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Effizienter arbeiten mit Wunsch nach Sicherheit Wettbewerb im Cloud-Markt wird härter

| Autor: Sarah Gandorfer

In der Cloud stecken Möglichkeiten, die auch von deutschen Unternehmen geschätzt werden. Der Wettbewerb unter den Providern nimmt zu. Cloud-Anbieter, speziell die aus Deutschland und Europa, sind gefordert, ihre Leistungen entsprechend zu erweitern.

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Auch die großen Techkonzerne aus Übersee gehen immer stärker auf die Sicherheitsbedürfnisse ihrer europäischen Kunden ein und machen hiesigen Anbietern Konkurrenz.
Auch die großen Techkonzerne aus Übersee gehen immer stärker auf die Sicherheitsbedürfnisse ihrer europäischen Kunden ein und machen hiesigen Anbietern Konkurrenz.
(Bild: Photocreo Bednarek - stock.adobe.com)

Digitalisierung wird von hiesigen Firmen als wichtiges Mittel gesehen, um effizienter zu arbeiten. Dabei sucht jedes zweite Unternehmen verstärkt Cloud-Computing-Lösungen, die es innovativer macht, beispielsweise in Kombination mit Künstlicher Intelligenz (KI). Nur 44 Prozent der Befragten wollen durch die Cloud vorrangig IT-Kosten einsparen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Potenzialanalyse Cloud in Europa“ von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut, für die 204 Entscheider sowie Führungskräfte aus verschiedenen Branchen befragt wurden.

Um effizienter zu arbeiten setzen 69 Prozent der deutschen Unternehmen auf Cloud Computing, weil sie damit IT-Infrastruktur je nach Auftragslage und Auslastung nutzen können. Darüber hinaus ist allerdings inzwischen ein strategisches Umdenken in den Chefetagen erkennbar. „Entscheider suchen sich verstärkt Partner und Dienstleister, mit denen sie nicht nur profitabler, sondern auch innovativer werden – auch beim Thema Cloud Computing“, erläutert Oliver Reckermann, Head of Next Banking bei Sopra Steria.

Der Bedarf an Cloud-Diensten, die über eine sichere IT-Infrastruktur hinausgehen, wächst entsprechend. Selbst im stark regulierten Finanzsektor verlieren Unternehmen ihre Scheu vor Großaufträgen an große US-Firmen. Die Deutsche Bank hat sich beispielsweise für Google als Cloud-Partner entschieden, um von der Expertise des US-Konzerns auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz zu profitieren. Das Institut will unter anderem seine Analyse- und Prognosefähigkeit steigern. Ebenso arbeitet die Finanz Informatik Technologie Service, IT-Dienstleister der Sparkassen, mit Google zusammen. Partnerschaften mit Amazon und Microsoft sollen folgen. Ziel ist, angeschlossenen Instituten die Nutzung von Public-Cloud-Diensten zu ermöglichen. Zur Festlegung der vertraglichen Feinheiten beim Datenschutz und bei der Bankenregulierung dieser Deals sind große Spezial-Rechtsanwaltskanzleien beteiligt.

Made in Germany

Gaia-X gilt als europäische Alternative zu den US-Angeboten.
Gaia-X gilt als europäische Alternative zu den US-Angeboten.
(Bild: Sopra Steria)

Die deutschen und europäischen Cloud-Provider sind gefordert, ihre Leistungen an die steigenden Anforderungen der Kunden anzupassen. Speziell deutsche Cloud-Anbieter werben derzeit stark mit dem Faktor Sicherheit und sprechen Mittelstandsunternehmen sowie Städte und Kommunen an. Wer Software bei hiesigen Anbietern wie Ionos oder Nextcloud nutzt und Daten dort lagert, ist anders als bei US-Anbietern vor dem Zugriff ausländischer staatlicher Stellen sicher.

Sicherheit und Cloud „Made in Germany“ sind momentan schlagende Verkaufsargumente: 60 Prozent der befragten Entscheider schätzen das Risiko als groß ein, dass US-Behörden durch den „Cloud Act“ Zugriff auf ihre Daten bekommen könnten. Sicherheit ist zudem für deutsche Manager Top-Kriterium bei der Cloud-Anbieter-Entscheidung. 75 Prozent achten bei der Auswahl darauf, dass der Partner alle Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfüllt. 69 Prozent der Studienteilnehmer sind positiv gegenüber einer europäischen Lösung wie beispielsweise Gaia-X eingestellt.

Doch auch die US-amerikanischen Konzerne kümmern sich mittlerweile immer stärker um die Sicherheitsbedürfnisse ihrer europäischen Kunden, indem sie unter anderem Rechenzentren in Deutschland bauen. Darum ist zu erwarten, dass viele Unternehmen hierzulande den großen, transatlantischen Hyperscalern treu bleiben. Der Wettbewerb wird somit künftig verstärkt über das Gesamtpaket Cloud Computing ausgetragen: „Made in Germany kann im Cloud-Geschäft mittelfristig nicht nur für Datensicherheit stehen. Die Anbieter sollten sich auch beim Leistungsangebot abseits der Infrastruktur ihren Wettbewerbern aus den USA und Asien annähern und Nischen besetzen“, so Reckermann.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS