Wenn neue Hard- oder Software angeschafft werden muss, stehen nicht nur Anwender, sondern auch die Reseller der Distributoren vor der Frage: Kaufen, leasen oder mieten? Gefragt sind Clients heutzutage am liebsten „as a Service“. Und flexibel muss das Ganze sein!
Bei der Frage, welche Vorteile Miet- und As-a-Service-Modelle etwa bei Clients haben, brauchen Systemhauskunden Beratung.
(Bild: The Little Hut - stock.adobe.com / Firefly / [M] Udo Scherlin / KI-generiert)
Jede Firma benötigt früher oder später neue Hardware. Der Digitalverband Bitkom rechnet für dieses Jahr trotz der aktuell schwierigen konjunkturellen Lage im deutschen Markt mit einem Umsatz im Bereich IT und Telekommunikation von 232,8 Milliarden Euro, fast 5 Prozent mehr als noch 2024. Um möglichst viel von diesem Kuchen abzubekommen, vertreiben Distributoren ihre Workplace-Hardware mit den verschiedensten Optionen – per Kauf, Miete oder Leasing. Gerade letzteres war in den vergangenen Jahren ein Renner.
Doch der Markt ist schnelllebig. Hat sich der Trend hin zum Leasing abgeschwächt? Gibt es neue Modelle, speziell wenn es um Clients für das Unternehmen geht?
Flexible Finanzierungslösungen
Sehen wir uns zunächst einen global agierenden Distributor an: Westcon Comstor offeriert mit „Flex“ eine, wie der Name schon sagt, „flexible“ Finanzierungslösung. Wie Guido Nickenig, Senior Director PreSales DACH bei Westcon, erläutert, verbleibt im Falle von Device-as-a-Service- und Mietmodellen das Eigentum an den Produkten beim Vermieter, in diesem Fall also Westcon-Comstor. Im Rahmen der Flex-Finanzierungslösung geht das Eigentum an den Produkten aber auf den Reseller über. „Westcon-Comstor bietet damit eine gestaffelte Zahlungsfrist an – jedoch keine Formen des Kredits oder Leasings“, so Nickenig.
„Wir haben die Lösung so konzipiert, dass sowohl Hersteller als auch Reseller optimal davon profitieren: Reseller erzielen durch das Modell größere Rabatte, weil sie den Umfang des Deals erhöhen und den Wert, den sie für ihr Budget erhalten, frühzeitig maximieren können – und zwar ohne, dass der Cashflow des Resellers beeinträchtigt wird. Und das über das gesamte Portfolio von Westcon-Comstor hinweg: Wir finanzieren Software, Hardware, Dienstleistungen und Renewals“, erläutert der PreSales-Experte.
„Flexen“ als Finanzierungslösung
Noch ein „flexibler“ Distributor: Auch Flexvelop bietet mit dem sogenannten „Flexen“ eine elastische Finanzierungslösung an. Unternehmen könnten damit frei entscheiden, ob sie mieten, kaufen oder zurückgeben möchten. „So passt sich die Finanzierungslösung stets an den Bedarf des Unternehmens an – nicht umgekehrt“, wirbt Hans-Christian Stockfisch, Geschäftsführer von Flexvelop. „Es gibt keine versteckten Versicherungskosten, Bearbeitungsgebühren oder intransparente Restkaufpreise. Die Konditionen sind von Anfang an klar definiert und planbar.“
Hans-Christian Stockfisch, Geschäftsführer von Flexvelop. Wenn ein Unternehmen Geräte fünf oder mehr Jahre nutzen will und Flexibilität nicht nötig ist, dann ist ein Kredit oder Leasing anzuraten.
Bildquelle: Flexvelop
Beim Flexen bleibe im Gegensatz zum Finanzierungsleasing oder dem klassischen Kredit „die Bilanz der Unternehmen frei“ und somit für Banken attraktiv. Dies lasse Raum für Kredite. Die Mietraten könne zudem als Betriebsausgaben jeden Monat steuerlich in voller Höhe abgesetzt werden. „Unsere Partner können ihren Geschäftskunden jetzt eine flexible und innovative Finanzierungslösung anbieten, die auf die Bedürfnisse moderner Unternehmen zugeschnitten ist“, erläutert der Geschäftsführer. „Unsere Partner können sofort auf allen Kanälen loslegen, denn es bedarf keiner IT-Integration – alles läuft bei Flexvelop webbasiert und vollautomatisch.“ Außerdem könne Flexvelop für große Partner auch White-Label-Lösungen aufsetzen, die unter dem eigenen Namen flexible Finanzierungslösungen wie „Hardware-as-a-Service“ anbieten wollen, jedoch selbst nicht die digitalen Prozesse entwickeln wollen.
Device-as-a-Service-Modelle
Auch bei Bechtle hat man eine Vorliebe der Kunden für die von Cloud-Providern gewohnte Abrechnungsart ausgemacht und offeriert daher Devices as a Service, wie Antje Leminsky, COO, erläutert. Ihre Verantwortungsbereiche umfassen Logistik & Service, Financial Services und Nachhaltigkeitsmanagement: „As-a-Service-Modelle sind im Gegensatz zur Hardwaremiete oder -leasing nicht starr, sondern adaptiv, denn die monatliche Rate umfasst nicht nur Hardware, sondern auch Software und individuelle Services, die über den Nutzungszeitraum flexibel (sic) hinzugefügt, angepasst oder ausgetauscht werden können“, erklärt sie sich den Erfolg des hauseigenen Vertriebsmodells.
Antje Leminsky, COO bei Bechtle As-a-Service-Modelle sind im Gegensatz zur Hardware-Miete oder -Leasing nicht starr, sondern adaptiv, denn die monatliche Rate umfasst nicht nur Hardware, sondern auch Software und individuelle Services.
Bildquelle: Bechtle
Die Nachfrage der Kunden nach Device as a Service nehme stetig zu – und zwar nicht nur bei Konzernen, sondern auch im Mittelstand und bei öffentlichen Auftraggebern. Diese würden bereits seit Jahren zunehmend auf die Miete von Hardware setzen, weil das die Liquidität schone. „Spezielle As-a-Service-Modelle sind aber vor allem dann attraktiv, wenn sie wie bei Bechtle ‚aus einer Hand‘ geliefert werden können: von der Bereitstellung und Finanzierung über Wartung, Support bis hin zum Remarketing“, so Leminsky. Device as a Service richte sich vorrangig an Unternehmen, für die IT nicht kompliziert und starr, sondern einfach und anpassbar sein soll.
Im Datacenter spielt Miete keine Rolle
Bei Infrastruktur für das Rechenzentrum dominieren noch Leasing oder Finanzierung als Bezahlmodelle. Allerdings forcieren viele Hersteller As-a-Service-Modelle mit verbrauchsunabhängiger Abrechnung und versprechen den Kunden dabei Flexibiltät und eine einfache Nutzung nach dem Vorbild der Public Cloud und meist in Verbindung mit Hybrid-Cloud-Konzepten.
Komsa setzt ebenfalls auf Device as a Service, er soll sogar noch ausgebaut werden. Aktuell wird es als ein monatliches Mietmodell für die mobile Geräteflotte von Unternehmen angeboten. „Das Modell ist im Gegensatz zum Leasing ohne Risiken was Rückgaben, Verlust oder Downsizing angeht“, erläutert Harald J. Ollinger, Vice President Marketing & Communications.
Stand: 08.12.2025
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Über digitale Prozesse werde der gesamte Lifecycle von der Ready-to-use Auslieferung mobiler Endgeräte, über Mobile Device Management (MDM) und Reparatur bis hin zur Rückgabe und Weitervermarktung geregelt. Der laut Ollinger zunehmend nachgefragte Service offeriere Kostentransparenz und keine versteckten Zusatzkosten sowie eine Rückführung von Altgeräten in eine Kreislaufwirtschaft.
„Device as a Service by Komsa entlastet IT-Abteilungen durch eine Ende-zu-Ende Lösung im Bereich der mobilen Endgeräte“, so Ollinger. „Es gibt keine versteckten Kosten, alle 36 beziehungsweise 48 Monate eine optimale Hardwareausstattung und darüber hinaus einen Service, der sich um alle Service Belange kümmert.“
Mietmodelle kommen in Mode
Noch im vergangenen Jahr war Leasing ein ganz heißes Eisen im Feuer der Distributoren. Reseller, aber auch die Anwender, bevorzugten beim Einkauf dieses Modell, weil es auf OPEX, einem Pay-per-use-Modell umsteigen ließ, was sie seit einigen Jahren von ihren Cloud-Providern gewohnt sind. Aktuell sind Mietmodelle en vogue, die den Resellern alle Möglichkeiten offenlassen.
Workplace as a Service
Miete24 hebt die „Flexibilität“ auf ein neues Level und gibt Resellern die Möglichkeit, sich mit neuer Hardware einzudecken, ohne dafür in Vorleistung gehen zu müssen. Das Vertriebsmodell nennt sich „Workplace as a Service“ (WaaS), der Distributor arbeitet dafür unter anderem mit HP zusammen. Im Zuge der Zusammenarbeit können HP-Partner Notebooks, PCs, Monitore, Headsets oder Videokonferenzsysteme über Miete24 beziehen. Dafür hat der Anbieter von Mietmodellen zusätzlich einen Partnerbereich eingeführt.
Heino Deubner, Geschäftführer Miete24 Anpassungen sind mit uns möglich, auch während der Vertragslaufzeit. Mit dieser Flexibilität wollen wir uns vom Leasing abheben.
Bildquelle: Miete 24
Darüber hinaus seien relevante HP Carepacks und Dienstleistungen direkt mit der Hardware gekoppelt. „Wir bieten Herstellern die Möglichkeit, Produkte im Distributionskanal direkt auch zur Miete anzubieten. Exklusiv über den Eno-Shop werden sie direkt mit dem Miet-Button versehen und sprechen noch breitere Käuferschichten an“, erklärte Sven Gösch, Leiter Einkauf & Produktmanagement bei Eno.
Device as a Service 2.0
Der noch junge Dienstleister CTRL-UP offeriert für Client-Geräte ebenfalls ein Mietmodell mit monatlicher Abrechnung – vor allem für große Unternehmen, für die Standardlösungen oft nicht geeignet seien. Laut CEO Dirk Stobbe war eine Motivation für die Gründung, dass die beteiligten Manager über ein „fundiertes Hintergrundwissen was Finanzierung und Vertragsgestaltung betrifft“, verfügen – und damit für das Hardware-Mietgeschäfts bestens qualifiziert gewesen seien.
Dirk Stobbe, Gründer und CEO von CTRL-UP Wir bringen Transparenz in die IT-Ausgaben. Dadurch können Unternehmen unnötige Ausgaben, etwa für teure Leasingverträge, vermeiden.
Bildquelle: CTRL-UP
Stobbe bezeichnet das Geschäftsmodell von CTRL-UP als „Device as a Service der zweiten Generation“. Die Kunden können auch einzelne Geräte monatlich kündigen – daher spricht Stobbe von „maximaler Flexibilität“. Seine Kunden hätten zwar die Mittel für Kauf oder Leasing, würden aber diese Flexibilität schätzen – und die Tatsache, dass keine Gelder in der IT-Ausstattung gebunden seien. Der Verzicht auf langfristige Leasingverträge bringe den Unternehmen mehr Liquidität und vereinfache zudem die Vereinheitlichung des Gerätepools, da es keine unterschiedlich endenden Laufzeiten gebe. Gegenüber dem Kauf sei der Vorteil, dass es keine Abschreibungsfristen gebe. Das Angebot von CTRL-UP umfasst den gesamten Lifecycle der Geräte, von der Auslieferung und Installierung bis hin zum laufenden Service und dem Refurbishment oder der Entsorgung. Diese Aufgaben übernehmen Partnerunternehmen – CTRL-UP fungiert hier als Generalunternehmer.