Megaport Weltweite Konnektivität als Self Service

Autor: Dr. Stefan Riedl

Weltweite Interkonnektivität soll im Sinne von „Pay-as-you-Go“ flexibler werden. Die letzte Meile vom privaten, globalen Netzwerk kann über standardisierte SD-WAN-Lösungen verwirklicht werden. Und Self Service gewinnt an Bedeutung. Megaport hat neue Impulse für den Markt.

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Die Welt wird von einem Datennetzwerk umspannt. Das Internet ist nur ein Teil davon.
Die Welt wird von einem Datennetzwerk umspannt. Das Internet ist nur ein Teil davon.
(Bild: Siarhei - stock.adobe.com)

Die Welt umspannt ein Datennetzwerk und das Internet ist nur ein Teil davon: Cloud-Workloads werden umgezogen, Multi­cloud-Infrastrukturen mit Angeboten von Cloud-Anbietern geschaffen und internationale Standorte werden vernetzt. Damit es schnell geht, können Zugänge zu privaten, globalen Netzwerken gebucht werden. Die Situation auf diesem Markt ist vielerorts geprägt von Angeboten, die man sich im Grunde wie Zugfahrkarten vorstellen kann. Alles ist sehr fragmentiert, man bucht für bestimmte Abschnitte und feste Zeiträume. Zudem muss man im Networking benötigte Bandbreiten oft im Vorfeld korrekt abschätzen.

Flexibilität statt „Zugfahrkarten“

Der Network-as-a-Service-Anbieter Megaport will hier alte Zöpfe abschneiden und zwar zusammen mit Partnern. „Wir wollen in diesen Markt mehr Flexibilität bringen und unsere Netzwerkangebote dementsprechend einfach konfigurierbar und flexibler gestalten“, so Martin Bichler, Head of EMEA Channel Sales, Megaport. Bandbreiten sollen für bestimmte Stoßzeiten anpassbar sein, beispielsweise wenn ein Backup gefahren wird. Außerdem soll man sich nicht für Monate oder Jahre im Voraus festlegen müssen. „Neu an unserer Herangehensweise, beziehungsweise an unserem Angebot, ist der Pay-as-you-go-Ansatz und die minutenschnelle Bereitstellung, die wir in Anlehnung an die flexiblen Cloud-Offerings der Hyperscaler anbieten“, so Bichler. Dazu wurde ein Self-Service-Portal eingerichtet, über das Kunden die Cloud-Konnektivität selbst erstellen können.

Interconnectivity auf IP-Basis

Das Geschäft von Megaport als globaler NaaS-Anbieter ist es, hierzulande die großen Ballungszentren wie München, Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf mit den wichtigen Standorten in Europa, in den USA und in der Asien-Pazifik Region zu verbinden. Dabei geht es um schnelle, zuverlässige und sichere Verbindungen zu lokalen Rechenzentren auf Layer-2-Ebene, also Interconnectivity auf IP-Basis. Letztlich geht es aber vor allem um direkte Cloud-Verbindungen zu den Hyperscalern wie AWS, ­Microsoft Azure, Google Cloud, Alibaba, IBM und Oracle – aber auch zu Anbietern wie SAP, Nutanix, Salesforce und IBM. Die Cloud-Konnektivität dorthin wird über Cloud-Anbindungsstellen, sogenannte „Cloud-On-Ramps“, ermöglicht. Megaport ist in rund 700 vernetzten Rechenzentren verfügbar und mit etwa 220 Cloud-On-Ramps präsent.

SD-WAN als Zugangsoption

Bisher mussten sich Kunden in diesem Marktgeschehen meist noch selbst um die „letzte Meile“ zur Cloud-On-Ramp kümmern oder in einem aktivierten Rechenzentrum vertreten sein. „Unsere neue Megaport-Virtual-Edge-Lösung ermöglicht es Unternehmen, über SD-WAN auf unser software-definiertes Netzwerk (SDN) zu gelangen“, erläutert Bichler. „Auch SD-WAN kann in unserem globalen, privaten Netzwerk über das Self-Service-Portal integriert werden.“

Das Konzept dient hierbei sozusagen als Einstiegspunkt für die Unternehmen. „Neue Kooperationen mit Cisco und Fortinet, die ebensolche SD-WAN-Betreiber sind, erleichtern es unseren gemeinsamen Kunden, ihre SD-WAN Nutzung mit unseren Konnektivitäts-Lösungen zu integrieren, um somit die Verbindung zwischen Edge-Standorten oder Zweigstellen untereinander oder zur Cloud zu optimieren“, sagt Channel-Manager Bichler.

Die Rolle des Channels

Der Channel spielt in dem Umfeld eine zweigleisige Rolle: Dienstanbieter, MSPs und Cloud-Anbieter brauchen selbst stabile Verbindungen, als potenzielle Kunden. Hinzu kommt die vertriebliche Komponente: „Wir haben bereits ein Partnerprogramm, wollen diesen Bereich aber erweitern. Zusammenarbeit mit Distributoren findet derzeit noch nicht statt, aber auch das wird sich ändern“, verrät der Megaport-Manager.

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Leitender Redakteur