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Ein gutes, aber kein hervorragendes Geschäftsjahr

Bechtle nimmt die Umsatzhürde von zwei Milliarden Euro

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Die Konzernzentrale von Bechtle befindet sich in Neckarsulm, am Bechtle Platz 1.
Die Konzernzentrale von Bechtle befindet sich in Neckarsulm, am Bechtle Platz 1. (Bild: Bechtle)

Zwar mindern Investitionen in die Mitarbeiter das Konzernergebnis von Bechtle, andererseits wird dadurch die Zukunft gesichert. Die Schwaben denken auch weiterhin über Firmenzukäufe nach und sehen sich bestens aufgestellt für Großprojekte.

Zum Glück hat Bechtle die Konzernzentrale in Neckarsulm in den vergangen Jahren immer mehr erweitert. Denn der IT-Dienstleister erwartet zu seiner zweitägigen Hausmesse, den Competence Center Days (CC Days), knapp 2.000 Gäste. Hinzu kommen noch die rund 1.200 dort ansässigen Mitarbeiter von deutschlandweit insgesamt 4.550. Noch im vergangenen Jahr belief sich diese Gesamtzahl auf 485 Köpfe weniger. Ein Zeichen, dass das Systemhaus kräftig in die Zukunft investiert. 150 der neuen Mitarbeiter kamen über Firmenzukäufe zu dem Konzern.

„Es ist mittlerweile schwer, bezahlbare Fachkräfte zu finden“, sagte der Bechtle-Vorstandsvorsitzende Thomas Olemotz. „Wir setzen deshalb auf Ausbildung und wenn notwendig auch auf Zukäufe.“ So hat das Systemhaus beispielsweise zwei auf Sharepoint spezialisierte Firmen akquiriert. Olemotz schließt auch für 2013 weitere Zukäufe aufgrund von Skill-Themen oder besserer Marktpräsenz nicht aus.

Intern investieren die Neckarsulmer ebenfalls in die Zertifizierung ihrer Mitarbeiter. Aktuell gibt es 16 so genannte Business Architects, welche die höchste Know-how-Stufe bei Bechtle haben. Ihr Aufgabe ist es, die IT-Infrastruktur der Kunden zu analysieren und dabei immer deren Geschäftsmodell im Auge zu behalten.

Allerdings schlagen sich all diese Personalkosten entsprechend im Geschäftsergebnis nieder.

Deutschland als Triebfeder

„Das Geschäftsjahr 2012 war aus Konzernsicht ein gutes Jahr, wenn auch kein herausragendes. Das Geschäft blieb in einigen südeuropäischen Ländern hinter unseren Erwartungen zurück, aber vor allem in Großbritannien, den Niederlanden und in Deutschland konnten wir überdurchschnittlich wachsen und damit unseren Martkanteil weiter ausbauen“, erklärte Olemotz.

Bechtle ist es im vergangenen Geschäftsjahr erstmals gelungen, konzernweit die Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz (2.096,8 Millionen Euro) zu überschreiten. Damit verzeichnet das Systemhaus einen Anstieg von 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das operative Ergebnis sank aufgrund der Personalaufwendungen allerdings um 6,8 Prozent auf 80,5 Millionen Euro.

Im Segment „IT-Systemhaus & Managed Services“ erzielte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von sechs Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem durch Heimatmarkt Deutschland, in dem die Nachfrage und die Investitionsneigung der Kunden unverändert solide ausfielen und zu einem Umsatzplus von 9,8 Prozent führten.

Das ausländische Systemhausgeschäft ging hingegen um 14,8 Prozent auf 174,5 Millionen Euro zurück. Hier führte die verhaltene wirtschaftliche Entwicklung zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung.

Das EBIT (Gewinn vor Steuern) reduzierte sich in diesem Bereich insgesamt um elf Prozent auf 44,4 Millionen Euro. Die EBIT-Marge beträgt 3,2 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahr.

IT-E-Commerce wächst

Der Umsatz im Segment „IT-E-Commerce“ baut auf rein organischem Wachstum auf und stieg um 3,4 Prozent auf rund 702 Millionen Euro konzernweit an. Auch hier profitierten die Neckarsulmer von einer stabilen Nachfrage im Inland und konnten in Deutschland den Umsatz um 4,7 Prozent steigern. Trotz der europäischen Schuldenkrise kann Bechtle insgesamt ein Plus von 2,9 Prozent im Betriebsergebnis vorweisen. Die EBIT-Marge beläuft sich somit auf 5,1 Prozent.

„Im Wettbewerbsvergleich sind wir ein solider Reseller, denn wir haben eine Eigenkapitalquote von 54,2 Prozent sowie ein komfortables Liquiditätspolster von 146 Millionen Euro“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. „Bei großen Ausschreibungen werden solche Kennzahlen durchaus abgefragt, um bei großen Projekten eine gewisse Sicherheit zu haben, dass das Systemhaus seine Dienstleistungen auch langfristig erbringen kann.“

Im Gegensatz zu einigen anderen IT-Dienstleistern, weist Bechtle keinen eigenen Cloud-Umsatz aus. Die Schwaben sehen sich eher als Cloud-Enabler. Entsprechend werden die Vertriebsmitarbeiter ausgebildet. „Wir vermarkten keine eigenen Cloud-Lösungen sondern Angebote von Herstellern, wie „Build your own Cloud“ von Cisco, Netapp und VMware. Noch hat das Cloud-Geschäft im Mittelstand nicht wirklich Fahrt aufgenommen – sollte sich das ändern, sind wir jedoch vorbereitet, um auf den Zug aufzuspringen“, führt Olemotz aus. „Natürlich könnten wir die klassischen Rechenzentrumsumsätze als Cloud-Umsätze betiteln und ständen dementsprechend gut da.“ Fragt man bei Hewlett Packard nach, so zählt Bechtle neben Computacenter zu den ersten beiden „Cloud Buildern“ des Herstellers in Deutschland.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr über die optimierte Logistik und die Pläne für 2013.

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