Openshift-Plattform Cloud-Wechselbarrieren sind ein strategisches Thema

Von Dr. Stefan Riedl

Cloud-Strategien sollten Wechselbarrieren und -kosten berücksichtigen. IBM setzt hier auf die Openshift-Plattform für kritische Applikationen bei den Kunden. Leicht austauschbare Alltags-Apps spielen dabei keine große Rolle. Der Hybrid-Cloud-Chef bei IBM geht ins Detail.

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Die großen Fragen rund ums Cloud Computing soll bei IBM die Openshift-Plattform lösen.
Die großen Fragen rund ums Cloud Computing soll bei IBM die Openshift-Plattform lösen.
(Bild: JustSuper - stock.adobe.com)

Ebenso wie aus Trägheit im privaten Umfeld eher selten der Stromanbieter gewechselt wird, scheint es auch eine Wechselträgheit im Cloud Computing zu geben, den Lock-In-Effekt, der von Wechselbarrieren- und -kosten herrührt.

Dominic Schulz, Vice President Hybrid Cloud DACH, IBM
Dominic Schulz, Vice President Hybrid Cloud DACH, IBM
(Bild: IBM)

Doch Dominic Schulz, Vice President ­Hybrid Cloud DACH, bei IBM, würde dieser These eher nicht zustimmen. Die Wechselbarrieren zu minimieren, werde vielmehr häufig bereits in den Cloud-Strategien berücksichtigt. Außerdem seien Unternehmen in vielen Branchen durch entsprechende regulatorische Anforderungen dazu angehalten, Vorkehrungen zu treffen, um Workloads jederzeit auf einen anderen Provider umziehen zu können.

Die Speiseplan-App steht nicht im Fokus

Womöglich ist der Diskurs hier von einem Missverständnis geprägt. „Im Fokus dieser Betrachtungen steht dabei nicht ‚die Speiseplan-Applikation‘, sondern Anwendungen mit hoher Relevanz“, stellt der IBM-Manager in dem Zusammenhang klar. Scholz räumt ein, dass, wenn man auf einen Cloud-Anbieter setzt und mit diesem bereits längere Zeit zusammenarbeitet, Schnittstellen sowie Komplexität minimiert werden. Die Datenhaltung könne auch stringenter verwaltet werden und Verträge und Abstimmungen sind in der Regel überschaubar. „Und natürlich ist es mit Aufwand verbunden, sich weitere Angebote am Markt einzuholen und einen Überblick über die unterschiedlichen Cloud Services zu erhalten.“

Plattformfundament

Aber am Ende des Tages würden sich ein offenes Technologiefundament lohnen. Bei IBM heißt dieses „Red Hat Openshift“, welches auf allen Cloud-Provider-Plattformen betrieben werden kann, aber auch als selbstverwaltetes Plattformfundament zur Verfügung steht. Der Umzug oder auch Parallelbetrieb kritischer Workloads werde damit enorm erleichtert. „Im Vergleich zu nativen Kubernetes Cloud Diensten, die häufig auch als einheitliches Fundament verstanden werden, ist Openshift mehr als nur eine reine Kubernetes-Implementierung. Es kommt mit fertigen Intgerationszusätzen, vollständig Open Source basiert, die ansonsten selbst gebaut und gewartet oder im Zuge eines Portierungsansatzes nachgebaut werden müssten“, so der Hybrid-Cloud-Chef bei IBM.

Anbieter-Bindung bremst aus

Eine von IBM im letzten Jahr durchgeführte Studie zum Thema Hybrid Cloud zeigte folgendes: 69 Prozent der Befragten gaben an, dass die Bindung an einen bestimmten Anbieter ein wesentliches Hindernis für die Verbesserung der Unternehmensleistung in den meisten oder allen Bereichen ihrer Cloud-Infrastruktur darstellt. Folgt man den Studienergebnissen ist das ein weiterer Grund, dass nicht jeder Cloud-Anbieter alles anbieten und abbilden kann. Hier ist es verständlich, dass Kunden die Flexibilität benötigen und entsprechend der eigenen Bedürfnisse selektieren.

Security-Aspekte

Cyber-Bedrohungen sind laut der 2021 durchgeführten „Cost of a Data Breach Studie“ so hoch wie nie zuvor und die Komplexität bei der Infrastruktur führt zu Schwachstellen, die Cyberkriminelle ausnutzen.

Dennoch gab mehr als ein Drittel der ­Befragten an, dass die Verbesserung der ​Cybersicherheit und die Verringerung von ­Sicherheitsrisiken nicht zu ihren größten Geschäfts- und IT-Investitionen gehören. Gleichzeitig gaben 80 Prozent der Befragten (in Deutschland 73 Prozent) an, dass die Einbettung der Datensicherheit in die Cloud-Architektur in den meisten Fällen wichtig oder äußerst wichtig für erfolgreiche digitale Initiativen ist.

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