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Covid-19 sorgt für eine neue Arbeitswelt

| Autor: Heidemarie Schuster

Das Coronavirus sorgt für einen Wandel in Unternehmen.
Das Coronavirus sorgt für einen Wandel in Unternehmen. (Bild: fotogestoeber - stock.adobe.com)

Immer wieder hörte man in der Vergangenheit, dass die Digitalisierung in deutschen Unternehmen eher schleppend voran geht. Dass nun ausgerechnet ein Virus für eine enorme Beschleunigung sorgt, damit haben wohl die wenigsten gerechnet. Eine Citrix-Umfrage zeigt, dass sich IT-Führungskräfte nun auf eine neue Arbeitswelt vorbereiten.

Langsam beruhigt sich die Lage in Deutschland und in vielen anderen Ländern, was das Coronavirus betrifft. IT-Abteilungen weltweit wurden durch den unvermittelten Umstieg auf Homeoffice und Remote Work auf die Probe gestellt. Eine Umfrage, die Censuswide im Auftrag von Citrix durchgeführt hat, zeigt nun, dass Unternehmen der Situation gewachsen sind. So nimmt die Digitale Transformation in Unternehmen zügig an Fahrt auf, um die erwartete Nachfrage nach flexibleren Arbeitszeiten und Remote Work auch nach Abklingen der Krise zu erfüllen. Über drei Viertel der mehr als 3.700 befragten IT-Führungskräfte aus sieben Ländern sind nämlich der Ansicht, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer weiterhin zögern wird, ins Büro zurückzukehren. Infolgedessen geben 61 Prozent der deutschen Befragten an, dass sie den Umzug ihrer IT in die Cloud vorantreiben werden.

Die Rückkehr ins Büro

„Praktisch über Nacht hat sich das Büro von einem physischen zu einem digitalen Raum gewandelt“, sagt Petra-Maria Grohs, Regional Vice President Germany bei Citrix. „Unsere Umfrage zeigt, dass IT-Teams in Deutschland und weltweit diese Herausforderung angenommen und umgehend allen Mitarbeitern Remote Work ermöglicht haben. Ihre nächste Aufgabe ist jetzt, diese vorübergehende Lösung nachhaltig und auf lange Sicht effektiv zu gestalten. Zeitgleich müssen sie sich aber auch der Mammutaufgabe stellen, die Arbeitnehmer wieder an ihre physischen Arbeitsplätze zurückzubringen. Dieser gewaltige Umschwung in der Unternehmenslandschaft wird wahrscheinlich das Entstehen einer tatsächlich hybriden Arbeitsumgebung vorantreiben. Nun liegt es an den IT-Teams und der Unternehmensführung, gemeinsam dafür zu sorgen, dass dieser Entwicklungsschritt zu Remote Work so nahtlos, sicher und flexibel wie möglich stattfindet.“

Viele Arbeitnehmer zögern noch, wieder ins Büro zurückzukehren. Über die Hälfte der befragten IT-Entscheidungsträger (59 %) in Deutschland stimmen zu, dass es für die Mehrheit ihrer Mitarbeiter überraschend einfach war, den Wechsel ins Homeoffice anzutreten – weltweit waren das sogar zwei Drittel der Befragten (69 %). Zudem sagen 61 Prozent der in Deutschland Befragten, dass die von ihnen eingesetzte Technologie eine ebenso effektive Zusammenarbeit ermöglicht hat wie zuvor.

Vor diesem Hintergrund bringen deutsche Unternehmen ihre digitalen Motoren auf Hochtouren und implementieren nun Lösungen zur Unterstützung von Remote Work auf lange Sicht: 61 Prozent der IT-Leiter geben an, dass ihre Abteilungen eine Verkleinerung der physischen IT-Infrastruktur und den Übergang zu einem Cloud-Modell erwägen. 60 Prozent planen, neue Kommunikations- oder Messaging-Tools, 51 Prozent rechnen mit der Einführung digitaler Arbeitsplattformen und 47 Prozent wollen öffentliche Cloud-Dienste zur Erleichterung von langfristigem Remote Work einführen.

Homeoffice erfordert neue Strukturen

Der Weg zu Remote Work war für viele Unternehmen nicht einfach – auch, wenn in deutschen Unternehmen im Schnitt bereits fast drei Tage pro Woche von zu Hause gearbeitet wurde. Fast die Hälfte der befragten IT-Führungskräfte in Deutschland (43 %) gibt an, dass ihr Unternehmen nicht auf einen Business-Continuity-Plan zurückgreifen konnte, der den Wechsel fast aller Mitarbeiter zu Remote Work berücksichtigt. 55 Prozent von ihnen fanden es zudem herausfordernd, diesen Wechsel vorzunehmen. All dies hat den IT-Teams einiges abverlangt. So berichten rund 70 Prozent der Befragten von einem hohen Stressniveau in ihren Teams.

Dennoch sind auch positive Veränderungen zu beobachten, wie Petra-Maria Grohs ausführt: „Diese Krise hat verdeutlicht, dass die IT-Teams oft die ‚unbesungenen Helden‘ eines Unternehmens sind und ihre Arbeit nun auch anderen Mitarbeitern deutlich präsenter gemacht. Sie haben sichere und zuverlässige Arbeitsumgebungen geschaffen, mit denen die Mitarbeiter engagiert und produktiv arbeiten und somit den Fortbestand des Unternehmens auch in schwierigen Zeiten gesichert. IT-Teams werden gestärkt aus der Krise hervorgehen und von ihren Unternehmen und anderen Mitarbeitern künftig noch mehr geschätzt werden. Immerhin mehr als die Hälfte der befragten IT-Führungskräfte (57 %) teilen diese Meinung und sagen, dass die IT derzeit als ‚geschäftskritisch für ihr Unternehmen‘ angesehen wird.“

Jedoch hat der schnelle Umzug ins Homeoffice eine Reihe neuer Bedenken und Herausforderungen mit sich gebracht: 55 Prozent der IT-Führungskräfte machen sich Sorgen über die Informationssicherheit, weil die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Die Hälfte der Befragten gibt in der Studie an, dass die Zahl der Mitarbeiter, die nicht genehmigte Software installieren, sprunghaft angestiegen ist. Die genutzten technischen Lösungen haben mitunter ebenfalls Probleme verursacht, denn rund ein Viertel der Befragten (21 %) sagt, dass ungeplante Abschaltungen des „Virtual Private Networks“ (VPN) in den letzten Wochen ein Hauptproblem für ihre Abteilung waren.

Über die Studie

Die Studie basiert auf Interviews, die im April und Mai 2020 mit 3.770 IT-Entscheidungsträgern in mittleren und großen Organisationen aus den folgenden sieben Märkten durchgeführt wurden: USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Niederlande. Die Befragten sind in den folgenden Sektoren tätig: Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen & Biowissenschaften, Telekommunikation/Medientechnologie, Freiberufliche Dienstleistungen, Fertigung, Einzelhandel und Sonstige. Die Untersuchung wurde von Censuswide im Auftrag von Citrix durchgeführt.

Wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber vom Homeoffice profitieren

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