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Channel Fokus: Günther Schiller im Interview

ACP stellt sich als Full Service Provider für IIoT auf

| Autor: Michael Hase

IoT erfordert ein breites Spektrum an Kompetenzen auf Technologiefeldern wie Networking, Storage, Sensorik, Cloud, Analytics und Security.
IoT erfordert ein breites Spektrum an Kompetenzen auf Technologiefeldern wie Networking, Storage, Sensorik, Cloud, Analytics und Security. (Bild: © leowolfert - adobe.stock.com)

Die ACP-Gruppe verfolgt bei IIoT einen 360-Grad-Ansatz, wie Vorstand Günther Schiller betont. Anspruch des Systemhauses ist es, alle Leistungen von der Beratung über die Implementierung bis zum Managed Service zu erbringen.

Bei ACP gehört IIoT zu den strategischen Geschäftsfeldern. Wie geht die Gruppe das Thema konkret an?

Schiller: In unserer 2019 aufgebauten Einheit ACP Digital und in einigen ACP-Häusern beschäftigen wir dedizierte Business Development Manager für die Themen IoT / Industrie 4.0. Diese Experten entwickeln die Strategie und das Portfolio für die Gruppe. Momentan schaffen wir im Markt Awareness für unser IoT-Portfolio. Kurzfristiges Ziel ist es, damit interessante Projekte bei Kunden im produzierenden Gewerbe des gehobenen Mittelstands umzusetzen, um Referenzen aufzubauen. Mittelfristig möchten wir das Portfolio erweitern und den Kunden standardisierte Lösungsbausteine anbieten, die sich als Best Practice bewährt haben. Von der Beratung über die Implementierung bis zum Managed Service verfolgen wir auch hier einen 360-Grad-Ansatz, wie man das seit Jahren von ACP gewohnt ist.

Günther Schiller, Vorstand bei ACP, treibt die Digitalisierung der Gruppe mit Themen wie IoT und Analytics voran.
Günther Schiller, Vorstand bei ACP, treibt die Digitalisierung der Gruppe mit Themen wie IoT und Analytics voran. (Bild: Harald C. Sahling 2014)

Um IoT-Projekte ganzheitlich umsetzen zu können, braucht man ein breites Kompetenzspektrum. Welche Technologiefelder deckt ACP dabei ab?

Schiller: Bei ACP können wir auf das Portfolio und die Kompetenzen der gesamten Gruppe in Deutschland und Österreich zugreifen. Zudem verfügen wir über ein Netzwerk an Partnern, sodass es uns möglich ist, alle für IoT relevanten Technologiefelder abzudecken. Damit sind wir in der Lage, vollständige, kundenspezifische Lösungen zu erstellen, die IoT-Plattformen, Advanced Analytics, Consulting, Infrastruktur, Software, IoT-Konnektivität, Netzwerke und Security einschließen.

Bei IIoT kommt es auf das Zusammenspiel von IT und Operational Technology (OT) an. Wie tief muss man sich als Systemhaus mit Technologien aus dem Industriebereich auskennen?

Schiller: Wenn es um IoT geht, verschwimmen die Grenzen zwischen IT und OT. Unser Anspruch ist es, Kunden umfassend und vollständig zu beraten. Dazu ist es zwingend notwendig, dass wir als Dienstleister die Prozesse der Industrie und die OT verstehen. Aus dem Grund haben wir im Januar 2019 die Einheit ACP Digital gegründet, die Unternehmen auf der Business-Prozess-Ebene sowie zu den Themen Digitalisierung und Automatisierung berät. Prozess- und Branchen-Consultants sowie Experten aus dem Systemhaus, die für die technische Umsetzung zuständig sind, bilden somit ein Team, das die Kunden unterstützt.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

Wie geht ACP in IIoT-Projekten üblicherweise vor?

Schiller: Der erste und wichtigste Schritt ist es, dem Kunden zuzuhören. Dabei möchten wir seine Business-Anforderungen verstehen. Was möchte er verbessern? Welche Ziele verfolgt er? In einem Workshop entwickeln wir gemeinsam mit dem Kunden aus seiner Business-Perspektive ein Zielbild, aus dem wir eine technische Architektur ableiten. Nach Abnahme des Konzepts setzen wir die Lösung mit allen Komponenten wie Hardware, Software, Cloud-Plattform et cetera um und implementieren sie. Eine Lösung darf kein quick-fix sein, sondern muss dem Kunden langfristig helfen. Das IoT-Team wird daher von Digital Success Consultants (DSCs) unterstützt, die Kompetenz für unterschiedliche Industriezweige besitzen und die spezifischen Prozesse, insbesondere im produzierenden Gewerbe, kennen.

An welchem Punkt kommen Partner ins Spiel, die über anderes Knowhow und andere Skills verfügen?

Schiller: Die Anforderungen der Kunden sind nicht einheitlich, sodass sie unterschiedliche Bausteine unseres IoT-/ Industrie-4.0-Portfolios benötigen. Daher lässt sich nicht eindeutig bestimmen, wann und in welchen Umfang wir mit Partnern zusammenarbeiten. Soweit wie möglich nutzen wir zuerst die internen Kompetenzen der ACP-Gruppe, bevor wir Partner einbinden.

Wer sind die relevanten Ansprechpartner auf Kundenseite, und was heißt das für die Kundenansprache?

Schiller: Die Ansprechpartner kommen meist aus den jeweiligen Fachbereichen des Kunden und nicht aus der klassischen IT. Zudem hängt die Kundenansprache stark vom Gewerbe ab. Entscheidend ist, dass man die Sprache des Kunden versteht und zwar in seinem Kerngeschäft. So muss das IoT-Team von ACP Digital beispielsweise in der Lage sein, sämtliche Produktionsschritte zu verstehen, um Lösungen aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig, dass sich diejenigen, die die neuen Technologien später benutzen sollen, bei der Entwicklung der IoT-Lösung mitgenommen fühlen.

Somit spielen kulturelle Aspekte und weiche Faktoren ebenfalls eine Rolle?

Schiller: Ja, und zwar eine essenzielle. Die Wertschätzung der Mitarbeiter darf nicht vernachlässigt werden. Denn sie können am meisten beeinflussen, wie erfolgreich die Einführung einer IoT-Lösung verläuft. Daher muss jeder beteiligte Mitarbeiter eingebunden werden, um ihm klar zu machen, dass sein Wissen weiterhin gebraucht wird und dass er zugleich die Chance erhält, sich neue Fähigkeiten und Qualifikationen anzueignen, durch die sein Unternehmen in der Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. IoT-Lösungen haben einen geringen Nutzen, wenn sie nicht gelebt werden!

Inwieweit unterstützt ACP die Kunden nach der Einführungsphase beim Betrieb einer IoT-Lösung?

Schiller: Ein wichtiges Ziel ist es, die Kunden von ihren täglichen Herausforderungen zu entlasten und die Komplexität der Arbeit für sie zu reduzieren. Unternehmen wollen am Ende eine IoT-Lösung, die funktioniert und um die sie sich nicht oder nur ­wenig kümmern müssen. Daher stellen wir ­Managed Services für sie bereit, mit denen wir sie langfristig im Betrieb unterstützen. Unter dem Gesichtspunkt einer langfristigen Kundenbeziehung empfiehlt es sich auch, zunächst eine Basisplattform für IoT aufzubauen, die es den Unternehmen ermöglicht, in Zukunft einfach und flexibel neue IoT-Bausteine zu implementieren.

Bei klassischen IT-Infrastrukturprojekten überwiegt von der Wertschöpfung her meist der Produktanteil. Fallen Dienstleistungen bei IoT-Projekten stärker ins Gewicht?

Schiller: Das Verhältnis von Technologie und Dienstleistungen hängt davon ab, wo der Kunde gerade bei der Umsetzung seiner IoT-Strategie steht. Je weiter er damit ist, desto mehr verschiebt sich die Wertschöpfung in Richtung Dienstleistungen. Fortgeschrittene Unternehmen sind beispielsweise stark daran interessiert, gesammelte Daten weiterzuverwenden. Dann ist meist der Zeitpunkt gekommen, Data Analytics und Machine Learning einzuführen, um Prozesse zu optimieren und weitere Schätze zu heben. Das ist ein beratungsintensives Geschäft.

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