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Wie sicher sind vernetzte Haushaltsgeräte?

| Autor: Ann-Marie Struck

Smarte Geräte brauchen auch smarte Anwender.
Smarte Geräte brauchen auch smarte Anwender. (Bild: © sdecoret - stock.adobe.com)

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Das Licht per Smartphone steuern und die Heizung im Wohnzimmer schon vor der Ankunft anschalten. Die Vorteile von Smart-Home-Geräten sind vielfältig. Doch trotz der regen Nutzung, vernachlässigen viele Benutzer die Sicherheit. So die Ergebnisse einer Studie des TÜV-Verbands.

Auch wenn immer mehr Verbraucher die Heizungsthermostate, Lampen und Jalousien per Smartphone steuern oder autonome Staubsauger durch ihre Wohnungen fahren lassen, kommt die digitale Sicherheit im Smart Home in vielen Haushalten zu kurz. Denn obwohl 65 Prozent aller Smart-Home-Nutzer regelmäßig die Software der Geräte aktualisieren, ändern nur 53 Prozent bei Inbetriebnahme die voreingestellten Passwörter. Folglich ändern nur 47 Prozent die unsicheren Standardpasswörter und nur 35 Prozent kümmern sich um Sicherheits-Updates. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands.

Laut der Umfrage achten 59 Prozent der Smart-Home-Anwender bei der Anschaffung von Smart-Home-Produkten nicht auf IT-Sicherheitsfunktionen wie automatische Sicherheitsupdates oder eine verschlüsselte Datenübertragung. Des Weiteren bedienen 64 Prozent der Nutzer ihre Geräte über ein offenes Internet.

Aktuell nutzen in Deutschland 32 Prozent der Verbraucher mit Internetzugang Smart-Home-Geräte, so die Ergebnisse des TÜV-Verbands. Zu den Geräten zählen: Lampen, Steckdosen, Heizungsanlagen und Bewegungsmelder sowie andere Haushaltsgeräte wie beispielsweise smarte Spielzeuge, Rasenmäher oder Waschmaschinen. Marc Fliehe, Leiter Digitales und IT-Sicherheit beim TÜV-Verband (VdTÜV), warnt vor den vielen Sicherheitslücken der Produkte: „Immer wieder kommen Smart-Home-Geräte mit eklatanten Sicherheitslücken auf den Markt.“ Ein Grund dafür ist, dass die digitale Sicherheit vernetzter Geräte in der EU bisher keine Voraussetzung dafür ist, ein smartes Produkt auf den Markt bringen zu dürfen. Neben dem TÜV-Verband warnten bereits das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur vor Sicherheitsproblemen. Ein Angriff auf einen smarten Rasenmäher, Backofen oder eine Hobby-Drohne können durch die fremdgesteuerte Nutzung sogar eine Gefahr für die Gesundheit von Menschen darstellen.

Maßnahmen von Smart-Home-Nutzern für ihre IT-Sicherheit.
Maßnahmen von Smart-Home-Nutzern für ihre IT-Sicherheit. (Bild: TÜV-Verband)

Für eine verbesserte Sicherheit rät der TÜV-Verband beim Kauf und der Inbetriebnahme auf folgende fünf Punkte zu achten:

1. Passwort

Die voreingestellten Passwörter sind bei fast allen Geräten gleich. Folglich bilden sie eine große Sicherheitslücke und sollten bei der Inbetriebnahme sofort geändert werden.

2. Updates

Software-Aktualisierungen (Updates) des Herstellers dienen nicht nur dazu, neue Funktionen zu erhalten, sondern es werden damit auch bekannt gewordene Sicherheitslücken geschlossen. Da die Firmware die zentralen Funktionen des Geräts steuert, sollte diese auch immer auf dem neuesten Stand sein. Deshalb sollte der Verbraucher sich bereits beim Kauf über die Durchführung und Garantie des Herstellers von Sicherheits-Updates für das jeweilige Produkt informieren.

3. Internetzugang

Offenes Internet bildet für jedes damit verbundene Gerät ein Sicherheitsrisiko. Daher sollte vor der Verbindung vorher gut durchdacht werden, welches Smart-Home-Gerät wirklich aus der Ferne gesteuert werden muss, denn oft reicht das heimische Netzwerk völlig aus. Zudem bietet ein separates WLAN für die vorhandenen Smart-Home-Geräte eine zusätzliche Sicherheit. Insbesondere biete es sich an, sicherheitskritische Geräte wie vernetzte Alarmanlagen oder Video-Kameras per Kabel zu verbinden.

4. Verschlüsselung

Eine weitere Schutzmaßnahme bildet die Verschlüsselung von Daten. Daher sollten diese bei der Datenübertragung der einzelnen Smart-Home-Geräte verschlüsselt werden. Nur so kann eine sichere Kommunikation zwischen dem eigentlichen Gerät, dem Router im heimischen Netzwerk und der Steuerung per Smartphone-App oder im Browser gewährleistet werden.

5. Privatsphäre

Der Schutz der eigenen Privatsphäre hat höchste Priorität. Als Nutzer empfiehlt es sich, sich vorher zu informieren, welche Daten im Smart Home verarbeitet und wo diese gespeichert werden.

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