Unternehmensstrategie C4B baut das Kerngeschäft weiter aus

Von Ann-Marie Struck

Der Weg von On-Premises in die Cloud, die Internationalisierung und dabei die Partner mitnehmen: Die Roadmap des Germeringer UC-Herstellers ist ambitioniert. Im Interview gibt Stephan Krä, Vorstand bei C4B, einen Einblick in die Strategie.

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C4B startet durch und baut das Geschäft aus.
C4B startet durch und baut das Geschäft aus.
(Bild: peterschreiber.media - stock.adobe.com)

„Wir wollen wachsen und uns weiterentwickeln“: Mit dieser Aussage eröffnet Stephan Krä, Vorstand bei C4B, das Gespräch mit IT-BUSINESS. Seit Sommer 2021 unterstützt Krä den bisherigen Geschäftsleiter und Gründungsmitglied Bernd Woköck in der Führungsriege. Sein Ziel ist es, das vergangene Unternehmenswachstum von 15 bis 20 Prozent weiter voranzutreiben. Der Germeringer Softwarehersteller hat mit XPhone Connect eine UC-Plattform entwickelt, die sich mit fast allen Telefonanlagen einsetzen lässt.

„Der Softwaremarkt On -Premises in Europa wächst jedoch nicht mehr“, stellt Krä fest. Natürlich wird das On-Premises-Geschäft noch weiter existieren und wird – so betont der C4B-Vorstand – auch weiterhin langfristig von C4B bedient werden, aber Krä denkt schon darüber hinaus. Managed- und Private-Cloud-Lösungen sind für ihn die logische Weiterentwicklung der bisherigen Basis. Der Markt soll nun gemeinsam mit Partnern angegangen werden. „Wir versprechen uns von diesem Segment sehr viel“, sagt Krä und weiß, dass sich durch die Transformation auch das Partnernetz ändern wird. Bisherige Partner möchte der Hersteller bei der Ausweitung des Geschäfts unbedingt mitnehmen und entsprechend unterstützen.

Damit einhergehend plant C4B, die Zahlungsweise der Lizenz- und Softwareverträge auf eine jährliche umzustellen. Die Änderung betrifft die Software Assurance „XPhone Up2date“. Bisher konnte sie nur für bis zu fünf Jahre erworben werden und wurde auf einmal gezahlt. Ab Mai soll sich das nun ändern. Für die Umstellung mussten interne Prozesse wie der Produktkalkulator angepasst werden. Die Vertragshoheit bleibt weiterhin beim Partner.

Stephan Krä, Vorstand bei C4B
Stephan Krä, Vorstand bei C4B
(Bild: C4B)

Doch auch die Neukundengewinnung hat sich der Germeringer für dieses Jahr auf die Fahne geschrieben. Dafür setzt C4B auf Branchenanalysen und arbeitet eng mit Partnern zusammen. „In der Leadgenerierung haben wir die Partner bisher nicht maximal unterstützt“, gesteht Krä ein. Das werde sich künftig durch die Analysen ändern.

Das große Ziel: Europa

Außerdem geht der Hersteller auf Expansionskurs. Laut Krä ist die Internationalisierung das Ziel. Im vergangenen Jahr hat der UC-Hersteller einen Standort in Frankreich aufgebaut. Inzwischen konnte C4B den Systemhausverbund Neotel sowie den Distributor GCS für eine Zusammenarbeit gewinnen. Mit einem weiteren Distributor ist C4B im Gespräch. Insbesondere die Kooperation mit GCS habe den Hersteller bei der Erschließung des Marktes einen großen Schritt weitergebracht. So hat der Hersteller 20 neue Partner in Frankreich dazugewinnen können.

„Die Erfahrungen, die wir in Frankreich machen konnten, können wir nun auf andere Märkte übertragen,“ erklärt Krä und möchte schon die nächsten Schritte gehen. „Sprachlich bieten sich Benelux an, wobei auch eine Marktevaluierung für Italien nicht ausgeschlossen ist.“ Dabei hat der Hersteller keine aggressive Strategie, sondern beginnt zunächst mit einem Projektstatus in Kooperation mit Partnern vor Ort. Eine weitere Voraussetzung neben den passenden lokalen Partnern ist die Basis im eigenen Unternehmen, um den Support in allen Sprachen leisten zu können.

Gute Leute sind gefragt

Um sich als Nischen-Anbieter aus Deutschland gegenüber den großen Playern auf dem Markt zu etablieren, braucht es Krä zufolge gutes Personal. „Es ist nicht immer leicht, als mittelständisches Unternehmen am umkämpften Standort München gutes Personal zu finden“, weiß Krä. Doch im vergangenen Jahr konnte der Germeringer UC-Hersteller viele neue Leute mit an Bord holen und seine Mannschaft von 57 Mitarbeitern auf 70 aufstocken. Neben HR, Verwaltung und Marketing verzeichnete auch der Vertrieb und vor allem die Entwicklung ein Wachstum.

Der neueste Zuwachs ist Sebastian Görmar, der nun das Produktmanagement des UC-Herstellers verstärkt. Görmar wechselt von Komsa, wo er als Senior-Produktmanager das Sortiment Netzwerktechnik verantwortet hat.

Sneak Peak XPhone Connect 9

Doch nicht nur im Team hat sich bei C4B einiges getan. Das Release von XPhone Connect 9 steht schon in den Startlöchern und ist für Mai 2022 geplant. Neben der jährlichen Zahlweise kommt auch ein Mobile Softphone für XPhone. Zudem hat C4B Änderungen in der Architektur vorgenommen. Das Herzstück, der XPhone Call Controller, lässt sich künftig auf einen Linux-Server auslagern. Denn der Traffic über den Controller ist durchweg hoch, immerhin laufen nicht nur das Softphone, sondern auch das Hotline-Management und der Konferenzdienst darüber. Durch die Auslagerung sollen sich die Ausbaustufen erhöhen bei gleichzeitiger Verbesserung der Sicherheit.

Darüber hinaus ist für XPhone Connect 9 auch die Freigebe eines Session Border Controller (SBC) geplant. Als herstellerunabhängige CTI & UC-Software können XPhone-Lösungen unabhängig von der vorhandenen IT- oder TK-Infrastruktur eingesetzt werden. Auch dann, wenn an Standorten unterschiedliche Telefonanlagen von verschiedenen Herstellern im Einsatz sind. Durch den SBC soll sich die UC-Lösung nun einfacher in TK-Anlagen integrieren lassen.

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