehr. Weitere 32 Prozent kämpfen mit einem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Dass das keine Sonderfälle sind, zeigen auch die Zahlen der TÜV-Weiterbildungsstudie 2026. Diese zeigt, dass befragte Unternehmen soziale und menschliche Kompetenzen mit 88 Prozent als wichtigsten Skill der Zukunft nennen, erst danach folgen technische und digitale Kompetenzen mit 70 Prozent.

Grundlegende KI-Kompetenzen sind gefragt

Besonders deutlich wird die Wissenslücke bei Künstlicher Intelligenz. 40 Prozent der vom TÜV befragten Unternehmen gehen davon aus, dass der Bedarf an KI-Qualifikationen wachsen wird, 50 Prozent sehen dort einen hohen Weiterbildungsbedarf. Dabei gehe es weniger um fortgeschrittene Kenntnisse, sondern um anwendungsnahe Kompetenzen, die einen praktischen Einstieg in KI-Tools ermöglichen. Praveen Das, Regional Technical Head in Europa bei Manage Engine, erklärt: „Da KI-gestützte Angriffe immer raffinierter werden und sich leichter skalieren lassen, muss Cyberresilienz zu einer dauerhaften geschäftlichen Priorität werden. Sie darf nicht mehr nur als operatives Problem betrachtet werden, das nur bei Vorfällen zum Tragen kommt.“

Hintergrund

Wer ist Manage Engine?

Manage Engine hat eine Managementplattform entwickelt und bietet Tools zur Verwaltung und Überwachung von IT-Umgebungen. Dabei ist Manage Engine eine Geschäftssparte der Zoho Corporation, die Unternehmen weltweit mit IT-Management-Lösungen unterstützt. Seit über 20 Jahren ist Micro Nova der exklusive Vertriebspartner in Deutschland. Weitere Partner wie Controlware, Esko Systems oder Saphira Security unterstützen beim regionalen Vertrieb. Das Unternehmen mit Niederlassungen unter anderem in den USA, den Niederlanden, der Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Singapur, Japan, China, Mexiko und Australien. Der globale Hauptsitz liegt in Indien, das europäische Büro in London.

Plattformen bieten weniger Chaos und mehr Überblick

„Die größte Herausforderung besteht nun darin, sicherzustellen, dass sich diese Resilienz mit derselben Geschwindigkeit weiterentwickelt wie die dynamische Bedrohungslage von heute“, so Das weiter. Managementplattformen können bei diesen Herausforderungen ein hilfreicher Schritt sein. In ihrer Plattform bündelt Manage Engine beispielsweise SIEM, Endpoint-Management und Identitätsverwaltung in einem integrierten System. Solche Lösungen reduzieren den manuellen Aufwand, stellen automatisch einen Kontext zwischen den Einzellösungen her und ermöglichen eine zuverlässigere Bedrohungserkennung. Zwar ersetzen Plattformen fehlendes Wissen nicht, aber sie vereinfachen Systeme. Wer den Überblick über alle verwendeten Tools an einer zentralen Stelle bündelt, braucht weniger spezialisiertes Wissen für jede einzelne Lösung und kann vorhandene Kompetenzen gezielter einsetzen, wo sie wirklich gebraucht werden.

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